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Kapitel einzeln

Stadtwerke Heidelberg

Nachhaltigkeit für Heidelberg, für morgen, für DICH

Nachhaltigkeit ist eine Leitplanke unseres Handelns. Denn wir wissen: So haben wir beste Chancen für die Zukunft. Als Gesellschaft ebenso wie als Unternehmen. Deshalb zeigen wir Ihnen seit zehn Jahren, wo wir in Sachen Nachhaltigkeit stehen und wohin wir gehen. Auch dieses Jahr gerne wieder.

Nachhaltig­keits-

Kennzahlen und -management

Als hundertprozentig kommunales Unternehmen sind Verantwortung für die Menschen und die Umwelt vor Ort Teil unseres Geschäftsmodells. Diese Haltung spiegelt sich nicht nur in unseren Produkten und Dienstleistungen wider, sondern auch in unseren täglichen Abläufen. Dass uns ein sparsamer und rationeller Umgang mit Energie, Wasser und anderen Ressourcen sowie der Einsatz umweltverträglicher Materialien wichtig ist, zeigen wir seit 25 Jahren: Als eines der ersten Unternehmen der Versorgungsbranche haben wir 1995 ein freiwilliges Umweltmanagementsystem nach der europäischen EMAS-Verordnung aufgebaut – ein Jahr, bevor die Verordnung in Kraft trat. Und bis heute sind wir dem anspruchsvollen EMAS-System treu geblieben.

Seither erheben wir regelmäßig Umweltkennzahlen und seit zehn Jahren ergänzend wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Indikatoren. Die Nachhaltigkeitskennzahlen leiten sich aus unseren strategischen Zielen ab, die wir unter anderem in der Energiekonzeption 2020/ 2030 und der Strategie Stadtwerke Heidelberg festgelegt haben. Mit ihrer Hilfe prüfen wir jährlich, wie sich unsere Leistungen unter den verschiedenen Perspektiven entwickelt haben, wo wir Verbesserungsbedarf haben und welche Maßnahmen geeignet sind, unsere Ziele zu erreichen. Zudem zeigen wir der interessierten Öffentlichkeit so, wo wir stehen und wie wir uns entwickelt haben.

Die Kennzahlen werden jährlich aus verschiedenen Unternehmensbereichen zusammengeführt und von der Geschäftsführung als oberster verantwortlichen Stelle für Nachhaltigkeit bewertet. Nachhaltigkeitsaspekte haben wir darüber hinaus in unser konzernweites Risikomanagement integriert sowie in verschiedenen Leitbildern und Codizes berücksichtigt.

Leitbilder und Codizes rund um Nachhaltigkeit

  • Strategie Stadtwerke Heidelberg 2022
  • Energiekonzeption 2020/ 2030
  • Umweltleitlinien
  • Anti-Korruptions-Richtlinie
  • Datenschutz-Richtlinie
  • Gleichstellungsgrundsätze

Finanzen

Zuschüsse für Bäder und ÖPNV

Das wirtschaftliche Ergebnis der Stadtwerke Heidelberg wird von den Verlusten für die Bäder und den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie von den Gewinnen im Versorgungsbereich geprägt. Die Bäder und der ÖPNV sind als Service-Angebote für die Bürger in den meisten Kommunen Verlustbringer: Im bundesweiten Benchmark verursacht ein Bad durchschnittlich eine Million Euro Verlust. Bei dieser Summe hat sich auch das Ergebnis der Bäder bei den Stadtwerken Heidelberg eingependelt. In 2019 lag der Verlust bei 6,2 (Vorjahr: 5,4) Millionen Euro für fünf Bäder. Der erhöhte Verlust in 2019 ergibt sich aus vermehrten Instandhaltungsmaßnahmen sowie einem gesteigerten Personaleinsatz.

Für den öffentlichen Personennahverkehr mit Bus und Bahnen, betrieben von dem städteübergreifenden Unternehmen Rhein Neckar Verkehr GmbH (rnv) für Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen, wird für die nächsten Jahre ein Verlust von rund 28 bis 29 Millionen Euro kalkuliert. Die Heidelberger Straßen- und Bergbahn (HSB) übernimmt die Verluste aus dem operativen Geschäft der rnv in Heidelberg. Im Jahr 2019 betrug der Verlust der HSB 26,4 (Vorjahr: 27,8) Millionen Euro.

Ergebnis wieder über ziel

Dem gegenüber stehen Gewinne aus dem Versorgungsbereich der Stadtwerke Heidelberg. Im Bereich der Stadtwerke Energie, Netze und Umwelt liegt der Fokus des Unternehmens darauf, eine wirtschaftliche Optimierung bei gleichzeitigem Wachstum zu erreichen. Dazu werden seit 2009 aufeinander aufbauende Restrukturierungs- und Modernisierungsprogramme umgesetzt, die seither sukzessive ergebniswirksam werden. Die Programme umfassen einen sozialverträglichen Mitarbeiterabbau durch Altersteilzeitregelungen oder Ringtausch im Unternehmen und mit der Stadtverwaltung Heidelberg. Diese Aktivitäten haben zu Kostensenkungen im gesamten Versorgungsbereich geführt. Insgesamt lag der Ergebnisbeitrag der Gesellschaften des Versorgungsbereichs und der Garagengesellschaft im Jahr 2019 daher bei 16,9 (Vorjahr: 16,5) Millionen Euro. Damit wurde das anvisierte Ergebnis von 13,8 Millionen Euro um 3,1 Millionen Euro übertroffen.

Aus den Ergebnissen der einzelnen Gesellschaften ergibt sich damit insgesamt ein Jahresfehlbetrag von 15,8 (Vorjahr: 16,7) Millionen Euro. Im Konzernabschluss beträgt der Jahresfehlbetrag 16,7 (Vorjahr: 17,3) Millionen Euro. Die Differenz erklärt sich aus unterschiedlichen bilanziellen Vorschriften für die Berücksichtigung von Firmenwerten im Konzernergebnis. Im Rahmen des Jahresabschlusses wurden 15,8 Millionen Euro aus der Kapitalrücklage entnommen, so dass ein ausgeglichenes Bilanzergebnis der Stadtwerke Heidelberg als Obergesellschaft erzielt wurde.

