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Netz-Infrastrukturen

Für eine sichere und zukunftsorientierte Versorgung: Mit unseren Netzen und Anlagen versorgen wir rund 200.000 Menschen zuverlässig mit Strom, Gas, Wasser, Fernwärme und Glasfasertechnik. Diese Aufgaben ergeben sich aus den Zielen und Entwicklungsplanungen in Heidelberg und unseren Partnergemeinden. In neuen Stadtteilen, wie dem Heidelberg Innovation Park (hip), setzen wir anspruchsvolle technische Standards für ein klimaneutrales Wachstum der Stadt um.

Fernwärme für immer mehr Menschen

Unsere immer grünere Fernwärme spielt eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz im Sektor Wärme. Unser Ziel ist es, den Anteil der Haushalte, die mit Fernwärme versorgt werden, von aktuell rund 50 auf 70 Prozent zu erhöhen. Gemäß dem kommunalen Wärmeplan der Stadt Heidelberg bauen wir das Fernwärmenetz verstärkt in den ebenen Gebieten Heidelbergs aus. In den Hanglagen, zum Beispiel der Stadtteile Handschuhsheim, Neuenheim, Ziegelhausen oder Schlierbach, sind dem Fernwärmenetz aus netzphysikalischen Gründen Grenzen gesetzt.

Auf unserer Homepage zeigen wir eine Karte, in der die Ausbaugebiete zeitlich gestaffelt dargestellt sind. So bieten wir Interessenten Orientierung, innerhalb welchen Zeitraums sie mit einer Erschließung ihrer Immobilie rechnen können. Das erste Cluster, Heidelberg-Neuenheim und Handschuhsheim-Süd, wurde im Jahr 2025 weiter vorangebracht. Dort konnten wir schon rund 60 Prozent des geplanten Ausbaus realisieren. Während der Ausbau im Cluster 1 mit weiteren Lückenschlüssen weiterläuft, haben wir im Frühjahr 2026 mit dem Cluster 2 östlich der Brückenstraße entlang der Bergstraße in Heidelberg-Neuenheim bis Handschuhsheim-Süd begonnen. Ende Februar 2026 fanden dazu Informationsveranstaltungen statt.

Parallel konnten wir im Jahr 2025 auch einige Straßen in Heidelberg-Rohrbach südlich der Thoraxklinik ans Fernwärmenetz anschließen sowie dank einer gezielten Vertriebsaktion Fernwärme in der Straße Im Buschgewann ausbauen. Im Zuge der gemeinsamen Arbeiten mit der Stadt Heidelberg und der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) haben wir zudem Leitungen in der Dossenheimer Landstraße verlegt. Im Jahr 2025 konnten wir außerdem das bisherige Inselnetz Im Bieth im Stadtteil Kirchheim ans zentrale Fernwärmenetz anschließen.

Bürgerinformation zum Start des nächsten Ausbauclusters in Heidelberg-Neuenheim
Bürgerinformation zum Start des nächsten Ausbauclusters in Heidelberg-Neuenheim

Für den Anschluss an die Fernwärme konnten Eigentümer und Eigentümerinnen auch im Jahr 2025 Mittel aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erhalten. Diese Förderung läuft auch im Jahr 2026 weiter.

Im Jahr 2025 kamen erneut sechs Kilometer Netzlänge hinzu. Die Zahl der Hausanschlüsse stieg gleichzeitig um 244 auf 6.499.

Investitionen ins Fernwärmenetz

Unsere Investitionen ins Fernwärmenetz betrugen 15,4 (Vorjahr: 13,3) Millionen Euro. Neben dem Ausbau schlägt dabei auch die laufende Modernisierung unseres Fernwärmenetzes zu Buche. Eine der größten Maßnahmen war der Austausch von acht Kompensatoren in der Eppelheimer Straße – flexiblen Bauteilen, die den Druck auf Fernwärmeleitungen wie ein Blasebalg aufnehmen und somit die Leitungen entlasten. Ersetzt wurden sie im Vorfeld einer städtischen Baumaßnahme. Die Besonderheit dabei: Die Fernwärmeleitung in der Eppelheimer Straße ist eine Hauptleitung für die Heidelberger Fernwärmeversorgung. Die Arbeiten konnten dennoch ohne Versorgungsunterbrechungen im geplanten Zeitrahmen abgeschlossen werden.

