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Vollständiger Bericht

Kapitel einzeln

Stadtwerke Heidelberg Bäder

Sport und Freizeit
in anderen Bahnen

Ich bin Gerd Anweiler vom Bäder-Team. Kein einfaches Jahr, aber wir haben das Beste draus gemacht. Zum Beispiel mit fest buchbaren Zeitblöcken und »Einbahn schwimmen« im Sommer. Hoffentlich können wir bald wieder regulär öffnen. Wir sind bereit.
Läuft!

Stadtwerke Heidelberg

Bäder

Die Stadtwerke Heidelberg Bäder betreiben drei Hallenbäder sowie zwei Freibäder in Heidelberg und sind zusätzlich für den Betrieb des Schwimmbads am Olympiastützpunkt Rhein-Neckar im Neuenheimer Feld sowie des Gisela-Mierke-Hallenbads in Eppelheim zuständig. Ende 2020 waren 28 Mitarbeiter bei den Stadtwerken Heidelberg Bäder beschäftigt.

Bäderlandschaft

Die drei Hallen- und zwei Freibäder in Heidelberg bieten allen Bürgerinnen und Bürgern günstige und attraktive Möglichkeiten für Sport und Erholung. Damit zählen sie zu den beliebtesten Freizeitorten in Heidelberg.

Hallenbäder in Heidelberg

Das Hallenbad Hasenleiser in Heidelberg-Hasenleiser
  • Geöffnet von Herbst bis Frühling.
  • Mit finnischer Sauna und Biosauna, zahlreichen Kursen sowie mehreren großen Spiele-Events für Kinder und Jugendliche im Jahr.
Das City-Bad mitten in der Stadt
  • Geöffnet von Herbst bis Frühling.
  • Zahlreiche Schwimm- und Aquafitness-Kurse.
Das Hallenbad Köpfel in Heidelberg-Ziegelhausen
  • Ganzjährig geöffnet.
  • Mit Sauna, Liegewiese, Sonnenterrasse und
    Spielplatz.
  • Großes Kursangebot.

Freibäder in Heidelberg

Das Tiergartenbad im Neuenheimer Feld
  • Geöffnet von Mitte Mai bis Mitte September.
  • Mit großem Park, Sprunganlagen, Rutschbahnen und Sportmöglichkeiten.
Das Thermalbad in Heidelberg-Bergheim
  • Geöffnet von Mitte April bis Mitte Oktober.
  • Mit beheiztem Wasser und der längsten
    Freibad-Saison in der Region.
  • Zu Saisonbeginn und im Herbst mit mobilem Saunawagen.

Unser Umfeld

Zuschussgeschäft öffentlicher Badbetrieb

Öffentliche Bäder bieten Vereinen die Möglichkeit zu trainieren, Schüler können dort Schwimmen lernen und Freizeitsportler zu vergleichsweise geringen Eintrittspreisen ihre Bahnen ziehen. Um dieses Angebot sicherstellen zu können, subventionieren die Städte und Gemeinden bundesweit jedes öffentliche Bad durchschnittlich mit einer Million Euro pro Jahr. Diese Kosten trugen dazu bei, dass zahlreiche Städte und Gemeinden in den vergangenen Jahren ihre Bäder aufgegeben haben.

Jeder Badbesuch in Heidelberg
wird im Normalbetrieb mit

rund zehn Euro

bezuschusst

Auch in Heidelberg benötigt jedes der fünf Bäder im Normalbetrieb über die Eintrittsgelder hinaus Zuschüsse in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro. Das bedeutet: Jeder Badbesuch wird mit rund zehn Euro aus öffentlichen Mitteln bezuschusst.

Um die Herausforderung der Bäder-Finanzierung zu stemmen, arbeiten die Stadtwerke Heidelberg Bäder kontinuierlich daran, die Lücke zwischen den Einnahmen und den Kosten für den Betrieb zu verringern: Durch attraktive Angebote möchten sie viele Gäste anziehen und gleichzeitig durch effizientes Wirtschaften die Kosten senken. Da die Auslastung bei den Freibädern vor allem durch das Wetter bestimmt ist, setzt sich das Bäder-Team vor allem in den Hallenbädern dafür ein, die Auslastung durch attraktive Angebote zu erhöhen.