Umweltschutz

Umweltmanagement mit Tradition

Seit dem Jahr 1995 bilanzieren wir im Rahmen unseres Umweltmanagementsystems nach der europäischen EMAS-Verordnung jährlich unsere Umweltwirkungen, schreiben ein systematisches Umweltprogramm mit Zielen und Maßnahmen fort und führen alle drei Jahre eine Umweltbetriebsprüfung durch. Ihre Ergebnisse werden von einem externen Gutachter validiert und in einer umfassenden Umwelterklärung veröffentlicht. In den Jahren dazwischen bieten wir der interessierten Öffentlichkeit eine aktualisierte Umwelterklärung auf unserer Homepage.

EMAS-
UMWELT-
ERKLÄRUNG

veröffentlicht unter
www.swhd.de/verantwortung

Umweltwirkungen

durch Eigenverbrauch inklusive Dienstleistungen1

Material­effizienz (kg) 2019 2018 2017
Gefahr­stoffe 49.828 50.907 48.579

Energie­effizienz (MWh) 1
Strom-Eigen­erzeugung 62.317 59.563 57.137
Strom-Eigen­erzeugung aus erneuerbaren Energien 48.498 46.575 43.998
Wärme-Eigen­erzeugung 169.057 162.496 178.292
Wärme-Eigen­erzeugung aus erneuerbaren Energien 99.634 92.312 98.040
Gesamt-Energie­verbrauch (Strom, Fernwärme, Gas) (MWh) 193.047 187.800 198.239
Treib­stoffe 2 (MWh) 1.411 1.445 1.487
Anteil erneuer­barer Energien am Gesamt-­Strom­verbrauch (%) 72 70 74
Anteil erneuer­barer Energien am Gesamt-Wärmeverbrauch (%) 20 19 20

Wasser (m3)
Wasser­verbrauch 148.428 169.519 153.079

Abfälle 1,3 (t)
Abfälle gesamt 19.828,­93 13.773,­20 17.250,­50
Abfälle zur Verwertung 19.642,­63 13.341,­90 16.949,­00
Abfälle zur Beseitigung 111,3 157,9 72,8
Gefährliche Abfälle zur Verwertung 71,9 273,4 227,8
Gefährliche Abfälle zur Beseitigung 3,1 0,03 0,9

Emissionen4 (t)
Gesamt­emission Treibhaus­gase (CO2-Äquivalent) 5 17.356 18.633 18.554
Sonstige Emissionen in der Luft: CO, NOX, SO2, Staub 131,6 127,6 132,2

Flächen­verbrauch in Bezug auf biologische Vielfalt 6 (m2)
Gesamt­flächen­verbrauch 548.028 548.028 549.499
Naturnahe Flächen 271.413 271.413 271.413
Versiegelte Flächen 145.386 145.386 148.955

1 | Nicht regional begrenzt
2 | Änderung der Berechnungsgrundlage
3 | Antizyklische Entsorgung
4 | Änderung der Berechnungsgrundlage
5 | Emissionen aus dem Eigenverbrauch und dem Brennstoffverbrauch zur Eigenerzeugung sowie Schlupf von SF6, F-Gasen und Methan
6 | Ohne Stadtwerke Neckargemünd

Materialverbrauch

Die Bandbreite der eingesetzten Materialien im Unternehmen ist groß und reicht von Netzrohren über Brennstoffe bis hin zu Papier in der Verwaltung. Soweit rechtlich möglich, werden regionale Lieferanten ausgewählt. So ist beim Einkauf des Grünschnitts und Landschaftspflegema­terials zum Betrieb des Holz-Heizkraftwerks ein Entfernungsradius in den Ausschreibungsunterlagen festgelegt. Im Fuhrpark werden Kriterien wie Lärm- und Schadstoff­emissionen berücksichtigt.

Bei Ausschreibungen für Printprodukte wird weitgehend Recyclingpapier, möglichst mit dem Umweltzeichen Blauer ­Engel, ­ge­fordert. Alternativ kommt für einige Einsatzzwecke FSC-Papier zum Einsatz. Zudem wird ausschließlich klimaneutraler Druck in Ausschreibungen gefordert. Auch um die CO2-Emissionen von Postsendungen auszugleichen, unterstützen die Stadt­werke Heidelberg CO2-Kompensationsprojekte. In den internen Prozessen wird der Papierverbrauch durch weitere Digitalisierung reduziert.

MIKROPLASTIK
AUF DER SPUR

Lieferantenanfragen durchgeführt

Einen besonderen Fokus haben die Stadtwerke Heidelberg im Jahr 2019 auf ökologische Kriterien bei Reinigungsarbeiten gelegt. Lieferantenanfragen haben ergeben, dass die beauftragte Reinigungsfirma keine Mittel verwendet, die primäre Mikroplastik enthalten oder die nicht biologisch abbaubar sind. Mit der Neu-Ausschreibung der Reinigungsleistungen für die künftige neue Hauptverwaltung des Unternehmens wird diese Anforderung ab 2021 zudem vertraglich fixiert. Folgende Kriterien sollen dabei aufgenommen werden: Die Produkte sollen entweder den Blauen Engel haben oder von Herstellern mit einschlägigen Selbstverpflichtungen zum Verzicht auf Mikroplastik stammen, soweit sie für die vorgesehenen Einsatzzwecke geeignet sind.

Auch bei den Reinigungsmitteln, die in den Teeküchen und Sanitärbereichen eingesetzt werden, gilt, dass vorwiegend biologisch abbaubare Produkte zum Einsatz kommen. Hier konnte durch Abgleich mit Warentests ausgeschlossen werden, dass in den eingesetzten Mitteln Mikroplastik enthalten ist. Zudem wurden die Fachabteilungen aufgefordert, bei Spezialreiniger im technischen Bereich, falls vorhanden, Produkte mit dem Blauen Engel oder von Herstellern mit einschlägigen Selbstverpflichtungen zum Verzicht auf Mikroplastik zu verwenden, soweit sie marktverfügbar sind und vergleichbare Leistung zeigen wie die zu ersetzenden Produkte. Ausgenommen von dieser Beschaffungspraxis sind Reiniger für Geräte und Anlagen, für die spezielle Reinigungsmittel vom Hersteller empfohlen bzw. aus Garantiegründen vorgeschrieben sind.

