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Vollständiger Bericht

Kapitel einzeln

Im Gespräch

Nächste Etappen geschafft

Aufsichtsratsvorsitzender

Prof. Dr. Eckart Würzner

Oberbürgermeister von Heidelberg und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Heidelberg

Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg

Prof. Dr. Rudolf Irmscher

Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg

Aufsichtsratsvorsitzender

Prof. Dr. Eckart Würzner

Oberbürgermeister von Heidelberg und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Heidelberg

Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg

Prof. Dr. Rudolf Irmscher

Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg

Für eine sichere Versorgung – jeden Tag. Auch unter besonderen Bedingungen. Und dabei weiter anspruchsvolle Ziele für immer grünere Energie umsetzen. Auch 2020 haben wir wieder einige Etappen geschafft.

Was war die größte Herausforderung im Corona-Jahr 2020 bezogen auf die Aktivitäten der Stadtwerke Heidelberg?

eckart Würzner Eine der größten Einschränkungen für viele Bürgerinnen und Bürger war, dass die Bäder über längere Zeit geschlossen waren oder nur im Sonderbetrieb geöffnet hatten. Denn die Bäder bieten mitten in der Stadt Platz für Bewegung, und das zu moderaten Preisen. Viele Menschen besuchen sie regelmäßig, um sich fit zu halten, oder weil die Bewegung im Wasser ihnen aus gesundheitlichen Gründen hilft. Zudem brauchen wir die Bäder, damit Kinder Schwimmen lernen. Zugleich ist es wichtig, den Schutz vor Covid-19 zu sichern. Das Bäder-Team hat im Jahr 2020 Großartiges geleistet, um all diese Anforderungen unter einen Hut zu bringen.

Rudolf IRMSCHER Ja, die Kolleginnen und Kollegen haben das toll gemacht. Wir alle waren froh um jeden Tag, an denen wir die Bäder öffnen konnten – trotz der wirtschaftlichen Einbußen durch geringere Einnahmen und gleichzeitig hohen Ausgaben für den personalintensiven Corona-Sonderbetrieb. Denn wir wissen, welche Bedeutung die Bäder für die Menschen hier haben. Auch die Schließung der Bergbahnen und die geringe Auslastung der Garagen haben sich auf unser Ergebnis ausgewirkt. Aber insgesamt haben wir das große Glück, dass wir Produkte anbieten, die auch in Corona-Zeiten nachgefragt werden. Dafür sind wir sehr dankbar. Unsere wichtigste Devise in 2020 war, unter den Corona-Bedingungen sicherzustellen, dass die Versorgung gesichert ist und das Alltagsleben weiterlaufen kann. Dafür haben wir ein abgestimmtes Paket an Schutzmaßnahmen umgesetzt. Ebenso wichtig war es uns, unsere Projekte zum Klimaschutz weiter voranzubringen.

Genau, Läuft! ist ja auch der Titel Ihres neuen Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichts. Was waren denn die größten Fortschritte, die Sie 2020 erreichen konnten?

Rudolf IRMSCHER Im Jahr 2020 haben wir dafür gesorgt, dass die anspruchsvollen Ziele zum Ausbau von Strom aus erneuerbaren Energien und für grüne Wärme aus dem städtischen 30-Punkte-Plan für Klima­schutz weitestgehend mit konkreten Maßnahmen und Zwischenzielen unterlegt wurden. Wir haben jetzt einen klaren Weg, wie wir sie erreichen werden.

eckart Würzner Mit unseren Stadtwerken Heidelberg, die wir zu 100 Prozent im Eigentum behalten haben, können wir auch im Bereich Energieproduktion wesentlich aktiver Klimaschutzpolitik betreiben als viele andere Städte. Deshalb haben wir uns auch strategisch dazu entschieden, uns aufgrund der begrenzten Aus­bauflächen für Photovoltaik vor Ort in einer neuen Kooperation mit Trianel bundesweit im Bereich Erneuerbare Energien zu engagieren. Bis zum Jahr 2024 können zum geplanten lokalen Ausbau von zehn Megawatt so noch 14 Megawatt aus dem bundesweiten Ausbau hinzukommen – und bis 2030 weitere zehn Megawatt.

Und wie sieht es mit der grünen Wärme aus?

Rudolf IRMSCHER Unser erstes Etappenziel haben wir erreicht: 50 Prozent von heidelberg WÄRME ist schon CO2-frei hergestellt; der Anteil erneuerbarer Energien liegt bereits bei über 25 Prozent. Gut für die Fernwärme-Kunden, denn sie erhalten eine bessere Förderung. Den Anteil erneuerbarer Wärme werden wir auch durch neue innovative Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen inklusive Luftwärmepumpen erhöhen, für deren Bau wir in bundesweiten Ausschreibungen schon Zuschläge erhalten haben. Auch unsere Power-to-Heat-Anlage sowie der entstehende Wärmespeicher werden dazu beitragen, dass wir mehr Wärme aus erneuerbaren Energien liefern. Darüber hinaus wird die beschaffte Menge immer grüner, weil auch unsere Partner, von denen wir einen Teil der Fernwärme beziehen, einen klaren Kurs zur Klimaneutralität fahren.

eckart Würzner Ich begrüße sehr, dass die Stadtwerke Heidelberg mit den anderen Energieversorgern in der Region, wie der MVV Energie aus Mannheim und der TWL aus Ludwigshafen, für dieses Ziel zusammenarbeiten. Denn am ehesten erreichen wir Fortschritte für den Klimaschutz, wenn die begrenzten finanziellen Mittel dort eingesetzt werden, wo sie die lokal beziehungsweise regional vorhandenen Potenziale zur Wärmegewinnung bestmöglich nutzen. Und am weitesten kommen wir, wenn wir alle an einem Strang ziehen.

Vielen Dank für das Gespräch.