Herausforderung Bäderpersonal

Bundesweit herrscht seit einigen Jahren Personalmangel in der Bäderbranche. Seit 2018 investieren die Stadtwerke Heidelberg daher verstärkt in das Personal- und Ausbildungsmarketing. Im Jahr 2020 startete eine neue Arbeitgeber-Kampa­gne, die als einen Schwerpunkt potenzielle Bewerber für die Bäder adressiert. Noch im selben Jahr konnte das Bäder-Team um vier festangestellte Mitarbeitende erweitert werden. Der Personalbedarf war 2020 besonders hoch, denn die Vorgaben von Bund und Ländern zum Schutz vor dem Corona-Virus in den Bädern umfassten viele personalintensive Maßnahmen.

Vorgaben von Bund und Ländern bestimmten den Badebetrieb 2020

Das Bäder-Jahr 2020 stand primär unter dem Einfluss der Corona-Situation. Ab dem 17. März waren die Hallenbäder in Heidelberg gemäß der Vorgabe von Bund und Land geschlossen. Die geplante Eröffnung des Thermalbads im April und des Tiergartenbads im Mai wurde ­ausgesetzt.

Das Bäder-Team hatte die Zeit seit der Bäderschließung genutzt, um gemeinsam mit Branchenvertretern und basierend auf Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen verschiedene Szenarien für einen Corona-Sonderbetrieb zu entwickeln. So hat das Team im Frühling 2020 ein Online-Reservierungssystem aufgebaut, das eine Begrenzung der Besucherzahl, einen weitestgehend kontaktlosen Zutritt zu den Bädern sowie die rechtlich vorgeschriebene Erfassung der Besucherdaten sicherstellen sollte. Zudem wurden Abstands- und Hygienemaßnahmen sowie die begleitende Kommunikation vorbereitet.

Vorausschauend

Online-
Reservierungssystem

aufgebaut

Erst am 6. Juni durften Freibäder und Seen wieder öffnen. Hallenbäder blieben dagegen geschlossen. Allerdings hat das Land seine Vorgaben für das Hygienekonzept erst einige Tage später veröffentlicht. Weil das bisherige Konzept der ­Stadtwerke Heidelberg Bäder noch einmal anzupassen war, konnten die Bäder erst einige Tage später öffnen. Am Freitag, den 19. Juni 2020, um 8 Uhr startete zunächst das Tiergartenbad mit einem Corona-Sonderbetrieb in den besonderen Badesommer 2020. Dieses Mal öffnete es – anders als sonst – als erstes Bad zur Sommersaison, weil es im Eingangsbereich und auf dem Gelände mehr Platz als das Thermalbad bietet. Aufgrund der Erfahrungen mit dem Sonderbetrieb im Tiergartenbad passte das Bäder-Team dann das Hygienekonzept für das platzmäßig deutlich begrenztere Thermalbad an. Parallel suchten die Stadtwerke Heidelberg Bäder weitere Saisonkräfte, um den personalintensiven Sonderbetrieb abdecken zu können. Mehr Personal war vor allem für die vorgeschriebenen Überwachungsaufgaben sowie für zusätzliche Reinigungsmaßnahmen erforderlich. Am Dienstag, den 14. Juli 2020, konnte schließlich auch das beliebte Bergheimer Thermalbad in die Corona-Sommersaison starten.
Am 21. September 2020 begann der Saisonwechsel: Das Tiergartenbad schloss, die Hallenbäder Köpfel und das City-Bad öffneten, während im Hallenbad Hasenleiser nur Schulschwimmen möglich war. Am 12. Oktober ging dann auch das Thermalbad in die Winterpause und das Hallenbad Hasenleiser öffnete für den allgemeinen Badebetrieb. Kurz darauf, am 2. November 2020, wurden alle Bäder aufgrund der Beschlüsse der Bundesregierung vom 28. ­Oktober 2020 erneut geschlossen.

Neue Geschäftsführung

Im Jahr 2020 wechselte die Geschäftsführung bei den Bädern: Neue Geschäftsführerin ist die Juristin Maike Carstens, gleichzeitig Stabsstellenleiterin für Zentrales Projektmanagement bei den Stadtwerken Heidelberg.