Gefahrstoffe

In der Umweltbilanz wird auch die Menge der beschafften Gefahrstoffe erfasst. Im Jahr 2019 betrug sie 49,8 Tonnen. Der größte Anteil an Gefahrstoffen wird bei der Wasseraufbereitung in den Schwimmbädern verwendet. Neben Chlor kommen verschiedene Chemikalien zur Neutralisierung des ph-Wertes zum Einsatz. In zwei Bädern wurden Elektrolyseanlagen eingebaut, die den Einsatz von Chlor verringern, doch damit wurde eine verstärkte Anwendung an neutralisierender Säure erforderlich. Zu den mengenmäßig wichtigsten Gefahrstoffen zählen außerdem die Flockungsmittel für die Aufbereitung des Badewassers. In 2018 nahm der Verbrauch an Gefahrstoffen in den Bädern aufgrund des heißen Sommers zu, während sie im Jahr 2019 wetterbedingt wieder rückläufig war. Im Bereich der Gasnetze und -anlagen fallen Geruchsstoffe an, die dem Gas beigemischt werden, damit Entweichungen frühzeitig bemerkt werden können. Außerdem wird Stickstoff unter anderem für Druckprüfungen und Rohrleitungsspülungen eingesetzt. Weitere Gefahrstoffe werden in den Werkstätten verwendet. Im Rahmen des Umweltmanagementsystems finden regelmäßige Prüfungen zur Gefahrstoffsubstitution statt.

Energieverbrauch

Rund 67 (Vorjahr: 68) Prozent des Gesamt-Energieverbrauchs gehen auf die Nutzung von Gas zurück. Der größte Teil des eingesetzten Erd- und Biogases wird zur Erzeugung von Strom und Wärme in Anlagen der Stadtwerke Heidelberg Umwelt verwendet. Im Jahr 2019 ist ihr Gas-Verbrauch gegenüber dem Vorjahr aufgrund der etwas niedrigeren Temperaturen leicht gestiegen. Damit ging eine höhere Produktion an Strom und Wärme einher.

Rund 15 (Vorjahr: 14) Prozent des Energiebedarfs werden in Form von Fernwärme für Heizzwecke im Unternehmen eingesetzt. Der Fernwärmeverbrauch lag 2019 auf demselben Niveau wie 2017. Auch hier liegt der Grund im Temperaturverlauf über die beiden Jahre.

Der Anteil des Stroms am gesamten Energieverbrauch betrug 2019 18 (Vorjahr: 17) Prozent. Der Anteil des Stroms am gesamten Energieverbrauch betrug 2019 18 (Vorjahr: 17) Prozent. Die Steigerung ist unter anderem auf Bauarbeiten im ENERGIEpark Pfaffengrund zurückzuführen. Bei der Straßenbeleuchtung, einem weiteren wesentlichen Stromverbraucher, haben sich die Energieverbräuche im Bestand durch das Modernisierungsprogramm gemindert, allerdings sind neue Lichtpunkte auf den Konversionsflächen hinzugekommen, die den Verbrauch wiederum erhöhen.

Zusammengerechnet lag der Energie-Eigenverbrauch über die Energieträger Gas, Strom und Fernwärme 2019 mit insgesamt 193.047 (Vorjahr: 187.800) Megawattstunden zwar über dem Vorjahr, aber noch unter 2017. Diese Schwankungen sind maßgeblich auf die witterungsbedingt veränderte Eigenerzeugung an Strom und Wärme in den verschiedenen Jahren zurückzuführen.

Der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamt-Stromverbrauch hat zwischen 2018 und 2019 weiter zugenommen. Der Grund liegt in der leicht erhöhten Eigenerzeugung an Strom aus erneuerbaren Energien in 2019 sowie am Zuwachs im Energiemix der Stadtwerke Heidelberg Energie. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Wärme entspricht weitgehend demjenigen der Vorjahre.

Der Treibstoffverbrauch im Fuhrpark ist 2019 mit 1.411 (Vorjahr: 1.445) Megawattstunden wieder leicht gesunken und folgt damit dem Trend der letzten Jahre. Dafür gibt es mehrere Gründe: Im Zuge der Ersatzbeschaffung kommen immer effizientere Fahrzeuge und, wo immer möglich, Erdgas- und Elektrofahrzeuge zum Einsatz. Insgesamt waren Ende 2019 13 E-Mobile, betrieben mit Ökostrom, und 16 Erdgasfahrzeuge im Einsatz. 2019 startete zudem eine Studie zur zukunfts­orientierten Ausrichtung des Fuhrparks. Dienstfahrten im Stadtgebiet werden zunehmend mit Fahrrädern oder Pedelecs erledigt. Bei Dienstreisen haben, per Betriebsvereinbarung festgeschrieben, öffentliche Verkehrsmittel den Vorrang.

Wasserverbrauch und Abwasser

Trinkwasserverbrauch fällt bei den Stadtwerken Heidelberg vor allem bei den Schwimmbädern an, außerdem in der Wasserversorgung durch Spülungen des Rohrnetzes und als Überlauf bei den Trink­wasserspeichern, außerdem in den Werkstätten, der Verwaltung sowie den Immo­bilien der Berg­bahn und der Parkhäuser. Im Jahr 2019 ist der Wasserverbrauch gegenüber dem Vorjahr um rund zwölf Prozent gesunken und lag damit sogar unter dem Jahr 2017. Der hohe Wert in 2018 war durch den heißen Sommer mit einem hohen Verbrauch in den Schwimmbädern bedingt. Zudem sank der Wasserverbrauch bei den Bauarbeiten im ENERGIEpark Pfaffengrund. Darüber hinaus fanden im Jahr 2019 weniger Rohrnetzspülungen statt.

Besonders zu behandelnde Abwässer fallen im Bereich der Hallenbäder an. Dort kommen Chlorelektrolyse-Anlagen zum Einsatz. Neutralisationsanlagen stellen sicher, dass die Einleitungswerte der städtischen Abwassersatzung eingehalten werden.