Fernwärmekompensatoren-Austausch in der Eppelheimer Straße: Eine herausfordernde Großmaßnahme, die das große Team in der geplanten Zeit abschließen konnte.
Fernwärmekompensatoren-Austausch in der Eppelheimer Straße: Eine herausfordernde Großmaßnahme, die das Team in der geplanten Zeit abschließen konnte.

Bereit für neue Wärmequellen

Das Fernwärmenetz der Zukunft wird immer mehr dezentrale erneuerbare Wärmequellen einbinden. Die Voraussetzung dafür sind geringere Rücklauftemperaturen als bisher. Eine Temperaturabsenkung trägt gleichzeitig zu einer höheren Effizienz des Netzes bei – und reduziert die Kosten der Kundinnen und Kunden. Deshalb bauen wir digitale Fernwärmezähler im Netz aus, über die wir die Temperaturspreizungen der Vor- und der Rücklauftemperatur an den Hausanschlüssen erfassen, um so optimierbare Leistungseinstellungen zu identifizieren. Über die Hälfte der installierten Hausanschlüsse wurden in der Zwischenzeit schon damit ausgestattet. Seit 2025 schreiben wir diejenigen Kundinnen und Kunden an, bei denen zu hohe Rücklauftemperaturen auftraten, und sorgen nun in Abstimmung mit ihnen für eine verbesserte Einstellung. So können wir unsere Netzkapazität optimal nutzen und einen vorausschauenden Betrieb sichern.

Fernwärmeunterbrechung schnell behoben

Zu einer Fernwärmeunterbrechung von bisher nicht dagewesenem Ausmaß kam es im November 2025: Ein Baustellenfahrzeug hatte auf Mannheimer Gemarkung versehentlich zwei parallellaufende Fernwärmetransportleitungen des Vorlieferanten MVV von Mannheim nach Heidelberg und Schwetzingen beschädigt. Betroffen waren auch rund 30.000 Haushalte in Heidelberg und Eppelheim. Rund zehn bis 16 Stunden fiel die Wärme in den Haushalten aus. Im Vergleich zu Schäden an Einzelheizungen gelang es damit zügig, Häuser wieder mit Wärme zu versorgen, bevor sie zu stark ausgekühlt waren.

Fernwärme: Absatz und Umsatz

Der Fernwärmeabsatz wird maßgeblich von den Temperaturen während der Heizperiode sowie vom Ausbau der Fernwärme bestimmt. Im Jahr 2025 betrug er 513,2 (Vorjahr: 476,0) Millionen Kilowattstunden. Der Umsatz bei der Fernwärme erhöhte sich aufgrund des gestiegenen Absatzes und betrug 75,5 (Vorjahr: 71,3) Millionen Euro.

Fernwärme202520242023
Anschlusswert bei den Kunden (MW)523534540
Länge des Rohrnetzes inkl. Hausanschlussleitungen und Kältenetz (km)247,1241,1237,2
Hausanschlüsse6.4996.2556.047
Eingebaute Zähler5.2875.1705.074
Investitionen (Mio. €)15,413,310,2
Netzabgabe (Mio. kWh)513,2476,0439,8
Umsatz (analog Netzabgabe) (Mio. €)75,571,366,2

Sichere Versorgung mit Strom

Im Zuge der Energiewende ändern sich auch die Anforderungen an unser Stromnetz, denn es werden zunehmend mehr leistungsstarke Verbrauchseinrichtungen wie E-Ladestationen, Wallboxen und Wärmepumpen installiert. Auch die Anzahl an dezentralen Erzeugungsanlagen steigt kontinuierlich.

Allein in den letzten drei Jahren wurden Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 24 Megawatt in unserem Stromversorgungsgebiet ans Netz gebracht. Im Jahr 2025 war die Anzahl an neu hinzugekommenen PV-Anlagen mit über 750 höher als jemals zuvor. Insgesamt liegt die Anzahl der dezentralen Anlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz in unserem Netz bei rund 5.000.

Stromverteilnetze digitalisieren

Um ihre Integration in unser Stromverteilnetz besser planen zu können, haben wir zusammen mit der Stadtwerke-Kooperation Trianel einen digitalen Zwilling unseres Stromnetzes aufgebaut: ein rechenfähiges Netzmodell zur Simulation von Lastflüssen, mit dessen Hilfe wir prüfen, wie sich Anfragen zu Anschlüssen an unser Stromnetz auf die Netzstabilität auswirken und wie sie umsetzbar sind. Zudem modellieren wir im Forschungsprojekt Automatisierte Modellierung, Analyse und Zustandsschätzung mittels Intelligenter Netzalgorithmen und Graphenmethoden (AMAZING), gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), zusammen mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und dem Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe (FZI) ein virtuelles Abbild des Heidelberger Stromnetzes und stellen dafür Daten aus dem hauseigenen Geoinformationssystem sowie aktuelle Mess- und Netzzustandsdaten aus Ortsnetzstationen und Stromzählern zur Verfügung.

