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Vollständiger Bericht

Kapitel einzeln

Stadtwerke Heidelberg Netze

Gute Idee:

Klimaneutral wachsen.

Anspruchsvolle Zukunftstechniken für Neubaugebiete und Konversionsflächen mit eingebautem Klimaschutz

Stadtwerke Heidelberg Netze

Die Stadtwerke Heidelberg Netze betreiben Versorgungsleitungen und Anlagen für Strom, Erdgas, Fernwärme, Wasser, Telekommunikation und Straßenbeleuchtung. Außerdem sichert die Gesellschaft den diskriminierungsfreien Zugang zu ihren Netzen und übernimmt Dienst­leistungen für die Energiewende und die Kunden. Die Netzgesellschaft hatte Ende 2018 353 Beschäftigte, zuzüglich 92 Mitarbeiter der Stadtwerke Heidelberg Technische Dienste, die Dienstleistungen für die anderen Gesellschaften der Stadtwerke Heidelberg übernehmen.

Unser Umfeld

Das Geschäft in den Bereichen Strom und Gas ist von der Anreizregulierung geprägt – ein behördliches System zur Marktgestaltung, das wettbewerbliche Strukturen simulieren soll. Alle fünf Jahre findet dazu eine Kostenprüfung bei den Netzbetreibern als Basis für einen Kosten-Benchmark statt. Für jedes Unternehmen wird dann ein Effizienzwert festgelegt – als Vorgabe, wieviel effizienter es bis zur nächsten Regulierungsperiode werden muss. Daraus werden anschließend Erlösobergrenzen für Strom und Gas abgeleitet. Diese sind wiederum die Grundlage für den Netzbetreiber, um die Netznutzungsentgelte festzulegen. Das System der Anreizregulierung bestimmt maßgeblich die wirtschaftlichen Ergebnisse von Netzbetreibern.

Im Jahr 2018 beschäftigten zudem verschiedene Aufgaben aus der Energiewende die Gesellschaft. Zum einen haben die Steuerungsaufgaben bei den Versorgungsanlagen und -netzen zugenommen. Zum anderen prüfen die Stadtwerke Heidelberg Netze die technischen und wirtschaftlichen Chancen und Risiken aus der Energie- und Mobilitätswende für die Strom- und Gasnetze. Parallel stand die nach Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) vorgeschriebene sukzessive Einführung von modernen Messeinrichtungen sowie die Vorbereitung des Rollouts intelligenter Messsys­teme auf der Agenda der gesetzlichen Messstellenbetreiber.

Neue Zähler
Neue Zähler

Neue
Zähler

Rechtliche Vorgaben für die Energiewende umsetzen

01
Das Messstellen­betriebsgesetz sieht die sukzessive Einführung moderner Messeinrichtungen und intelligenter Messsysteme vor.

Moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme
Für eine hohe Lebensqualität
Für eine hohe Lebensqualität

Für eine
hohe Lebens-
qualität

Viele Aktivitäten in Heidelberg

Das wirtschaftliche Umfeld in der Region Heidelberg war auch 2018 von einer hohen Investitionsbereitschaft geprägt. Durch das Wachstum der Universität Heidelberg im Neuenheimer Feld, den Ausbau des Straßenbahnnetzes im Projekt Mobilitätsnetz Heidelberg und die weitere Erschließung des Passivhaus-Stadtteils Heidelberg-Bahnstadt sowie der Konversionsflächen ist das Bauvolumen in Heidelberg deutlich erhöht. Die Gesellschaft nutzt die Chancen dieser Entwicklungen, um ihr Versorgungsgebiet in den Bereichen Strom sowie Glasfaser und als Betriebsführer für die Stadtbetriebe Heidelberg auch im Bereich Wasser auszubauen.

In den Wachstumsbereichen der Stadt, etwa auf den ehemaligen Konversionsflächen wie dem Heidelberg Innovation Park (hip) oder dem Patric Henry Village, werden in einem gemeinsamen Entwicklungsteam unter Leitung der Stadt Heidelberg anspruchsvolle neue Zukunftstechniken realisiert. Ziel ist es, die Vision der Stadt Heidelberg von einem klimaneutralen Wachstum der Wissenschaftsstadt zu realisieren. Zu neuen Aufgaben führt außerdem das Ziel, Heidelberg zur Digitalen Stadt zu entwickeln. Damit geht der Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur einher.