In die Emissionsberechnung fließt auch der Einsatz von Grünschnitt und Landschaftspflegematerial im Holz-­Heizkraftwerk ein.

Holz-­Heizkraftwerk
Holz-­Heizkraftwerk

In die Emissionsberechnung fließt auch der Einsatz von Grünschnitt und Landschaftspflegematerial im Holz-­Heizkraftwerk ein.

Abfälle

Im Jahr 2019 fielen mit 19.642 (Vorjahr: 13.342) Tonnen verstärkt Abfälle zur Verwertung an. Der wesentliche Grund sind die Bautätigkeiten im ENERGIEpark Pfaffengrund. Mit 54 Prozent ist der größte Teil davon auf den Erdaushub für den Bau des Technikgebäudes zurückzuführen. Auch die dritt- und viertgrößten Fraktionen, Bauschutt sowie Straßenaushub, sind durch die Arbeiten auf dem Gelände bedingt: Hier spiegelt sich insbesondere der Abbruch von zwei Gebäuden wider. Weitere Abfälle zur Verwertung gehen auf das Holz-Heizkraftwerk zurück: Die Rost-Kesselasche ist mit rund 20 Prozent die zweitgrößte Abfallfraktion in dieser ­Kategorie. Zudem fallen Filterstäube aus der Anlage an, sie verursachen rund vier Prozent der Abfälle zur Verwertung.

Die Abfälle zur Beseitigung sind mit 111,3 (Vorjahr: 157,9) Tonnen gesunken. Im Wesentlichen ist diese Minderung auf eine antizyklische Entsorgung von Eisen-Mangan-Schlämmen aus der Wasseraufbereitung in 2018 zurückzuführen. Neu hinzu kam in 2019 Straßenausbruch aus den Abbruch­arbeiten auf dem Werksgelände Pfaffengrund, die den Rückgang der Schlämme teilweise kompensierten. Die größte Abfallfraktion zur Beseitigung stellt jedoch, unabhängig von diesen Verschiebungen, mit rund 76 Prozent der Restmüll dar.

Die gefährlichen Abfälle zur Verwertung haben sich im Jahr 2019 mit 71,9 (Vorjahr: 274) Tonnen deutlich verringert. Der Grund für den Rückgang liegt in der antizyklischen Entsorgung von Kabelendverschlüssen aus dem Bereich der Freileitungen in 2017 und 2018. Die größte Abfallfraktion mit rund 49,7 (Vorjahr: 48,8) Tonnen stellt der Elektroschrott dar. Dabei handelt sich um Zählermodelle bei Kunden, die aufgrund gesetzlicher Vorgaben durch Zähler neuer Generation auszutauschen sind.

Die gefährlichen Abfälle zur Beseitigung sind mit 3,1 (Vorjahr: 0,03) Tonnen deutlich angestiegen. Hier schlägt die antizyklische Entsorgung von Trockenbatterien sowie der Abbruch eines Gebäudes mit Asbest auf dem Werksgelände Pfaffengrund zu Buche.

In der Summe ist das Abfallaufkommen, vor allem bedingt durch die Bautätigkeiten des Unternehmens, auf 19.829 (Vorjahr: 13.773) Tonnen gestiegen. Die Stadtwerke Heidelberg sorgen, wo immer möglich, für ein Recycling bzw. eine Wiederverwertung der anfallenden Stoffe. Ansatzpunkte für Optimierungen im Bereich Abfall liegen vor allem im Bereich Restmüll. Im Zuge des geplanten Umzugs der Hauptverwaltung inklusive der Werkstätten in ein neues Gebäude im Frühjahr 2021 wird daher ein neues Konzept für die Abfalltrennung aufgesetzt.

Emissionen

Der Berechnung der Treibhausgas- und der Schadstoffemissionen liegen die Einsatzmengen verschiedener Energieträger für die Eigenerzeugung in den Anlagen der Stadtwerke Heidelberg sowie der Treibstoffe im Fuhrpark zugrunde. Die Emissionswerte werden über Emissionsfaktoren ermittelt. Hinzu kommen Entweichungen von SF6 in Strom-Schaltanlagen, von Methan in Gasanlagen und von F-Gasen aus Klima- und Kälteanlagen. Die Minderung der Emissionen in 2019 ist vor allem auf die Reduzierung der F-Gase in den Klimaanlagen zurückzuführen: Durch Austausch von Altgeräten und intensivierte Kontrollen sanken die Emissionen. Mindernd wirkte sich außerdem ein verstärkter Einsatz von Biomethan in den BHKW aus, der parallel den Erdgas-Verbrauch gegenüber zum Vorjahr reduzierte.

Personal

Mitarbeiter

Zum Jahresende waren bei den Stadtwerken Heidelberg 1.070 (Vorjahr: 1.073) Mitarbeiter beschäftigt, davon 268 (Vorjahr: 289), die von der Heidelberger Straßen- und Bergbahn an das Verkehrsunternehmen rnv überlassen wurden und nicht mehr für den Konzern tätig sind. Der Stand Ende 2019 umfasst auch 61 (Vorjahr: 51) Mitarbeiter in der Freistellungsphase der Altersteilzeit. Hinzu kommen 44 Wagenbegleiter bei den Heidelberger Bergbahnen. Insgesamt ist die Anzahl der Mitarbeiter gegenüber dem Vorjahr nahezu gleichgeblieben. Bei der Bewertung der Daten sind zwei gegenläufige Trends zu berücksichtigen:

  • Seit rund zehn Jahren begleitet das Thema Effizienz die Stadtwerke Heidelberg. Aufeinander aufbauende Projekte geben immer neue Impulse zur Kostensenkung. Auch im Jahr 2019 ist wieder ein neues Effizienzprojekt in ausgewählten Prozessen gestartet. Die Projekte sind mit einem sozialverträglichen Abbau von Mitarbeiterzahlen verbunden. Auf Basis einer Betriebsvereinbarung kommen seit 2010 Maßnahmen wie Altersteilzeit, Ringtausch und Qualifizierungen zum Einsatz.
  • Parallel hat sich jedoch das Aufgaben­spektrum erweitert: Die vielen Bauaktivitäten in Heidelberg erfordern verstärkten Personaleinsatz, zudem sind Themen wie Glasfaserausbau und Digitalisierung hinzugekommen. Das erfordert Kompetenz­aufbau und hat auch zu Neueinstellungen geführt.