»Einbahnschwimmen« im Kreis während des Corona-Sonderbetriebs

Um im Corona-Jahr 2020 auch im Becken Abstand wahren zu können, hat das Bäder-Team Doppelbahnen für das »Einbahnschwimmen« im Kreis abgetrennt.

»Einbahnschwimmen« im Kreis während des Corona-Sonderbetriebs

Um im Corona-Jahr 2020 auch im Becken Abstand wahren zu können, hat das Bäder-Team Doppelbahnen für das »Einbahnschwimmen« im Kreis abgetrennt.

Unsere Leistungen

Angebote in den Bädern

Um die Auslastung insbesondere in den Hallenbädern zu erhöhen, waren für das Jahr 2020 wieder viele Kurse und Events für verschiedene Zielgruppen geplant. Die Schwimm-, Kraul- und Aquafitness-Kurse fanden bis zur ersten Bäderschließung statt und wurden auch in der Zeit zwischen der Wiedereröffnung im Herbst und der erneuten Schließung Anfang November wieder angeboten.

Auch das begehrte Meerjungfrauenschwimmen stand wieder auf dem Plan: Kinder und Jugendliche ab sieben Jahren sowie Erwachsene können dabei den Umgang mit der Mono-Flosse lernen. Diese Sportart trainiert die Koordination und Beweglichkeit, hält fit und fordert den ganzen Körper. Im Januar und Februar 2020 fanden insgesamt drei Kurse statt.

Im Januar und Februar fand noch das beliebte Meerjungfrauenschwimmen statt. Das Schwimmen mit der Mono-Flosse trainiert Koordination und Beweglichkeit.

Das beliebte Meerjungfrauenschwimmen fand noch statt
Das beliebte Meerjungfrauenschwimmen fand noch statt

Im Januar und Februar fand noch das beliebte Meerjungfrauenschwimmen statt. Das Schwimmen mit der Mono-Flosse trainiert Koordination und Beweglichkeit.

Das sonst bis zu drei Mal jährlich stattfindende Event Kunterbunter Badespaß für Kinder und Jugendliche gab es im vergangenen Jahr nur einmal: Am Samstag, den 15. Februar 2020, stand der Nachmittag ganz im Zeichen des Faschings.

Kunterbunter ­Badespaß im Hallenbad ­Hasenleiser zu Fasching im Februar 2020

Zu Fasching im Februar 2020 konnte noch ein ­Kunterbunter ­Badespaß im Hallenbad ­Hasenleiser stattfinden.

Kunterbunter ­Badespaß im Hallenbad ­Hasenleiser zu Fasching im Februar 2020

Zu Fasching im Februar 2020 konnte noch ein ­Kunterbunter ­Badespaß im Hallenbad ­Hasenleiser stattfinden.

135 Kinder kamen zum

Kunterbunten
Badespaß

Das Bäder-Team bot viele Spielgeräte und Animationsspiele an. 135 Kinder besuchten das Event.

Weitere Veranstaltungen waren im Corona-Jahr 2020 leider nicht möglich. Aus Kapazitätsgründen blieben auch die Saunen geschlossen. Im Thermalbad wurde auf die Aufstellung des Saunawagens verzichtet, da die Vorgaben nur eine gleichzeitige Nutzung durch maximal drei Personen erlaubten. Dafür hätten zusätzliche Aufsichtspersonen bereitgestellt werden müssen.

Corona-Sonderbetrieb

Rechtzeitig vor der Eröffnung der Bäder im Juni 2020 wurde das Konzept für den Corona-Sonderbetrieb veröffentlicht. Hier seine Eckpunkte:

  • Die maximale Anzahl der gleichzeitigen Besucher war begrenzt. Damit jedoch möglichst viele Gäste über den Tag verteilt die Bäder nutzen konnten, ­waren 1,5- bis 3,5-stündige Zeitblöcke buchbar. Dazwischen reinigte und desinfizierte das Bäder-Team das leere Bad.
  • Ins Tiergartenbad durften bei fünf Zeitblöcken jeweils maximal 200 Personen pro Block ins Bad und maximal 100 Personen gleichzeitig ins Becken. Zum Vergleich: An Hochsommertagen sind sonst oft bis zu 8.000 Menschen am Tag im Bad.
  • Zugänglich waren die Bäder erst nach einer Online-Reservierung. Badegäste ohne Internet-Zugang konnten im ENERGIEladen oder im Kundenzentrum reservieren.
  • Das Bäder-Team überwachte die Beckenzugänge und wies den Gästen Doppelbahnen zu. Geschwommen wurde im Kreis, um Abstand zu sichern.
  • Abstandsmarkierungen, Beschilderungen und zusätzliches Sicherheits- und Aufsichtspersonal sorgten für die Einhaltung der Corona-Baderegeln. Besondere Angebote und Attraktionen, wie das Kinderbecken, Rutschen, Sprungtürme und Sportfelder waren laut rechtlicher Vorgaben gesondert zu überwachen. Das Bäder-Team öffnete diese Angebote in Abhängigkeit vom Personalstand so oft wie möglich.

Saisonkräfte für Zusatzaufgaben ­eingestellt

Die vorgeschriebenen Aufsichtspflichten im Corona-Sonderbetrieb erforderten es, kurzfristig viele Saisonkräfte einzustellen. Im Sommer 2020 haben die Stadtwerke Heidelberg daher innerhalb weniger Tage zahlreiche Bewerbungsgespräche geführt und schließlich 15 Saisonkräfte eingestellt. Im Herbst wendete sich die Antifaschistische Aktion Heidelberg an die Presse sowie an die Stadtwerke Heidelberg und verwies auf verschiedene Fundstellen im Internet, in denen eine der Aushilfen als Vertreter rechtsradikaler Positionen dargestellt wurde. Die Stadtwerke Heidelberg führen auch beim Einstellen von Aushilfen standardmäßig ein Terror-Screening durch. Ergänzend ist ein Führungszeugnis vorzulegen. Beide Prüfmechanismen hatten in diesem Fall keine Auffälligkeiten ergeben. Da das Unternehmen sich von rechtsradikalen Positionen distanziert, wurde die Aushilfe für die verbleibenden zwei Wochen ihrer Saison-Anstellung von der Arbeit entbunden.

Schulschwimmen

noch vor Start des
öffentlichen Badebetriebs
ermöglicht

Flexibel bleiben und viel kommunizieren

Das Bäder-Team hat die Regelungen des Sonderbetriebs im Verlauf des Jahres kontinuierlich optimiert. So konnten aus technischen Gründen zunächst keine Dauer- und Mehrfachkarten im Reservierungssystem berücksichtigt werden. Erst nach einem Update im Oktober 2020 war dies möglich. Die Gültigkeit der Dauer- und Mehrfachkarten, die vor der Bäderschließung im März 2020 gekauft worden waren, wurde auf Antrag um den nicht nutzbaren Zeitraum verlängert.

Die Ausnahmesituation in den Bädern erforderte eine intensive kommunikative Begleitung: Die Stadtwerke Heidelberg Bäder richteten eine Hotline für Bürgeranfragen ein, boten umfassende Informationsmaterialien an und gaben auf der Homepage des Unternehmens regelmäßig aktualisierte Antworten auf die häufigsten Fragen.

Bädernutzung koordinieren

Während der Schließungszeit im Frühling und Frühsommer 2020 haben die Stadtwerke Heidelberg Bäder den Mitgliedern des Schwimmvereins (SV) Nikar ihre Freiflächen für Trainings außerhalb der Becken zur Verfügung gestellt. Bei der ersten zulässigen Gelegenheit öffneten sie die Bäder auch wieder für das Schulschwimmen – noch vor dem Start des öffentlichen Badebetriebs. Ob die einzelnen Schulen das Angebot nutzten, lag in ihrem eigenen Ermessen. Zeiträume, die für Schulen reserviert waren, aber nicht genutzt wurden, haben die Stadtwerke Heidelberg Bäder dem SV Nikar für Kindergartengruppen zur Verfügung gestellt: In diesen Kursen erhalten Kinder einen spielerischen Zugang zum Schwimmen und gewinnen so schon früh Sicherheit im Wasser.