Geprüfte Sicherheit 2018

02
Geprüfte Sicherheit: 2018 erhielten die Stadtwerke Heidelberg Netze nach erfolgreicher Prüfung wieder TSM-Zertifikate für alle ihre Sparten.

Entwicklungen im Energiemarkt

Im Wärmemarkt haben die Weltmarktpreise für Gas und Öl ihr niedriges Niveau verlassen. Damit haben sich die Voraussetzungen wieder verbessert, dass mehr Kunden auf die klimaschonende Fernwärme umstellen. Bei den Wärmeenergien beeinflussten neben den höheren Kosten laut der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen in 2018 auch die insgesamt milde Witterung den Absatz. Der Verbrauchsanstieg durch die kälteren Temperaturen im ersten Quartal des Jahres wurde durch höhere Temperaturen im Jahresverlauf überkompensiert.

Hohe technische Sicherheit

Zentrale Ziele der Stadtwerke Heidelberg Netze sind eine hohe Effizienz in ihren Prozessen, ein anspruchsvoller Qualitätsstandard bei ihren Arbeiten und eine überdurchschnittlich gute Versorgungs­sicherheit. Um diese Ziele zu erreichen, unterziehen sich die Stadtwerke Heidelberg Netze regelmäßigen umfassenden Prüfungen durch unabhängige Dritte im Rahmen des Technischen Sicherheitsmanagements (TSM). Zuletzt wurde der Gesellschaft im Juni 2018 mit der Übergabe von TSM-Zertifikaten für die Sparten Strom, Gas, Fernwärme und Wasser erneut bestätigt, dass ihre technischen Prozesse verlässlich aufgestellt sind.

Aufgaben in der Energiewende

Mit der Energiewende nimmt die Komplexität des Energiesystems zu: Verbrauch, Bezug, Eigenerzeugung sowie Lastabnahme sind gut miteinander abzustimmen, um die erneuerbaren Energien aus dezentralen Anlagen bestmöglich in die Versorgungssysteme zu integrieren. Im Jahr 2018 ging dazu ein neues, spartenübergreifendes Leitsystem in Betrieb, mit dem die Erzeugungs- und Speicher-­Anlagen für die Energiewende vor Ort optimal gesteuert werden können. Zudem ermöglicht das System eine schnellere Fehlereingrenzung und unterstützt so im Fall von Versorgungseinschränkungen dabei, Störungen noch schneller zu beheben.

Neues Leitsystem in Betrieb
Neues Leitsystem in Betrieb

Neues
Leitsystem in Betrieb

für eine noch
bessere Versorgung

Der Staat hat mit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende bzw. dem in Artikel 1 konkretisierten Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) die breite Einführung von digitalen Zählern vorgesehen. Diese neuen Messgeräte erfassen die Stromverbräuche, aber auch die Mengen an produziertem Strom aus den Erzeugungsanlagen im Tagesverlauf. Werden die Messdaten unter den berechtigten Marktpartnern ausgetauscht, können der Ein- und Verkauf von Energie im Viertelstundentakt auf­einander abgestimmt werden. So werden die Erzeugungskapazitäten optimal eingesetzt und die Übertragungsnetze entlastet.

03
Mit den neuen Anlagen im Energiepark Pfaffengrund und dem ­zunehmend ­komplexeren Energie­system steigen die Steuerungsaufgaben für die Leitstelle.

Leitstelle

Nicht alle digitalen Zähler werden jedoch für diesen Zweck verwendet: Das Messstellen­betriebsgesetz unterscheidet zwischen modernen Messeinrichtungen und intelligenten Messsystemen. Der Unterschied: Bei intelligenten Messsys­temen sind die Messeinrichtungen an Kommunikationsmodule, die Gateways, angeschlossen. Darüber werden die Verbrauchsdaten ­sicher und ­verschlüsselt an die berechtigten Marktpartner – Energie­lieferanten, Verteil- und Übertragungsnetzbetreiber – übertragen. Die Anforderungen an den Datenschutz sind dabei sehr hoch. Eine Datenübermittlung ist nur für energiewirt­schaftlich zwingend notwendige Anwendungsfälle, etwa zum Erhalt der Netzstabilität, vorgesehen. ­Intelligente Messsysteme sind für alle Nutzer mit ­einem Mindest-Jahresstromverbrauch von 6.000 Kilowattstunden sowie für Betreiber von dezentralen Erzeugungsanlagen nach dem Erneuer­bare-­Energien-Gesetz (EEG) und dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) vorgeschrieben.