Die Stadtwerke Heidelberg sind ein verlässlicher Arbeitgeber. Viele Mitarbeiter sind daher schon lange bei uns beschäftigt. Das spiegelt sich auch im Altersdurchschnitt wider: Rund 45 Prozent der Mitarbeiter (ohne rnv-Überlassene) sind über 50 Jahre alt. Betrachtet man ihre Anzahl ohne die Mitarbeiter in der Freistellungsphase der Altersteilzeit, sind es noch 37 Prozent. In den vergangenen Jahren hat bereits eine Verjüngung des Unternehmens stattgefunden. Ein Hintergrund dabei ist die Verschiebung der Aufgaben hin zu neuen Arbeitsfeldern.

BESCHÄFTIGTE1 2019 2018 2017
Stadtwerke Heidelberg 229 215 217
Stadtwerke Heidelberg Netze 349 353 341
Stadtwerke Heidelberg Energie 77 69 31
Stadtwerke Heidelberg Bäder 24 27 29
Stadtwerke Heidelberg Umwelt 11 12 25
Stadtwerke Heidelberg Garagen 3 2 2
Stadtwerke Heidelberg Techn. Dienste 95 92 86
Heidelberger Straßen- und Bergbahn2 14 14 13
Überlassen an die rnv 268 289 306
Stadtwerke Heidelberg Konzern 1.070 1.073 1.050
davon in Freistellungsphase der Altersteilzeit 61 51 54

1 | Angaben zum 31.12.2019 und gemäß organisatorischer Zuordnung. Personen, nicht Vollzeitkräfte. Ohne Auszubildende und Aushilfen.

2 | Ohne 44 Bergbahn-Wagenbegleiter.

ALTER bis 20 21–30 31–40 41–50 51–60 61–65
Anzahl1 4 90 181 170 272 85

1 | Angaben zum 31.12.2019. Personen, nicht Vollzeitkräfte. Ohne Auszubildende und Aushilfen, außerdem ohne rnv-Überlassene. Inklusive 61 Personen in der Freistellungsphase der Altersteilzeit.

2 | Ohne 44 Bergbahn-Wagenbegleiter.

Vielfalt und chancengleichheit

Bei den Stadtwerken Heidelberg gibt es zahlreiche Berufe, die traditionell eine Männerdomäne sind. Dennoch steigt der Frauenanteil im Unternehmen seit rund zehn Jahren kontinuierlich an. Ein Grund liegt in unseren veränderten Aufgaben. Auch 2019 hat sich der Frauenanteil um über fünf Prozent auf 30 Prozent erhöht. Bei den Führungskräften liegt er mit rund 23 Prozent unter dem Anteil im Gesamtunternehmen.

Um Chancengleichheit zu fördern, sind drei Beauftragte nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) – ein Mann und zwei Frauen – bei den Stadtwerken Heidelberg benannt.

Die Stadtwerke Heidelberg sind für Menschen mit Schwerbehinderungen offen. Ihr Anteil an allen Beschäftigten beträgt 8,2 Prozent und übersteigt damit den gesetzlich geforderten Wert von fünf Prozent.

Diversity1 % 2019 2018 2017
Frauenanteil 30,0 24,3 23,1
Frauenanteil an den oberen Führungskräften 23,4 23,2 19,8
Anteil von Mitarbeitern mit Schwerbehinderung 8,2 8,4 8,4

1 | Ohne rnv-Überlassene

Gute Basis für Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erreichen, unterstützen wir Teilzeitarbeit. Waren 2009 noch 8,8 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit beschäftigt, ist ihr Anteil im vergangenen Jahrzehnt auf fast 15 Prozent angestiegen. Zudem sorgen Sabbaticals, Homeoffice, Elternzeitfrühstücke und andere Angebote dafür, dass die Mitarbeiter ihre privaten Belange gut mit der Arbeit in Einklang bringen können. Ergänzend legen wir großen Wert darauf, sie bei herausfordernden familiären Situationen durch individuelle und flexible Lösungen zu unterstützen.

Familie und Beruf1 (%) 2019 2018 2017
Anteil Teilzeitkräfte 14,9 11,7 11,5

1 | Ohne rnv-Überlassene

In 2019 haben wir einen für ein tarifgebundenes Stadtwerk ungewöhnlichen Weg vorbereitet: Wir haben in einem bundesweiten, geförderten Forschungsprojekt zum Thema Digitalisierung und Arbeitswelt flexibles Arbeiten erprobt und Arbeitsmodelle für die Kommunalwirtschaft entwickelt. Auf Basis dieser Erfahrungen haben wir eine Betriebsvereinbarung für mobiles Arbeiten aufgesetzt. Am 1. April 2020 trat sie in Kraft und ermöglicht es seither sukzessive allen Mitarbeitern nach einer Einführungsphase, flexibel und ohne bürokratischen Aufwand auch außerhalb des Unternehmens zu arbeiten. Dabei kann zwischen zwei Zeitmodellen gewählt werden. Zusätzlich ist es möglich, auch an Samstagen bis zu fünf Stunden zu arbeiten – vorausgesetzt, die Vorgaben des geltenden Arbeitszeitrechts werden eingehalten. Damit die Einführung leicht gelingt, wurde bereits im Jahr 2019 ein Trainingsprogramm für Führungskräfte und Mitarbeiter gestartet. Mit diesem Modell sind die Stadtwerke Heidelberg ein Vorreiter in der Branche.