Steuerbare Verbrauchseinrichtungen vorbereitet

Sowohl der Aufbau des digitalen Zwillings unseres Niederspannungsnetzes als auch der Roll-out der intelligenten Messsysteme sind die Basis, um die Anforderungen aus Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) erfüllen zu können. Diese Rechtsvorschrift gibt vor, dass Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen und Elektroladesäulen mit einer Leistung über 4,2 Kilowatt ab Anfang 2029 ferngesteuert dimmbar sein müssen, um bei Bedarf die Netzlast reduzieren zu können.

Erforderlich dafür sind intelligente Messsysteme (iMSys), landläufig Smart Meter genannt, sowie zertifizierte Steuerungseinrichtungen, die über einen sicheren Kanal kommunizieren. Die Energiebranche setzt die rechtlichen Vorgaben aktuell in Pilotprojekten um.

Bis Ende 2025 wurden rund 1.000 Verbrauchseinrichtungen bei den Stadtwerken Heidelberg Netze angemeldet, die künftig steuerbar sein sollen. Die Schnittstellen sind bereits umgesetzt, doch bis die Steuerung möglich ist, sind zunächst komplexe IT-Systeme zu harmonisieren und neue IT-Strukturen aufzubauen. Dieser Prozess ist aufwändig und wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Intelligente Messsysteme: Zwischenziel erreicht

Die Verpflichtung zum Einbau intelligenter Messsysteme betrifft darüber hinaus auch Letztverbraucher mit einem Jahresverbrauch zwischen 6.000 und 100.000 Kilowattstunden. Denn die iMSys sind das digitale Rückgrat der Energiewende: Sie schaffen Transparenz in Stromverbrauch und -erzeugung und ermöglichen es damit, Angebot und Nachfrage besser auszugleichen. Zudem sind sie die Grundlage, um erneuerbare Energien besser ins Energiesystem integrieren zu können, und sichern so die Netzstabilität. Bundesweit wurde die vorgegebene Ausbauquote nicht erreicht, insbesondere bei kleineren Verbrauchsstellen bestand Nachholbedarf. Herausforderungen beim Einbau sind unter anderem die komplexen IT-Anforderungen und die technischen Hürden beim Verbauen der intelligenten Messsysteme. Bei Nicht-Erfüllung hat die Bundesnetzagentur 2025 Sanktionen angekündigt.

Insgesamt konnte ein großes unternehmensübergreifendes Team dafür sorgen, dass bis Ende 2025 über 2.000 intelligente Messsysteme eingebaut wurden. Damit waren größere Anpassungen unserer IT-Systeme verbunden. Den Stadtwerken Heidelberg Netze ist es also gelungen, die geforderten 20 Prozent des Pflichteinbaus zu erreichen.

Der Zustand der Mittelspannungsstromnetze wird regelmäßig überprüft. Hier wird ein Messgerät kalibriert.
Der Zustand der Mittelspannungsstromnetze wird regelmäßig überprüft. Hier wird ein Messgerät kalibriert.

Erwiesenermaßen gut versorgt

Unserem Anspruch, unseren Netzkundinnen und -kunden eine hohe Versorgungssicherheit zu bieten, sind wir auch im Jahr 2025 nachgekommen: Im Schnitt waren die Letztverbrauchenden lediglich 2,14 (Vorjahr: 6,91) Minuten im Jahr ohne Strom. Zum Vergleich: Der zuletzt erhobene bundesweite Wert betrug 11,6 (Vorjahr: 12,8). Deutschland nimmt weltweit einen Spitzenplatz bei der Versorgungssicherheit ein.

Einen zentralen Beitrag zu diesem guten Ergebnis leistet unser langjähriges zertifiziertes Technisches Sicherheitsmanagementsystem (TSM). Alle Anlagen und Netze werden dank ihm turnusmäßig inspiziert und überwacht. Außerdem ist 24 Stunden täglich ein zügig agierendes Rufbereitschaftsteam im Einsatz. Jedes dritte Jahr unterziehen externe Prüfer das TSM einem umfassenden Audit. Das nächste steht im Jahr 2026 an.