Die modernen Messeinrichtungen ohne Gateway übertragen dagegen keine Daten. Sie sind per PIN geschützt. Den Kunden bieten sie mehr Transparenz über ihren Energieverbrauch und unterstützen sie so beim Stromsparen. Diese neuen digitalen Zähler lösen bei allen Verbrauchern mit weniger als 6.000 Kilowattstunden Stromeinsatz – ca. 90 Prozent der Energienutzer – seit 2017 sukzessive die bisherigen elektromechanischen schwarzen Ferraris-Stromzähler ab. Die ersten zehn Prozent der einzubauenden neuen Zähler sollen bis September 2019 eingebaut sein. Die Stadtwerke Heidelberg Netze liegen dabei gut im Plan.

Die intelligenten Messsysteme konnten dagegen bis Redaktionsschluss noch nicht verbaut werden. Denn zuerst müssen drei unabhängige Hersteller zertifizierte Gateways am Markt anbieten. Ab dann haben die Stadtwerke Heidelberg Netze drei Jahre Zeit, um zehn Prozent der erforderlichen Gateways zu verbauen.

Hier haben wir 2018 gebaut

Auch im Geschäftsjahr 2018 wurden die Versorgungsnetze an vielen Stellen erneuert oder ausgebaut. Vor allem der Ausbau der Bahnstadt sowie die Erschließung der Konversionsflächen Mark Twain Village, Campbell Barracks und Heidelberg Innovation Park (hip) sind Treiber dieser Entwicklung. Außerdem wurden umfangreiche Baumaßnahmen im Zusammenhang mit dem Mobilitätsnetz Heidelberg umgesetzt.

Heidelberg-Altstadt/ Zentrum

  • Sanierung des Umspannwerks Ost beim Gaisbergtunnel
  • Auswechslung von Gas- und Wasserleitungen inklusive der Hausanschlüsse, neue Fernwärmeleitung sowie Kabelleerrohre für Strom und Telekommunikation in der Hauptstraße Ost
  • Auswechseln einer Fernwärmeleitung und Rückbau eines Kompensatorschachts in der Plöck zwischen St.-Anna-Gasse und Nadlerstraße.

Heidelberg-Neuenheim und Handschuhsheim

  • Neue Gas- und Wasserleitungen inklusive der Hausanschlüsse sowie neue Kabelanlagen für Strom, Telekommunikation und Beleuchtung in der Bergstraße zwischen Hainsbachweg und Steckelsgasse
  • Erneuerung der Fernwärmeleitung inklusive der Hausanschlüsse sowie neue Strom-, Telekommunikations- und Beleuchtungsanlagen in der Zeppelinstraße zwischen Richard-Wagner-Straße und Blumenthalstraße.

Heidelberg-Weststadt/ Bahnstadt

  • Erneuerung der Wasserleitung, neue Gashochdruck- und Fernwärmeleitungen sowie Leitungen für Strom, Telekommunikation (Leerrohre) und Beleuchtung am Czernyring
  • Umlegung von Gas- und Wasserleitungen sowie neue Strom-, Telekommunikations- und Beleuchtungskabelanlagen im Zuge des Mobilitätsnetz Heidelberg am Czernyplatz, Kreuzung Eppelheimer Straße
  • Um- und Neuverlegung von Gas-, Wasser- sowie Fernwärmeleitungen, neue Strom-, Telekommunikations- und Beleuchtungsnetze im Zuge des Mobilitätsnetz Heidelberg in der Grünen Meile
  • Umlegung von Fernwärme- und Wasserleitungen sowie neue Strom-, Telekommunikations- und Beleuchtungs-Kabelanlagen im Zuge des Mobilitätsnetz Heidelberg in der Eppelheimer Straße
  • Einbindung der Fernwärmeleitung aus der Bahnstadt an der Eppelheimer Straße im Kreuzungsbereich Agnesistraße und vor Morataplatz
  • Neue Fernwärme- sowie Wasserleitung in der Bahnstadt, Max-Planck-Ring (Ostseite)
  • Neue Fernwärme- sowie Wasserleitung, Kabelleerrohre für Strom, Telekommunikation und Beleuchtung in der Bahnstadt, Max-Planck-Ring (Westseite)
  • Neue Verbindungsleitung zwischen den Wasserbehältern Gaulskopf und Hutzelwald, Erneuerung einer Pumpenwasserleitung zum Steigerweg sowie neue Strom- und Telekommunikations-Kabelanlagen.