Tiergartenbad: Viel Platz während des Corona-­Sonderbetriebs

Viel Platz im Tiergartenbad ­während des Corona-­Sonderbetriebs.

Tiergartenbad: Viel Platz während des Corona-­Sonderbetriebs

Viel Platz im Tiergartenbad ­während des Corona-­Sonderbetriebs.

Aufgabe des Bäder-Teams war es, die verschiedenen Nutzungen der Wasser- und Badflächen zu koordinieren. Dazu zählten die Schwimm- und Aquafitnesskurse des SV Nikar, der DLRG, der Franziska-van-Almsick-Initiative Heidelberger Kids auf Schwimmkurs und des Bäder-Teams selbst, das Schulschwimmen sowie der öffentliche Badebetrieb. Da für das Schulschwimmen und für den öffentlichen Badebetrieb unterschiedliche Vorgaben zur Belegung pro Flächeneinheit galten, gab es immer wieder Vermittlungsbedarf zwischen den verschiedenen Nutzergruppen.

Zeit für Modernisierungen genutzt

Die Stadtwerke Heidelberg haben die Zeiten der Bäderschließung dazu genutzt, um Modernisierungen vorzuziehen bzw. vorzubereiten. So haben sie im Ziegelhäuser Hallenbad Köpfel die Beleuchtung des Schwimmbeckens auf energiesparende LED umgestellt, das Tauchbecken im Saunabereich renoviert sowie den Wellnessbereich mit seiner Infrarotkabine und dem Massagesessel aufgefrischt. Im Tiergartenbad wurden neue Bodenbeläge für die Sportbereiche und Reparaturen an den Dächern beauftragt sowie eine neue Rutsche bestellt. Im Thermalbad wurde unter anderem der Sanitätsraum modernisiert. In allen Bädern konnten Optimierungen in den Technikräumen vorgezogen werden.

Preisanpassung zum Jahresstart 2020

Nach zehn Jahren stabiler Preise hatten die Stadtwerke Heidelberg Bäder zum Jahressart 2020 erstmals ihr Preissystem angepasst. Hintergrund waren die deutlich gestiegenen Betriebskosten: Die Personalkosten waren 34 Prozent, die Energie- und Instandhaltungskosten 25 Prozent höher als noch vor zehn Jahren. Hinzu kamen die laufenden Investitionen in Modernisierungen. Im selben Zeitraum waren laut des Bäderreports 2019 die Eintrittspreise bundesweit um zwei Prozent pro Jahr gestiegen. Die Stadtwerke Heidelberg Bäder haben die Preise für die Einzeltickets in den Hallenbädern und im Tiergartenbad um ca. 12,5 Prozent bzw. im Thermalbad um 20 Prozent erhöht und lagen damit noch unter der bundesweiten Bädereintrittspreis-Steigerung.

Das Tiergartenbad startete mit einem rundum erneuerten Planschbecken für die Kleinsten in die Saison.

Tiergartenbad: Saisonstart mit einem rundum erneuerten Planschbecken für die Kleinsten
Tiergartenbad: Saisonstart mit einem rundum erneuerten Planschbecken für die Kleinsten

Das Tiergartenbad startete mit einem rundum erneuerten Planschbecken für die Kleinsten in die Saison.

Mit der Erhöhung der ­Einzeleintrittspreise hat die Bädergesellschaft auch das Tarifsystem angepasst: Die Jahres- und Saisonkarten, die maximal zwölf Monate bzw. vier bis sechs Monate gültig und nicht übertragbar waren, sind seitdem durch rabattierte, übertragbare, drei Jahre gültige Mehrfachkarten ersetzt. Das neue System berücksichtigt verstärkt soziale Aspekte: Die Familienkarte wurde erweitert, Menschen ab einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 statt 80 Prozent erhalten bereits einen ermäßigten Zutritt in die Bäder, und einkommensschwache Personen mit dem Heidelberg-Pass oder dem Heidelberg-Pass+ erhalten nicht nur Einzeleintritte, sondern nun auch andere Tickets vergünstigt.