BRANCHEN-
VORREITER

beim mobilen
Arbeiten

AUSGEZEICHNET

als ehrenamtsfreundlicher Arbeitgeber 2019

Soziales Engagement der Beschäftigten gefördert

In 2019 haben wir vom baden-württembergischen Innenministerium eine Auszeichnung als ehrenamtsfreundlicher Arbeitgeber erhalten. Gewürdigt werden damit Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern den ehrenamtlichen Einsatz bei Notfällen wie Bränden, Naturkatastrophen oder großen Unfällen während der Arbeitszeit ermöglichen. Die Stadtwerke Heidelberg sind großzügig bei zeitlichen Freistellungen, wenn sich Mitarbeiter für Menschen vor Ort engagieren. Im Jahr 2019 waren es zwölf Beschäftigte, denen Arbeitszeit für ihr ehrenamtliches Engagement zur Verfügung gestellt wurden. Unterstützt werden etwa Einsätze als ehrenamtliche oder beisitzende Richter, als Schöffen, bei freiwilligen Feuerwehren, beim Technischen Hilfswerk oder bei anderen Rettungsdiensten. Auch Trainer oder Jugendbetreuer bei Sportvereinen werden vom Unternehmen bei der Ausübung dieser Tätigkeiten unterstützt. Diese Corporate-­Volunteering-Aktivitäten fördern soziale Kompetenzen und Teamfähigkeit bei den Mitarbeitern – zentrale Erfolgsfaktoren für das Unternehmen.

Hoher Stellenwert von Aus- und Weiterbildung

Ausbildung hat Tradition bei den Stadtwerken Heidelberg und wird auch künftig ihre hohe Bedeutung behalten. Denn wir wollen junge Talente schon früh für unser Unternehmen gewinnen. Im Jahr 2019 ist daher die Zahl der Auszubildenden auf 31 (Vorjahr: 26) gestiegen.

Unsere Ausbildungsplätze spiegeln unseren steigenden Bedarf an Beschäftigten mit energiewirtschaftlichem und technischem Hintergrund wider. Ausbildungsstellen in diesen Bereichen, aber auch bei den Bädern, mit geeigneten Kandidaten zu besetzen, wird jedoch zunehmend schwieriger. Deshalb haben wir im Jahr 2019 ein Projekt zur Positionierung der Stadtwerke Heidelberg als attraktiver Arbeitgeber fortgeführt. Die Stadtwerke Heidelberg bieten als Ausbildungsbetrieb zahlreiche Pluspunkte: Neben einer Arbeit mit Sinn und Verantwortung für die Region zählen dazu vor allem hohe Qualitätsstandards, Einblicke in viele Unternehmensbereiche, engagierte Ausbilder sowie Team-Events von der ersten Woche an. Engagierte Auszubildende mit guten Leistungen fördern die Stadtwerke Heidelberg auch individuell und bieten ihnen Fortbildungen sowie gute Übernahme-Chancen. Zudem profitieren Auszubildende von vielen sozialen Zusatzleistungen: von Jobticket über vergünstigte Eintrittskarten für die Bäder, Sportkurse und Sportgruppen bis hin zu einer guten Versorgung durch das Betriebsrestaurant.

AUSGEZEICHNET
MIT DEM LABEL

Faire Ausbildung 2020

Im Jahr 2019 wurde die Ausbildung bei den Stadtwerken Heidelberg durch das unabhängige Beratungs- und Marktforschungsunternehmen trendence auditiert. Unter anderem standen der Bewerbungsprozess, das Onboarding, Leistungen und Rahmenbedingungen für Auszubildende sowie deren Betreuung, Weiterentwicklung und mögliche Perspektiven auf dem Prüfstand. Dabei erreichten wir 85 Prozent der Gesamtpunktzahl. Zum Vergleich: Der Durchschnitt aller teilnehmenden Unternehmen lag bei 73 Prozent. Parallel wurden die Auszubildenden und dual Studierenden zur Ausbildungssituation bei uns befragt. Auch hier schnitten die Stadtwerke Heidelberg bestens ab: Über alle Bereiche hinweg haben die Azubis das Unternehmen gut bewertet, in den Feldern Arbeitswelt, Konditionen, Kultur und Unternehmen wurden ihre Erwartungen sogar übertroffen. Auf dieser Basis erhielten wir Anfang 2020 die Auszeichnung Faire Ausbildung 2020.

Im Programm zur Förderung von Fach- und Führungskräften, dem F3-Programm, erhalten zudem junge Akademiker über zwei Jahre hinweg die Möglichkeit, in unternehmensübergreifenden Projekten mitzuarbeiten oder sie sogar zu leiten. Das Programm schult den Blick der Young Professionals auf das Gesamtunternehmen. Seine bisherigen Absolventen haben nach erfolgreichem Abschluss verantwortliche Positionen im Unternehmen übernommen.

Auch Qualifizierung und Weiterbildung haben bei uns einen hohen Stellenwert, denn in Zeiten eines schwierigeren Arbeitsmarktes setzen wir darauf, neue Aufgaben auch über eine Qualifizierung von Mitarbeitern im Haus abzudecken und ihnen gleichzeitig ein berufliches Fortkommen über Fachkarrieren zu ermöglichen. Die Basis dafür ist eine Betriebsvereinbarung. Neben der finanziellen Förderung kommt das Unternehmen den Mitarbeitern auch zeitlich entgegen, etwa durch Freistellungen oder Sonderurlaube. In den vergangenen Jahren hat sich die Anzahl der Mitarbeiter, die sich berufsbegleitend qualifiziert haben, stetig erhöht.

FÜNF
SEMINARE

pro Jahr und
Mitarbeiter

Darüber hinaus bieten die Stadtwerke Heidelberg Inhouse-Schulungen zu einem breiten Themenspektrum an. Neu hinzu kamen im Jahr 2019 kleinere Workshops, sogenannte Power-Hours, in denen Methoden-Know-how für mobiles Arbeiten vermittelt wird. Durch neue Trainingsangebote stieg die Anzahl der Seminarbesuche weiter an. Im Durchschnitt nahm 2019 jeder Mitarbeiter an fünf (Vorjahr: 3,9) Seminaren teil.