Heidelberg-Ziegelhausen

  • Umlegung von Gas- und Wasserleitungen sowie Verlegen von Kabelanlagen für Strom, Telekommunikation und Beleuchtung am Köpfelweg.

Heidelberg-Pfaffengrund und Wieblingen

  • Umverlegen einer Gasleitung, neue Fernwärmeleitung und neue Telekommunikations-Kabelanlagen am Möwenweg und an der Oberen Rödt
  • Neue Gas-, Wasser-, Fernwärme- und Kälteleitungen sowie Kabelanlagen für Strom und Telekommunikation im Energiepark der Stadtwerke Heidelberg
  • Auswechseln von Gas- und Wasserleitungen inklusive Hausanschlüsse sowie neue Kabelanlagen für Strom, Telekommunikation, Lichtwellenleiter und Beleuchtung.

Heidelberg-Bergheim

  • Neue Fernwärmeleitung als Vorabmaßnahme für das Mobilitätsnetz Heidelberg, Projekt Hauptbahnhof, Lessingstraße
  • Neue Wasserleitung inklusive der Hausanschlüsse sowie neue Kabelanlagen für Strom- und Telekommunikation in der Alten Eppelheimer Straße
  • Um- und Neuverlegung von Gas-, Wasser- und Fernwärmeleitungen sowie neue Kabelanlagen für Strom, Telekommunikation und Beleuchtung im Zuge des Mobilitätsnetz Heidelberg am Czernyring zwischen Grüner Meile und Montpellier-Brücke (BA 6b)
  • Neue Fernwärmeleitung, Umlegung von Gas- und Wasserleitungen und neue Strom-, Telekommunikations- und Beleuchtungsanlagen im Zuge des Mobilitätsnetz Heidelberg am Hauptbahnhof und in der Kurfürsten-Anlage.

Heidelberg-Südstadt/ Rohrbach/ Kirchheim

  • Ausbau der Fernwärmeleitungen in der Kirschgartenstraße sowie Anbindung von Baufeldern im Mark Twain Village an die Fernwärmeversorgung. Parallel Erneuerung der Wasserleitung zwischen Veit-Stoß-Straße und Rheinstraße
  • Verlegen von 20 kV- und 1 kV-Kabelanlagen sowie Kabel­anlagen für Telekommunikation und Beleuchtung vom Umspannwerk Hüttenbühl über Harbigweg zum Heidelberg Innovation Park
  • Neue Fernwärme-, Kälte- und Wasserleitungen sowie Kabelanlagen und Kabelleerrohre für Strom, Telekommunikation und Beleuchtung im Heidelberg Innovation Park, Loop West
  • Neue Fernwärme- und Wasserleitungen sowie Kabelanlagen für Strom-, Telekommunikation und Beleuchtung auf der Konversionsfläche Campbell Barracks
  • Verlegung einer Fernwärmeleitung, Erneuerung von Wasserleitungen einschließlich der Hausanschlüsse und neue Strom-, Telekommunikations- und Beleuchtungsanlagen in der Herrenwiesenstraße
  • Neue Gas- und Wasserleitungen inklusiver der Hausanschlüsse sowie Kabelanlagen für Strom und Beleuchtung in der Sankt-Peter-Straße zwischen Karlsruher Straße und Von-der-Tann-Straße
  • Neue Fernwärmeleitung zur Erschließung der Gebäude im Mark Twain Village entlang Kirschgartenstraße zwischen Feuerbachstraße und Rheinstraße.

04
Mit den neuen Anlagen im Energiepark Pfaffengrund und dem ­zunehmend ­komplexeren Energie­system steigen die Steuerungsaufgaben für die Leitstelle.

Abtransport der Transformatoren

Regulierte Bereiche Strom und Gas

In den regulierten Bereichen Strom und Gas wurde das Geschäftsjahr durch die aktuelle Phase in der jeweiligen Regulierungsperiode bestimmt. 2018 begann die dritte Regulierungsperiode Gas. Beim Strom endete die zweite Regulierungsperiode. Im Bereich Strom haben die Stadtwerke Heidelberg Netze in den nächsten fünf Jahren noch im geringen Maß Effizienzen zu erschließen. Beim Gas besteht dagegen aktuell keine externe Anforderung, noch effizienter zu werden. Dennoch bleibt es ein Ziel der Gesellschaft, ihre Prozesse kontinuierlich zu optimieren.