Das übersichtlichere und flexiblere neue Eintrittssystem wurde weitgehend positiv aufgenommen. Kritische Stimmen gab es wegen der Abschaffung der Saison- und Jahreskarten, die für Vielnutzer den Einzeleintritt teilweise auf unter einen Euro gesenkt hatten. Für diese vergleichsweise kleine Gruppe waren die Veränderungen am einschneidendsten. Gleichzeitig konnten diese Besucher lange im besonderen Maß von der durchschnittlichen Bezuschussung von zehn Euro pro Badbesuch profitieren.

Neues Preissystem

wurde überwiegend positiv
aufgenommen

Im Oktober 2020 boten die Stadtwerke Heidelberg Bäder allen Jahreskartenbesitzern an, ihre Zeitkarte gegen eine neue, ab diesem Zeitpunkt für drei Jahre gültige Hunderter-Mehrfachkarte einzutauschen. Damit kam die Gesellschaft vor allem langjährigen Gästen entgegen, die befürchteten, ihre Karte während der Restlaufzeit im begrenzten Corona-Sonderbetrieb nicht mehr oft genug einsetzen zu können.

Ergebnisse

Besucherzahlen

Die Besucherzahl der Freibäder lag 2020 mit 73.894 (Vorjahr: 292.166) Badegästen deutlich unter dem Vorjahr. Auch bei den Hallenbädern gingen die Besucherzahlen stark zurück: Die Stadtwerke Heidelberg Bäder zählten 83.997 (Vorjahr. 253.938) Gäste. Der Grund für den Rückgang lag in den Schließungen der Bäder während der beiden Lockdowns sowie in der Begrenzung der Gästeanzahl während des Corona-Sonderbetriebs.

Umsatz, Investitionen und wirtschaftliches Ergebnis

Der Umsatz der Bäder lag 2020 Corona-bedingt bei 0,9 (Vorjahr: 1,9) Millionen Euro. Die Investitionen betrugen 0,5 (Vorjahr: 0,7) Millionen Euro.

Der Bäderbetrieb führt regelmäßig zu einem Jahresfehlbetrag. Im Jahr 2020 lag er mit 6,8 Millionen Euro über dem Vorjahr (6,2). Sein Anstieg ist bedingt durch geringere Besucherzahlen und damit reduzierte Erlöse im Corona-Jahr 2020.

Ausblick

Auch das Jahr 2021 wird durch die Maßnahmen zum Schutz vor dem Corona-­Virus geprägt sein. Die Stadtwerke Heidelberg Bäder werden weiterhin dafür sorgen, den verschiedenen Nutzergruppen unter diesen eingrenzenden Bedingungen einen gut funktionierenden Badebetrieb zu bieten – vorausgesetzt, die Öffnung der Bäder ist erlaubt. Zudem sollen neue technische Lösungen dazu beitragen, dass die Zugänge flexibler werden und somit noch mehr Badegäste die Bäder nutzen können.

Parallel zum Corona-Sonderbetrieb arbeiten die Stadtwerke Heidelberg Bäder daran, das Saunaangebot vor allem im Hallenbad Köpfel auszubauen und verstärkt für dieses Angebot zu werben. In Vorbereitung ist zudem ein Konzept, um Partnerschaften und Kooperationen für gemeinnützige Zwecke rund um das Baden und Schwimmen auszubauen. Unter anderem werden Charity-Konzepte für die Förderung des Schwimmenlernen bei Kindern und Jugendlichen geprüft.

Auf der Agenda stehen auch wieder Modernisierungen: So soll die im Jahr 2020 beauftragte Dachsanierung im Tiergartenbad bis 2022 umgesetzt sowie die Beckenwassererwärmung erneuert werden. Die über zwanzig Jahre alte Solarthermie-Anlage wird durch eine sehr effiziente Wärmepumpen-­Anlage sowie eine Photovoltaik-Anlage ersetzt. Auch im Jahr 2021 werden die Bäder-Liegenschaften regelmäßig kontrolliert, um Modernisierungsbedarf frühzeitig erfassen und einplanen zu können.

Im Jahr 2021 steht außerdem die Revalidierung des Tiergartenbades sowie die erstmalige Zertifizierung des Gisela-Mierke-Bades als nachhaltig wirtschaftende Betriebe an.