Ausbildung 2019 2018 2017
Auszubildende1 14,9 11,7 11,5
davon Studierende der Berufsakademie 14,9 11,7 11,5
Teilnehmende des F3-Programms2 14,9 11,7 11,5

1 | Ohne rnv-Überlassene
2 | Programm zur Förderung von Fach- und Führungskräften

Weiterbildung1 2019 2018 2017
Seminarbesuche aller Mitarbeiter (intern und extern) 4.375 3.418 2.766
Seminarbesuche pro Mitarbeiter (intern und extern) 5,0 3,9 3,4
Durchschnittliche Reise- und Weiterbildungskosten (inkl. Coaching etc.) pro Mitarbeiter 1.802 1.685 1.584

1 | Ohne rnv-Überlassene

Engagement zum Schutz der Gesundheit

Die Stadtwerke Heidelberg bieten ihren Mitarbeitern ein breites Programm zur Gesundheitsförderung. Im Juni 2019 fand der jährliche Gesundheitstag mit einem vielseitigen Programm statt: Auf der Agenda standen Informationen zur Vorsorge, Beweglichkeit und gesunden Ernährung, diverse Gesundheits-Checks, Yoga zum Kennenlernen, Tipps zur aktiven Minipause und Kurzberatungen zu Schlafqualität und Schlafhygiene.

Auch in 2019 konnten die Mitarbeiter unter zahlreichen Fitnesskursen, wie Aquajogging und -biking, wählen oder sich an Sportinitiativen wie Fußball, Laufen oder Tennis beteiligen. Teams des Unternehmens traten zu Lauf- und anderen Sport-Wettbewerben an. Zudem fördern vergünstigte Tickets für Mitarbeiter Bewegung durch Schwimmen in den Bädern der Stadtwerke Heidelberg.

Ergänzt wurde das Programm durch Gesundheits-Checks für alle Mitarbeiter, Beratungen zu gesunder Ernährung oder zur Work-Life-Balance sowie durch gesunde Ernährungsangebote bei Sitzungen und während der Pausenzeiten in der Kantine. Für Fälle, in denen Mitarbeiter eine besondere Unterstützung benötigen, stehen eine Fachkraft für psychische Gesundheit und eine betriebliche Suchtberatung bereit.

Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit werden bei den Stadtwerken Heidelberg großgeschrieben. Die Anzahl der Arbeitsunfälle liegt weit unter Branchendurchschnitt.

Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit werden bei den Stadtwerken Heidelberg großgeschrieben. Die Anzahl der Arbeitsunfälle liegt weit unter Branchendurchschnitt.

Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit wird bei den Stadtwerken Heidelberg durch eine zentrale Stelle koordiniert und durch dezentral angesiedelte Beauftragte im Unternehmen verankert.

Die Anzahl der meldepflichtigen Wegeunfälle, also solche mit mindestens drei Krankentagen, ist im Jahr 2019 leider auf neun (Vorjahr: 3) gestiegen. Dazu zählten vier Stolperunfälle zu Fuß, vier weitere mit Fahrrad und Motorrad sowie einer mit Auto. Drei der neun Unfälle waren fremdverschuldet. Um einen Rückgang der Wegeunfälle zu erreichen, sind verstärkt Unterweisungen zur Verkehrstauglichkeit von Fahrrädern sowie Aktionen im Hinblick auf Stolpern und Stürze vorgesehen.

Die Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle pro 1.000 Beschäftigte hat sich dagegen auf ein Drittel gegenüber dem Vorjahr reduziert und liegt mit fünf Fällen deutlich unterhalb des Branchendurchschnitts von 18 Fällen. Positiv wirken sich hier die regelmäßigen Begehungen der Fachabteilungen und des Arbeitsschutzes aus, bei denen mögliche Gefahrenpunkte im Vorfeld erkannt und entschärft werden. Jeder Unfall wird untersucht. Wo immer möglich, werden umgehend Gegenmaßnahmen eingeleitet. In den jährlichen Unter­weisungen des Arbeitsschutzes werden Unfallschwerpunkte und richtige Verhaltensweisen thematisiert.

Die Anzahl der Krankheitstage pro meldepflichtigem Arbeitsunfall liegt mit 16 Tagen auf vergleichbarem Niveau wie im Vorjahr (15). Schwere Arbeitsunfälle gab es nicht. Als neue Kennzahl haben die Stadtwerke Heidelberg 2019 erstmals die Lost Time Injury Frequency (LTIF) erhoben. Diese Arbeitssicherheitskennzahl erfasst die Anzahl der Unfälle mit Ausfallzeiten ab einem Tag und bezieht sich auf eine Million Arbeitsstunden. Aufgrund der gesunkenen Arbeitsunfälle liegt diese Kennzahl mit 0,8 im Jahr 2019 ebenfalls deutlich unterhalb den beiden Vorjahren (3,5 zw. 4,4).

ARBEITSSICHERHEIT 2019 2018 2017
Meldepflichtige Wegeunfälle 9 3 4
Tödliche Wegeunfälle
Meldepflichtige Arbeitsunfälle pro 1.000 Beschäftigte 5 15 10
Branchendurchschnitt1 18 18 18
Krankheitstage pro meldepflichtigem Arbeitsunfall 16 15 13
Tödliche Arbeitsunfälle
Schwere Arbeitsunfälle 1
Lost Time Injury Frequency (LTIF) 0,8 3,5 4,4

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Region

Aus der Region für die Region

Die Stadtwerke Heidelberg sind einer der größten Arbeitgeber in Heidelberg und Auftraggeber für Lieferanten und Dienstleister in der Region. Im Jahr 2019 betrugen unsere Personalaufwendungen 86,8 Millionen Euro, 21,8 Millionen Euro davon für soziale Leistungen und Altersvorsorge. Wir investieren vorwiegend vor Ort: Im Jahr 2019 haben wir 42,5 Millionen Euro an Lieferanten und Dienstleister in der Region gezahlt. Unsere Partnerkommunen erhielten in 2019 sieben Millionen Euro Konzessionsabgaben für unser Recht, dass wir Leitungen auf ihrem Gebiet bewirtschaften. Zudem schaffen wir Arbeitsplätze in Heidelberg und bilden auch dort aus. Mit unseren Tätigkeiten stärken wir die Wirtschaft und damit auch das soziale Leben in der Region.

Was uns als hundertprozentig kommunales Unternehmen von vielen privatwirtschaftlichen Unternehmen unterscheidet, ist unser Geschäftsmodell: Wir orientieren uns an den Zielen der Stadt Heidelberg und unserer Partnergemeinden und finanzieren öffentliche Aufgaben wie die Bäder und den Öffentlichen Personennahverkehr. Rund 6,2 (Vorjahr: 5,4) Millionen Euro haben die Stadtwerke Heidelberg 2019 für die Verluste der Bäder sowie weitere 26,4 (Vorjahr: 27,8) Millionen Euro für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aufgewendet.