Straßenbeleuchtung inklusive Solarteststrecke

Im Auftrag der Stadtwerke Heidelberg Umwelt betreiben die Stadtwerke Heidelberg Netze die Straßenbeleuchtung in Heidelberg. Außerdem sind sie alle Jahre wieder für die Aufhängung und den Betrieb der Weihnachtsbeleuchtung zuständig.

Die Straßenbeleuchtung umfasst rund 16.500 Lichtpunkte. Rund 58 Prozent des ursprünglichen Bestands sind inzwischen auf hocheffiziente LED-Technik, warmweißes Licht mit geringem Blauanteil und fokussierte Lichtkegel zur Verringerung des Streuverlusts umgestellt. Im Zuge der laufenden Erneuerung werden die übrigen Leuchten sukzessive ersetzt.

Im Jahr 2025 wurden rund 400 Leuchten umgestellt. Unser Ziel ist es, dass bis 2030 die gesamte Straßenbeleuchtung Heidelbergs umgerüstet ist.

An abgelegenen Orten kommen zunehmend Solarleuchten zum Einsatz, die sich zuvor auf einer eigens eingerichteten Solar-Teststrecke im Stadtteil Rohrbach-Süd bewährt haben. Im Jahr 2025 haben wir den Ausbau der Teststrecke um weitere Modelle vorbereitet. Die bisherigen Erfahrungen helfen dabei, langlebige und wartungsarme Leuchten für die jeweiligen Anwendungsfälle zu identifizieren, bevor sie im größeren Maßstab zum Einsatz kommen.

Im Jahr 2025 wurden neue Solarleuchtenmodelle für die Teststrecke in Heidelberg-Rohrbach Süd beschafft
Im Jahr 2025 wurden neue Solarleuchtenmodelle für die Teststrecke in Heidelberg-Rohrbach beschafft
Stromnetz202520242023
Netz-Trafostationen404403388
Länge des Leitungsnetzes inklusive Hausanschlüsse (km)1887,41.860,21.846,7
davon Kabel1750,11.723,51.708,6
davon Freileitung137,3136,7138,1
Hausanschlüsse22.81922.99222.962
Eingebaute Zähler101.100101.158100.771
Investitionen (Mio. €)14,312,411,2
Netzabgabe (Mio. kWh)785,9804,7785,6
Umsatz (analog Netzabgabe) (Mio. €)85,178,160,5

Immer weniger Erdgas

Mit der Wärmewende steigt die Bedeutung von Fernwärme, Wärmepumpen und Heizungsarten auf Basis erneuerbarer Energien, während der Anteil von Erdgas an der Wärmeversorgung abnimmt.

Deutschland ist zudem verpflichtet, die europäische Gas-Wasserstoff-Richtlinie bis Mitte 2026 in deutsches Recht umzusetzen, um einen gemeinsamen europäischen Wasserstoffmarkt zu schaffen und Gasnetzbetreibern den Rückzug aus der Erdgasversorgung zu ermöglichen. Der Konsultationsprozess zur nationalen Umsetzung lief bis November 2025.

Der Einsatz von Erdgas zu Heizzwecken wird aufgrund des Anstiegs der CO2-Preise auf EU- und Bundesebene darüber hinaus immer teurer und somit unattraktiver. Hinzu kommt, dass die Netzentgelte für den Betrieb und den Erhalt des Gasnetzes künftig durch immer weniger verbleibende Kunden geteilt werden. Seit dem 1. Januar 2025 können Netzbetreiber kürzere und degressive Abschreibungsmöglichkeiten nutzen, um das Anlagevermögen früher zu refinanzieren. Diese Regelung ist zunächst bis zum 31. Dezember 2027 befristet. Weitere Maßnahmen sollen folgen, um die Finanzierung der Gasnetze in der Übergangsphase mit abnehmender Kundenzahl zu sichern.

Da die Versorgung mit Erdgas nach derzeitigem Stand zunehmend kostspieliger wird, betreiben wir die Netze und Anlagen in unseren Konzessionsgemeinden aktuell bedarfsgerecht und sicher, bauen sie aber nicht proaktiv aus. Stattdessen behalten wir ihre Eignung für den Einsatz von Wasserstoff im Blick.

