Wir legen heute die Grundsteine für die Energieversorgung von morgen. Seit dem Jahr 2010 haben wir dafür einen festen Plan: unsere Energiekonzeption 2030. Das Konzept zeigt Wege zu einer klimaneutralen Wärme- und Stromversorgung auf und umfasst Lösungsbeiträge für eine nachhaltige Versorgung mit Kälte- und Mobilitätsservices. Mit unserem Konzept unterstützen wir unseren Eigentümer, die Stadt Heidelberg, auf ihrem Weg zur Klimaneutralität bis 2040.
Klimaneutrale Wärme bis 2035
In der ersten Dekade unserer Energiekonzeption haben wir vor allem auf effiziente Techniken in Kombination mit erneuerbaren Energien wie Biogas und Biomasse gesetzt. Inzwischen spielen neue Wärmetechniken die zentrale Rolle beim Klimaschutz: Wir nutzen zunehmend Wärme aus der Umwelt über Großwärmepumpen. Diese Maßnahmen sind auch in den kommunalen Wärmeplan der Stadt Heidelberg eingeflossen.

Unsere Ziele in diesem Rahmen: den Anteil der Fernwärme an der Wärmeversorgung in Heidelberg von aktuell rund 50 auf 70 Prozent erhöhen und den Anteil grüner Energien an der Fernwärme von derzeit rund 50 Prozent sukzessive so weit steigern, dass wir bis 2030 weitestgehend und bis 2035 komplett klimaneutrale Fernwärme liefern können. Seit 2024 bauen wir das Fernwärmenetz in den ebenen Flächen des Stadtgebiets mit erhöhtem Tempo aus. Die ersten Ausbaucluster umfassen Heidelberg-Neuenheim und Handschuhsheim-Süd und werden voraussichtlich im Jahr 2027 abgeschlossen.
Parallel sind die nächsten Ausbaugebiete in Vorbereitung. Die Ausbaupläne umfassen den Zeitraum bis 2035.
Lösungen für die Finanzierung in Vorbereitung
Die Kosten für den Aus- und Umbau der klimaneutralen öffentlichen Wärmeversorgung in Heidelberg werden auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt – in Zeiten angespannter kommunaler Haushalte eine Herausforderung, der die Stadtwerke Heidelberg mit einem Mix an Lösungsansätzen begegnen.
Einer davon war die Beantragung von Fördermitteln bei der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW). Die Grundlage dafür war ein Transformationsplan mit Potenzialabschätzungen, unter anderem für den Ausbau erneuerbarer Energien – mit Wirtschaftlichkeitsanalysen, Maßnahmen- und Umsetzungsplanungen. Für einige der skizzierten Maßnahmen haben wir detaillierte Förderanträge gestellt. Im November 2025 kam dann schließlich die gute Nachricht: Drei Förderanträge in Gesamthöhe von 86 Millionen Euro wurden bewilligt – für eine Fluss- und eine Abwasserwärmepumpe sowie für den geplanten Ausbau des Netzes bis 2030. Diese Zuschüsse entsprechen 40 Prozent der förderfähigen Gesamtausgaben für diese Projekte.
86 Millionen Euro
Fördermittel erhalten
Auf Basis dieser Zusage arbeiten wir nun an einer Gesamtfinanzierung, um den erforderlichen Fremd- und Eigenkapitalanteil für die drei Projekte zu beschaffen. Ein Baustein davon ist das Bürgerfinanzierungsprodukt heidelberg KLIMA-INVEST. Nach dem Erfolg im Jahr 2024 haben wir im Frühjahr 2026 erneut eine Emission dieser Genussrechte in Höhe von sechs Millionen Euro auf den Markt gebracht.
Baustart für nächste Großwärmepumpen ab 2027
Als nächste Schritte hin zu einer klimaneutralen Fernwärmeversorgung können wir nun den Bau einer Flusswärmepumpe am südwestlichen Ende der Ernst-Walz-Brücke in Heidelberg-Bergheim und einer Abwasserwärmepumpe in der Nähe der Kläranlage Nord in Angriff nehmen. So ist die Flusswärmepumpe im innenstadtnahen Bereich geplant; deshalb haben wir dort eine städtebaulich und architektonisch besonders hochwertige Lösung erarbeitet: Um die Anlage wird eine attraktive, öffentlich zugängliche Grün- und Erholungsfläche inklusive einer saisonal bewirteten Fläche geschaffen werden. Aktuell arbeiten wir an den Detailplanungen und Ausschreibungen für die verschiedenen Gewerke. Im Jahr 2026 sollen erste Probebohrungen stattfinden. Wenn alles gut läuft, können die Bauarbeiten Anfang 2027 beginnen.