Im Oktober 2018 haben die Stadtwerke Heidelberg Netze die Netznutzungsentgelte für Strom und Gas veröffentlicht. Aufgrund veränderter behördlicher Berechnungsvorgaben konnten sie nach dieser Veröffentlichung zum 31. Dezember 2018 noch einmal leicht gesenkt werden.

Auch 2018 war die Stromversorgung im Netzgebiet der Stadtwerke Heidelberg wieder überdurchschnittlich gut: Die Versorgungsunterbrechung lag bei 1,56 Minuten pro Jahr und Letztverbraucher, während der zuletzt erhobene bundesweite Wert 15,14 Minuten betrug.

STROMNETZ 2018 2017 2016
Netz-Trafostationen 372 371 365
Länge des Leitungsnetzes1 (km) 1.755 1.765 1.719
    davon Kabel (km) 1.614 1.623 1.606
    davon Freileitung (km) 141 142 113
Hausanschlüsse 22.148 22.116 22.090
Eingebaute Zähler 98.477 97.957 97.973
GASNETZ 2018 2017 2016
Netzdruckregler 66 62 62
Länge des Rohrnetzes1 (km) 886,5 885,0 886,6
Hausanschlüsse 26.521 26.418 26.318
Eingebaute Zähler 38.177 38.287 38.543
Fernwärme-Schacht

05
Die Stadtwerke Heidelberg bauen ihr Fernwärmenetz kontinuierlich aus. Schon jetzt sind 47 Prozent aller Haushalte mit Fernwärme aus immer mehr erneuerbaren Energien versorgt.

Fernwärme für die Energiewende

Fernwärme ist eine komfortable und klimaschonende Energieversorgung für Verbraucher und gleichzeitig das Rückgrat der Energiewende in Heidelberg: Denn nur, wenn neben dem Strom auch die Wärme aus den hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zur Verwendung kommt, ist es möglich, die eingesetzte Energie bestmöglich zu nutzen. Die Stadt und die Stadtwerke Heidelberg haben sich die Ziele gesetzt, die Fernwärme auszubauen und immer mehr erneuerbare Energien zu ihrer Erzeugung zu nutzen. Gemessen an 2009 soll der Anteil der Fernwärme am erschließbaren Wärmemarkt von 42 auf 50 Prozent steigen. Nicht erschließbar sind nur wenige Hangbereiche in Heidelberg.

In 2018 wurde die Netzverdichtung und der Netzausbau weiter fortgeführt. Unter anderem wurde Fernwärme in der Bahnstadt sowie auf den Konversionsflächen ausgebaut, außerdem in verschiedenen Stadtgebieten verdichtet. Seit dem Umsetzungsstart des Fernwärme-Ausbaukonzepts im Jahr 2010 konnte die Netzlänge um 20 Prozent auf 223,2 Kilometer erhöht werden. Der Anteil der Fernwärme am ­erschließbaren Wärmemarkt ist bereits auf 47 Prozent gestiegen und liegt damit schon nah am Ziel der Energiekonzeption 2020/ 2030.

Das Fernwärmenetz wird nicht nur ausgebaut, sondern auch an die Erfordernisse der Energiewende angepasst – hin zu mehr erneuerbaren Energien, geringeren Temperaturen im Netz und verstärkter Sektoren­kopplung. So soll in nächster Zeit geprüft werden, ob und wie etwa Stromüberschüsse bei Netzengpässen oder in Niedrigpreis­phasen durch Power-to-Heat-Anlagen in günstige Wärme umgewandelt werden können. Die Netzgesellschaft führt im Rahmen des Programms Wärmenetze 4.0 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie dazu eine Machbarkeitsstudie durch: Am Beispiel des Patrick Henry Village wird ein Zukunftskonzept für die Fernwärmeversorgung dieser Konversionsfläche entwickelt.