Gasnetz202520242023
Ausspeisepunkte (eigene und fremde Netze)626163
Ausspeisepunkte (Endverbraucher)26.89726.94026.948
Länge des Rohrnetzes inklusive Hausanschlüsse (km)879,6880,8889,7
Eingebaute Zähler35.89436.63337.174
Investitionen (Mio. €)1,62,02,4
Netzabgabe (Mio. kWh)1.530,81.508,91.466,7
Umsatz (analog Netzabgabe) (Mio. €)25,022,923,9

Investitionen in die Strom- und Gasnetze

Die Investitionen in die Ertüchtigung und Verstärkung der Stromanlagen stiegen wegen einiger Baustellen und des Netzausbaus aufgrund höherer Stromlasten durch Photovoltaik und Elektromobilität im Rahmen der Energiewende – von 12,4 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 14,3 Millionen Euro im Jahr 2025.

Die Investitionen ins Gasnetz gehen dagegen von Jahr zu Jahr zurück. Diese Entwicklung korrespondiert mit dem allmählichen Rückgang der Ausspeisepunkte und der Zähleranzahl.

Anreizregulierung bestimmt Ertrag bei Strom und Gas

Die Entwicklung in den Sparten Strom und Gas wird durch die Anreizregulierung bestimmt – ein staatliches Instrument zur Preis- und Erlöskontrolle natürlicher Monopole, wie sie bei Strom- und Gasnetzen vorliegen. Da ein Wettbewerb durch parallele Leitungen wirtschaftlich nicht sinnvoll ist, simuliert der Staat diesen künstlich und legt auf Basis einer unternehmensspezifischen Kostenerhebung Erlösobergrenzen für jeden Netzbetreiber fest. Diese Obergrenzen bilden die Grundlage für die Berechnung der Netznutzungsentgelte. Da infolge der Inflation die Kosten für Materialien und Fremdleistungen sowie für die Finanzierung von Investitionen im Vergleich zur letzten Kostenerhebung stetig steigen, weichen die Erlöse von den tatsächlich entstehenden Kosten ab.

Aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) im Januar 2024 den NEST-Prozess ins Leben gerufen. NEST steht für Netze – Effizient – Sicher – Transformiert. Im Zuge dieses Verfahrens werden alle bisherigen Vorgaben des Gesetzgebers durch eigene Vorgaben der BNetzA ersetzt. Somit überwacht diese nicht mehr nur die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben, sondern gestaltet die Regeln nun auch selbst. Im Rahmen des NEST-Prozesses wurden verschiedene Aspekte zur Berechnung der Netzentgelte betrachtet. Einige Punkte diskutierte die Branche bis zuletzt kritisch. Dazu zählt eine unzureichende Verzinsung notwendiger Investitionen, die sich bremsend auf die Energiewende und die Versorgungssicherheit auswirken können.

Absatz und Umsatz bei Strom und Gas

Der Stromabsatz ist im Jahr 2025 mit 785,9 (Vorjahr: 804,7) Millionen Kilowattstunden gegenüber dem Vorjahr wieder gesunken. Der Umsatz lag bei 85,1 (Vorjahr: 78,1) Millionen Kilowattstunden. Die Steigerung gegenüber dem Jahr zuvor ist unter anderem auf höhere Netzentgelte sowie auf buchungstechnische Abgrenzungen zum Vorjahr zurückzuführen.

Der Gasabsatz lag bei 1.530,8 (Vorjahr: 1.508,9) Millionen Kilowattstunden. Der leichte Anstieg ist auf die kälteren Wintermonate zurückzuführen; gebremst wurde er durch den Rückbau von Gasheizungen. Der Umsatz lag bei 25,0 (Vorjahr: 22,9) Millionen Euro.

Ausbau des Glasfasernetzes

Seit vielen Jahren bauen wir unser Glasfasernetz als Basis für eine schnelle Datenübertragung aus. Bei der Erschließung von Neubaugebieten bzw. Konversionsflächen verlegen wir flächendeckend Dark Fiber – unbeleuchtete Glasfasern, die von privaten Telekommunikationsunternehmen oder Gewerbekunden mit aktiven Komponenten beleuchtet werden. Im Fokus des Netzausbaus stehen Unternehmen, Besitzer oder Verwalter größerer Immobilien – Kunden, die große Bandbreiten bei der Datenübertragung benötigen. Im Jahr 2025 ist die Länge des Glasfasernetzes um neun auf 381,7 Kilometer sowie die Anzahl der Hausanschlüsse um 121 auf 678 gestiegen.