Aufwendungen für unsere partner in der region (Mio. €) 2019 2018 2017
Beschäftigte: Personalkosten 86,8 86,5 78,5
Lieferanten und Dienstleister: Einkauf 42,5 56,9 45,9
Immobilien- und Grundstücksbesitzer: Mieten und Pachten 0,4 0,4 0,3
Kommunen: Konzessionsabgaben 7,0 6,5 6,9

 

Finanzierung öffentlicher Aufgaben (Mio. €) 2019 2018 2017
Bäder 6,2 5,4 5,7
ÖPNV 26,4 27,8 27,1

 

Engagement für Klimaschutz, Sport, Kultur, Bildung und Soziales

Unser Engagement für mehr Lebensqualität vor Ort reicht jedoch weit über unseren Versorgungs- und Finanzierungsauftrag hinaus. Mit der Stadt Heidelberg und unseren Partnergemeinden kooperieren wir für mehr Klimaschutz und zukunftsfähige Energie. Gemeinsam mit den Umweltverbänden NABU Heidelberg und BUND Heidel­berg sowie dem Umweltschutzverein Ökostadt Rhein-Neckar haben wir einen Fonds eingerichtet, aus dem die Umweltschützer Projekte für den regionalen Klimaschutz finanzieren – von Repair ­Cafés über Veranstaltungen zum Klimawandel bis hin zu Projekten zur Förderung von E-Bikes mit Ökostrom. In 2019 wurde zusätzlich das Projekt Licht ins Dunkel – die Nacht neu entdecken unterstützt, das eine hohe Akzeptanz für die neue nachhaltige Straßenbeleuchtung und gleichzeitig eine Sensibilisierung für das Thema Lichtverschmutzung erreichen soll.

Führung zur nachhaltigen Beleuchtung

Führung zur nachhaltigen Beleuchtung in der Bahnstadt im Zuge der gemeinsamen Kampagne mit BUND und Ökostadt Licht ins Dunkel – die Nacht neu entdecken zum Thema Lichtverschmutzung.

Führung zur nachhaltigen Beleuchtung

Führung zur nachhaltigen Beleuchtung in der Bahnstadt im Zuge der gemeinsamen Kampagne mit BUND und Ökostadt Licht ins Dunkel – die Nacht neu entdecken zum Thema Lichtverschmutzung.

Weitere Schwerpunkte des Sponsorings liegen in den Bereichen Sport, Kultur und Bildung sowie auf ausgewählten sozialen Projekten. Beispiele für unser kulturelles Engagement sind der Heidelberger Frühling und die Heidelberger Schlossfestspiele. Seit vielen Jahren sind die Stadtwerke Heidelberg zudem beim Lebendigen Neckar, beim Musikevent Heidelberg singt und bei vielen anderen Veranstaltungen aktiv dabei.

Auch die Förderung sportlicher Events stand 2019 wieder auf unserer Agenda: Unter anderem haben wir den Familiensporttag unterstützt, unsere Bäder für weitere Sportevents zur Verfügung gestellt und Sportlerehrungen in unserem Haus ausgerichtet. Seit vielen Jahren sind wir zudem einer der Hauptsponsoren des Internationalen Rollstuhlmarathons Heidelberg. Der 15. Heidelberger Rollstuhlmarathon fand im Juli 2019 statt. Zudem unterstützten die Stadtwerke Heidelberg auch 2019 die Sportvereine in der Region über den Heidelberger Sportkreis. Der Verband vertritt über 400 Vereine mit mehr als 135.000 Mitgliedern. Damit erreicht unser Engagement viele Menschen in der gesamten Region.

Auch Bildung ist uns ein wichtiges Anliegen. Als Arbeitgeber unterstützen wir die Talente von morgen. Deshalb schreiben wir seit 2014 den Innovationspreis der SRH Hochschule Heidelberg aus, der an Studierende der Wirtschaftsinformatik für herausragende Praxisarbeiten vergeben wird. Seit sechs Jahren unterstützen wir außerdem den Verein ROCK YOUR LIFE!. Der Verein setzt sich für Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit ein und organsiert dazu ein Mentoring-Programm, mit dem er ehrenamtlich engagierte Studierende und motivierte Schüler aus unterschiedlichen sozialen Hintergründen zusammenbringt. Damit sollen junge Menschen gefördert werden, deren Ausgangsbedingungen für eine gute Bildung ausbaufähig sind.

2019 waren wir Hauptsponsor für die Bildungsveranstaltung Energievision 2050 an Heidelberger Schulen. 2.500 Schülerinnen und Schüler haben mit uns diskutiert, was sie für Klimaschutz tun können und wie dabei ein gutes Leben denkbar ist.

Energievision 2050
Energievision 2050

2019 waren wir Hauptsponsor für die Bildungsveranstaltung Energievision 2050 an Heidelberger Schulen. 2.500 Schülerinnen und Schüler haben mit uns diskutiert, was sie für Klimaschutz tun können und wie dabei ein gutes Leben denkbar ist.

Zudem engagieren wir uns für eine nachhaltige Bildung von Kindern und Jugendlichen. Zuletzt haben wir im Jahr 2019 als Hauptsponsor mit dafür gesorgt, dass die Bildungsveranstaltung Energievision 2050 – Unser Klima. Meine Energie. Deine Zukunft Station an den Heidelberger Schulen machte. 2.500 Schülerinnen und Schüler haben sich in diesem Rahmen damit befasst, was sie ganz konkret für den Klimaschutz tun können und wie gleichzeitig weiterhin ein gutes Leben denkbar ist. Ein weiterer Schwerpunkt unseres sozialen Engagements liegt bei der Unterstützung von Menschen in Not: Wir haben unsere Aktivitäten auf zwei Projekte fokussiert, bei denen wir Menschen unterstützen, ihre Energieversorgung zu sichern bzw. neue Perspektiven für ihr Leben zu gewinnen.