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Heidelberg wird digital

Heidelberg wird

digital

Aufsichtsratsvorsitzender Prof. Dr. Eckart Würzner,
Oberbürgermeister von Heidelberg, und Prof. Dr. Rudolf Irmscher, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg

Herr Prof. Dr. Würzner, welche Rolle haben die Städte in der Digi­tali­sie­rung?

WÜRZNER Die Städte und Gemeinden sind das Bindeglied zwischen der Technik und ihrer Anwendung im Alltag der Menschen. Als Vertreter der Stadt haben wir die Nähe zu ihnen sowie die örtlichen Kenntnisse, um die Digitalisierung für sie zu gestalten.

Die Stadt Heidelberg hat sich auf die Fahne geschrieben, eine Digitale Stadt zu werden. Wo stehen Sie heute und was haben Sie vor?

Würzner Die Stadt Heidelberg hat eine hervorragende Position bei der Verfügbarkeit von Breitband – der Basis-Infrastruktur für die Digitalisierung. Nun wollen wir den Weg in die Digitale Stadt mit aller Energie weitergehen. Dazu haben wir verschiedene Initiativen angestoßen: Per Glasfaser bauen wir das Breitband-Netz in den wenigen Bereichen aus, an denen die Bandbreite heute noch unter 50 MBit liegt. Zudem bieten wir mit rund 180 Standorten im Stadtgebiet eines der größten öffentlichen und kostenlosen WLAN-Netze in Deutschland. Weitere digitale Services sind im Aufbau. Um all diese Aktivitäten zu koordinieren und strategisch weiterzuentwickeln haben wir zusammen mit den Stadtwerken Heidelberg 2017 die Digital-Agentur Heidelberg gegründet.

Herr Prof. Dr. Irmscher, Sie unterstützen die Stadt bei der Entwicklung der Infrastrukturen für die Digitali­sierung. Ich zitiere Ihr Motto: möglich machen – Digitalisierung für den Menschen. Was genau verstehen Sie darunter?

Irmscher Technik steht für uns immer im Dienste des Menschen. Wir springen daher bewusst nicht auf jeden Hype auf, sondern bieten unseren Kunden digitale Infrastrukturen und Services mit einem klaren Mehrwert an. So bauen viele unserer neuen Energie-Services auf intelligenten digitalen Lösungen auf. Ein Beispiel ist der heidelberg MIETERSTROM. Die Abrechnung der komplexen Energieströme von Eigenerzeugung, Eigenverbrauch, Bezug und Verbrauch von Netzstrom wäre ohne Digitalisierung nicht denkbar. So aber können nun auch Mieter Strom vom Dach des Hauses beziehen, in dem sie wohnen, und von den Anreizen für einen neuen Energiemarkt profitieren.

Digitalisierung bestimmt viele Pro­zesse, aber nicht alles ist Digitalisierung. Deshalb: Was hat Sie 2017 noch beschäftigt?

Irmscher Wir haben weiter an der Umsetzung der Energiekonzeption 2020, unserem Plan für die Energiewende vor Ort gearbeitet. In Sommer 2017 fand der Spatenstich für unseren Energie- und Zukunftsspeicher statt. Darüber hinaus haben wir die Stadt bei der Entwicklung von Heidelberg-Bahnstadt sowie der Konversionsflächen unterstützt und im Zuge des Ausbaus vom Mobilitätsnetz Heidelberg sehr viele Leitungserneuerungen vorgenommen. Unsere Bautätigkeiten haben sich seit 2011 verdoppelt. Und parallel dazu haben wir unseren Vertrieb im Haus neu organisiert. Denn der Wettbewerb auf dem Energiemarkt zieht weiter an.

Herr Prof. Dr. Würzner, was erwarten Sie von den Stadtwerken in den nächsten Jahren?

Würzner Dass sie so weitermachen wie bisher. Unsere Stadtwerke Heidelberg haben sich in den vergangenen Jahren erneuert, zeigen eine hohe Flexibilität und vor allem eine klare Kundenorientierung. Dabei bleiben sie immer nah an den Menschen in Heidelberg und der Region. Das unterscheidet sie von vielen nicht-kommunalen Unternehmen. Und: Sie haben verstanden, dass Veränderung nichts Einmaliges ist, sondern Teil des Alltags. Das ist aus meiner Sicht ein großer Wert, um in dem sehr dynamischen Energiemarkt gut zu bestehen.

Herr Prof. Dr. Irmscher, was haben sich die Stadtwerke Heidelberg für 2018 vorgenommen?

Irmscher Tatsächlich werden wir auch 2018 wieder ein Effizienzprogramm durchlaufen und prüfen, wo wir stehen und wo wir noch besser werden wollen. Das machen wir alle drei bis vier Jahre. Gleichzeitig kann ich als Ergebnis unserer bisherigen Veränderungsprozesse sagen: Wir setzen vieles, was wir angestoßen haben, weiter fort. Die Digitalisierung wird uns wie bisher begleiten. Wir arbeiten daran, daraus neue Geschäftsfelder zu entwickeln. Wir setzen die Energiekonzeption 2020 um und entwickeln sie für die nächste Dekade weiter. Zusammen mit der Stadt bauen wir auch die Elektromobilität weiter aus. Vor allem aber wollen wir unseren Kunden ein exzellenter Dienstleister sein. Wir sind schon jetzt Bester Stromversorger und Top-Gasversorger in Heidelberg. Diese Auszeichnungen sind für uns ein Anstoß, unsere gute Position zu behalten. Dazu wollen wir unseren Kunden beste Services sowie Produkte zu fairen Preisen und mit Mehrwert für den Klimaschutz bieten. Denn klar ist: Die Zufriedenheit unserer Kunden ist die Basis für unser Geschäft.