Eine Immobilie in der Heidelberger Altstadt wird ans Glasfasernetz angeschlossen.
Eine Immobilie in der Heidelberger Altstadt wird ans Glasfasernetz angeschlossen.
Glasfasernetz202520242023
Streckenlänge (km)381,7372,5340,2
Hausanschlüsse678557508

Trinkwasser aus der Region für die Region

Die Stadtwerke Heidelberg Netze sind im Auftrag der Stadtbetriebe Heidelberg technischer Betriebsführer der Wasserversorgung in Heidelberg.

Die Wasserversorgung in Heidelberg ist regional geprägt: Mit 65 Prozent stammte der Großteil des Trinkwassers im Jahr 2025 aus drei lokalen Grundwasserwerken sowie zu vier Prozent aus Buntsandstein-Quellen auf Handschuhsheimer sowie Ziegelhäuser Gemarkung.

Die verbleibenden 31 Prozent kamen im Jahr 2025 vom Zweckverband Wasserversorgung Kurpfalz aus dem Wasserwerk Schwetzinger Hardt sowie von der Neckargruppe aus Edingen-Neckarhausen in unmittelbarer Nachbarschaft Heidelbergs.

Dem großen Interesse an unserer Trinkwasserversorgung tragen wir durch Führungen entlang markanter Punkte der Wassergewinnung durch das Handschuhsheimer Mühltal Rechnung.

Im Jahr 2025 starteten die Vorarbeiten für den Neubau des Schneebergbehälters. Die Arbeiten werden voraussichtlich Anfang 2028 abgeschlossen.
Im Jahr 2025 starteten die Vorarbeiten für den Neubau des Schneebergbehälters. Die Arbeiten werden voraussichtlich Anfang 2028 abgeschlossen.

Aufgaben für weitere Städte und Gemeinden

Wir sind jedoch nicht nur für die Stadt Heidelberg aktiv, sondern beliefern in deren Auftrag auch die Stadt Eppelheim und die Gemeinde Dossenheim mit Trinkwasser. Außerdem sind wir in Eppelheim Betriebsführer des Wasserversorgungsnetzes sowie in Neckargemünd und Dossenheim der gesamten Wasserversorgung inklusive Netz und Wassergewinnung. In Edingen-Neckarhausen überwachen wir zudem die Wasserversorgungsanlagen der Neckargruppe und übernehmen Baumaßnahmen an den Netzen und Anlagen.

Kontinuierliche Erneuerung der Netze und Anlagen

Um eine sichere Wasserversorgung zu gewährleisten, modernisieren wir regelmäßig unsere Erzeugungsanlagen und Behälter. Im Jahr 2025 haben wir die Elektrotechnik im Wasserwerk Schlierbach erneuert, den Hochbehälter Rombach modernisiert sowie um eine neue Pumpstation erweitert und mit den Arbeiten zum Neubau des Schneebergbehälters in Heidelberg-Handschuhsheim begonnen. Außerdem konnten wir die Modernisierung der Pumpstation Rainbach in Neckargemünd abschließen. An vielen Stellen in unserem Versorgungsgebiet haben wir unsere Wasserversorgungsleitungen modernisiert, etwa im Steigerweg, der Albert-Ueberle-Straße sowie der gesamtstädtischen Großbaustelle Dossenheimer Landstraße.

Im Rahmen unserer Betriebsführungen in der Wasserversorgung werden wir auch weiterhin für eine hohe Trinkwasserqualität durch Instandhaltung und Erneuerung von Netzen, Erzeugungsanlagen und Wasserbehältern sorgen. Neben den begonnenen Maßnahmen stehen auch im nächsten Jahr wieder zahlreiche Erneuerungsmaßnahmen auf dem Plan: Unter anderem wird das Stollenbauwerk an der Aufbereitungsanlage Schmitt'sche Quelle im Heidelberg-Handschuhsheimer Mühltal modernisiert. Weitere Arbeiten werden an der Pumpstation Staig am Emmertsgrund sowie im Wasserwerk Schlierbach stattfinden.

Wassernetz1202520242023
Hochbehälter343434
Länge des Rohrnetzes (km)2668,3667,9667,5
Hausanschlüsse23.06622.97422.877
Eingebaute Zähler21.48721.43621.383

1 | Betriebsführung für Stadtbetriebe Heidelberg
2 | Inklusive Hausanschlüsse

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