Wirtschaften mit Verantwortung
Das wirtschaftliche Ergebnis der Stadtwerke Heidelberg wird von den Verlusten der Bäder und des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) sowie von den Gewinnen im Versorgungsbereich bestimmt. Die Bäder und der ÖPNV sind als Service-Angebote für die Bürgerinnen und Bürger in den meisten Kommunen strukturell bedingte Verlustbringer; das trifft auch in Heidelberg zu.
Unser fortlaufendes Fit-Programm setzt Effizienz seit 2009 auf die Tagesordnung.
Ergebnissteigerung
Der Verlust der fünf Bäder in Heidelberg betrug 2025 8,0 (Vorjahr: 7,1) Millionen Euro. Beim öffentlichen Personennahverkehr in Heidelberg, betrieben vom städteübergreifenden Unternehmen Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv), übernimmt unsere Gesellschaft Heidelberger Straßen- und Bergbahn (HSB) die Verluste aus dem operativen Geschäft der rnv in Heidelberg bis zu einem definierten Betrag. Hinzu kommen Personalkostenanteile für Mitarbeitende, die an die rnv überlassen werden, sowie Pensionen für die ehemaligen Beschäftigten der HSB, für deren Finanzierung die HSB weiterhin aufkommt. Im Jahr 2025 betrug der Verlust der HSB 19,0 (Vorjahr: 20,4) Millionen Euro.
Demgegenüber stehen Gewinne aus dem Versorgungsbereich der Stadtwerke Heidelberg. Bei den Stadtwerken Heidelberg Energie, Netze und Umwelt wollen wir eine wirtschaftliche Optimierung bei gleichzeitigem Wachstum sichern. Seit 2009 setzen wir daher aufeinander aufbauende Restrukturierungs- und Modernisierungsprogramme um, die seither sukzessive ergebniswirksam werden.
Die Personalkosten reduzieren wir, indem wir sozialverträglich Stellen in Bereichen abbauen, in denen wir Effizienzen erschließen konnten. Zudem prüfen wir personalwirtschaftliche Alternativen bei Stellenneubesetzungen. Tarif- und kollektivarbeitsrechtlich haben wir dazu einen Tarifvertrag und mehrere Betriebsvereinbarungen abgeschlossen. Altersteilzeitangebote werden dann genutzt, wenn sie ins Fit-Programm passen, zum Beispiel wenn diese Stelle entfällt. Durch diese Maßnahmen konnten wir die Kosten im gesamten Versorgungsbereich senken. Anfang 2026 startete das nächste Fit-Projekt: Fit 2027.
Positiv auf unser Ergebnis wirkten sich zudem die Investitionen in Zukunfts- und Wachstumsfelder aus, wie in den intensivierten Fernwärmeausbau und den weiteren Ausbau von Kälteanlagen. So konnte der Versorgungsbereich der Stadtwerke Heidelberg im Jahr 2025 ein Ergebnis von 18,3 (Vorjahr: 13,2) Millionen Euro erwirtschaften.
Jahresfehlbetrag und Bilanzgewinn
Insgesamt betrug der Jahresfehlbetrag des Konzerns im Jahr 2025 8,4 (Vorjahr: 13,1) Millionen Euro. Aus den Ergebnissen der einzelnen Gesellschaften ergibt sich ein Jahresfehlbetrag von insgesamt 7,6 (Vorjahr: 13,5) Millionen Euro. Damit konnte das anvisierte Ergebnis von -15,4 Millionen Euro um 7,8 Millionen Euro verbessert werden. Die Differenz zwischen dem Ergebnis des Konzerns und den Ergebnissen der Einzelgesellschaften erklärt sich aus unterschiedlichen bilanziellen Vorschriften für die Berücksichtigung von Firmenwerten im Konzernergebnis. Im Rahmen des Jahresabschlusses wurden 14,7 Millionen Euro aus der Kapitalrücklage entnommen, sodass die Stadtwerke Heidelberg als Obergesellschaft im Jahr 2025 einen Bilanzgewinn in Höhe von 7,1 (Vorjahr: 4,2) Millionen Euro erwirtschaften.
Weitere finanzielle Nachhaltigkeitsaspekte
In den Kriterienkatalogen des Deutschen Nachhaltigkeitskodex und der Gemeinwohl-Ökonomie werden einige Anforderungen abgefragt, die Stadtwerke als kommunale Unternehmen per se abdecken oder die nur zum Teil auf sie anwendbar sind:
- Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach ökologischen oder sozialen Kriterien durchlaufen: Finanzanlagen tätigen wir nur im Bereich der Pensionskassen. Hier gibt es allerdings keine Wahlmöglichkeit: Durch unseren Tarifvertrag sind wir an die Zusatzversorgung des Kommunalen Versorgungsverbandes gebunden.
- Ethische Haltung im Umgang mit Geldmitteln (Eigenkapital, Relation zu anderen Unternehmen, Darlehen): Seit Jahren halten wir unser Eigenkapital stabil. Ein direkter Vergleich mit anderen kommunalen Unternehmen ist wegen der unterschiedlichen Strukturen und Leistungsangebote kommunaler Unternehmen nicht möglich. Der weitaus größte Teil externer Darlehen wird durch die Sparkasse Heidelberg bereitgestellt, ein Unternehmen, das ebenso wie wir regional verankert und der Stadt verpflichtet ist. Die Sparkasse Heidelberg folgt zudem transparenten und veröffentlichten Leitsätzen der Nachhaltigkeit.
- Soziale Haltung im Umgang mit Geldmitteln: Kapitalerträge fließen unmittelbar in die Finanzierung der öffentlichen Aufgaben des ÖPNV sowie der Bäder.
- Sozial-ökologische Investitionen und Mittelverwendung: Unsere wichtigsten Investitionen fließen in die Energiewende und den Klimaschutz, insbesondere in den Bau von Erzeugungsanlagen, den Ausbau des Fernwärmenetzes und in die Anpassungen des Stromnetzes. Weitere Investitionen tätigen wir für den Erhalt und Ausbau der Versorgungsinfrastruktur. Über den Klimafonds, den wir aus dem Produkt heidelberg KLIMA finanzieren und gemeinsam mit Umweltschutzverbänden verwalten, stellen wir zudem Mittel für ökologische Projekte zur Verfügung.
- Eigentum und Mitentscheidung: Eigentümer der Stadtwerke Heidelberg ist die Stadt Heidelberg. Relevante unternehmerische Entscheidungen werden im Aufsichtsrat vorgestellt, der sich aus Vertretungen der Stadtverwaltung, des Gemeinderats und der Beschäftigten zusammensetzt. Größere Projekte werden dem Gemeinderat als Vertretung der Bürgerschaft präsentiert. Über das Angebot für die Finanzanlage heidelberg KLIMA-INVEST haben wir zuletzt im Frühjahr 2026 wieder Bürgerinnen und Bürger am finanziellen Unternehmenserfolg der Stadtwerke Heidelberg Umwelt beteiligt.