Immer mehr grüne Wärme auch aus Mannheim
Die Fernwärme der Stadtwerke Heidelberg ist an ein regionales Fernwärmesystem angebunden: Rund zwei Drittel der Fernwärme für Heidelberg stammen aus Mannheim. Und auch der Mannheimer Versorger MVV Energie hat sich anspruchsvolle Klimaschutzziele gesetzt. Von seinen Aktivitäten profitieren auch Kundinnen und Kunden in Heidelberg.
Kommunaler Wärmeplan für Eppelheim
Auch andere Städte und Gemeinden, mit denen wir zusammenarbeiten, erstellen kommunale Wärmepläne. Die 15.000 Einwohner zählende Stadt Eppelheim hat die Stadtwerke Heidelberg mit dieser Aufgabe betraut.
Die gesetzliche Frist für die Fertigstellung ist der 30. Juni 2028. Verabschiedet werden konnte der Plan jedoch schon deutlich früher: im Herbst 2025. Der kommunale Wärmeplan zeigt, dass sich die Fernwärme für 20 Prozent der Immobilien in Eppelheim als einfache Lösung für klimaneutrales Heizen anbietet.


Strom aus Wind und Sonne
Um den steigenden Bedarf an grünem Strom für die Wärme- und die Verkehrswende sicherzustellen, bauen wir seit vielen Jahren Photovoltaik-Anlagen und engagieren uns inzwischen auch für die Windkraft vor Ort. Ende 2025 hatten wir 227 Anlagen mit einer Leistung von 10,3 Megawatt in Betrieb.
Als Partner in einer Projektgemeinschaft mit drei regionalen Energiegenossenschaften und der Trianel Wind und Solar (TWS) haben wir außerdem Voruntersuchungen für die Errichtung von Windkraftanlagen auf einer Landesfläche zwischen Heidelberg-Ziegelhausen und der Gemeinde Schönau durchgeführt. Der Lammerskopf zählt zu den besten Windkraftstandorten in der Region. Die Fläche liegt in einem Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet. Eine FFH-Verträglichkeitsprüfung zeigte, dass es geeignete Flächen innerhalb des Gebietes gibt, sodass der Bau von Windkraftanlagen dort möglich ist. Nachdem der Verband Region Rhein-Neckar (VRRN) diese Fläche jedoch nicht als Vorranggebiet für Windkraft ausgewiesen hat, strebt die Stadt Heidelberg nun eine kommunale Lösung an, um Anlagen auf ihrer Gemarkung errichten zu können.
Überregionaler Windkraftausbau
hat begonnen
Gemeinsam mit der Trianel Wind und Solar sorgen wir auch überregional für den Ausbau von Sonnen- und Windenergie. Seit März 2025 errichtet die Gesellschaft im Hochsauerlandkreis auf einer vom Borkenkäfer geschädigten ehemaligen Waldfläche zwölf Windkraftanlagen mit einer Leistung von 67 Megawatt. Die Inbetriebnahme ist für den Jahreswechsel 2026/2027 vorgesehen.
Beste Ressourcen für die Energiewende
Talente gewinnen und binden
Für all unsere Aufgaben benötigen wir bestens ausgebildete und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als kommunales Unternehmen zeichnen wir uns durch eine hohe Verlässlichkeit aus. Unseren Beschäftigten bieten wir spannende zukunftsfähige Aufgabenfelder am Puls der Zeit, gute Fortentwicklungsmöglichkeiten sowie viele Benefits. Damit möchten wir sie nicht nur für uns gewinnen, sondern auch bei uns behalten.
Im Jahr 2025 zählten wir auf der Bewertungsplattform kununu wieder zu den Top-Arbeitgebern bundesweit. Zudem hat die Ausbildung einen hohen Stellenwert bei uns: Unser F³-Programm zur Entwicklung von Fach- und Führungskräften leistet einen wertvollen Beitrag, um hochqualifizierte Mitarbeitende mit einem Blick für die Ziele des Gesamtunternehmens zu gewinnen.
Umzug von Bergheim nach Bergheim im Sommer 2025
Im Sommer 2025 sind wir umgezogen: in ein Gebäude der städtischen Wohnbaugesellschaft GGH gegenüber unserem ehemaligen Standort in Heidelberg-Bergheim, das uns eine moderne, helle Arbeitswelt bietet. Auch einige Ämter der Stadt Heidelberg sind dort eingezogen.