Wärmenetze 4.0
Wärmenetze 4.0

Wärmenetze 4.0

für mehr erneuerbare Energien, niedrigere Temperaturen und bessere Sektorenkopplung

Fernwärmenetz 2018 2017 2016
Länge des Rohrnetzes 1 (km) 223,2 224,1 217,3
Anschlusswert bei den Kunden (MW) 581 565 572
Hausanschlüsse 5.264 5.192 5.149
Eingebaute Zähler 4.763 4.666 4.624

Glasfaser – Breitband für Heidelberg

Die Stadtwerke Heidelberg Netze sind der Partner der Stadt Heidelberg beim Ausbau von Glasfasern für das schnelle Internet. Bei der Erschließung von Neubaugebieten wie Heidelberg-Bahnstadt und den Konversionsflächen werden jetzt schon flächendeckend Glasfasernetze verlegt. Dabei handelt es sich um Dark Fiber, unbeleuchtete Glasfaserleitungen, die bis zum Gebäude (FTTB – Fiber to the Building) reichen. Die Dark Fiber können von privaten Telekommunikations-Unternehmen mit aktiven Komponenten beleuchtet werden. Unternehmen oder Haushalte mit hohem Bandbreitenbedarf haben die Möglichkeit, die Glasfaserleitungen auch bis in das Gebäude verlegen zu lassen (FTTH – Fiber to the Home). Zudem unterstützt die Netzgesellschaft die Stadt Heidelberg aktiv beim geförderten Breitbandausbau in Heidelberg.

Mehr Bandbreite
Mehr Bandbreite

Mehr Bandbreite

Geförderter Breitbandausbau durch
die Stadt Heidelberg ­voraussichtlich
ab Sommer 2019

Auch wenn in Heidelberg bereits fast 90 Prozent aller Haushalte mit einer Datenübertragungsrate von mindestens 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) angeschlossen sind, gibt es in einigen Gebieten der Stadt noch weiße Flecken ohne Anbindung an schnelles Internet. Dort sehen die privaten Telekommunikationsunternehmen keine ausreichende Rentabilität, und auch in den drei Jahren nach der Bestandserhebung war in diesen Bereichen keine Anbindung durch private Anbieter zu erwarten. Deshalb organisiert die Stadt Heidelberg dort den Breitbandausbau. Voraussichtlich im Sommer 2019 soll er starten. Die Stadtwerke Heidelberg sind dabei beratender Partner und übernehmen technische Aufgaben.

Die Stadtwerke Heidelberg Netze koope­rieren darüber hinaus eng mit der Digital-­Agentur Heidelberg, einer gemeinsamen Gesellschaft der Stadt und Stadtwerke Heidelberg, im Bereich Internet der Dinge (Internet of Things – IoT). Unter IoT versteht man die Anbindung von Gegenständen des Alltags mit leistungsfähigen Datenverarbeitungssystemen. IoT eröffnet völlig neue Möglichkeiten der Interaktion zwischen der realen Welt und dem Internet. Im städtischen Umfeld wird diese Vernetzung durch den Einsatz von energieeffizienten Funktechnologien wie LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) ermöglicht. Die Digital-Agentur arbeitet daran, diese Technik zur Datenübertragung und -verarbeitung in den klassischen Versorgungssparten Strom, Gas, Wasser und Fernwärme zu nutzen.

Internet of Things
Internet of Things

Internet of Things

Neue Services im
Internet der Dinge

Aber auch Dritte können von den neuen Möglichkeiten profitieren. Erste Pilotanwendungen in den Bereichen Abfallwirtschaft, Winterdienst, Parkraummanagement, Zählerfernauslesung und Umweltmonitoring sind vorbereitet bzw. zum Teil schon in Umsetzung.

GLASFASERNETZ 2018 2017 2016
Länge des Netzes (km) 160,6 147,5 132,9

06
Im Sommer 2018 erforderte ein Blitzeinschlag komplexere Reparaturen an der Elektronik der Wasseraufbereitungs-
anlage Schmittsche Quelle im Mühltal.

Reparaturen an der Elektronik der Wasseraufbereitungsanlage Schmittsche Quelle

Verantwortung für die Wasserversorgung

Die Netzgesellschaft ist technischer Betriebsführer der Trinkwasserversorgung für die Stadtbetriebe Heidelberg. Die Wasserversorgung in Heidelberg ist regional geprägt: Mit 52,6 Prozent stammte der Großteil des Trinkwassers in 2018 aus drei lokalen Grundwasserwerken sowie 3,5 Prozent aus sieben Buntsandstein-Quellen auf Handschuhsheimer sowie Ziegelhäuser Gemarkung. Die restlichen 43,9 Prozent kamen 2018 vom Zweckverband Wasserversorgung Kurpfalz aus dem Wasserwerk Schwetzinger Hardt in unmittelbarer Nachbarschaft von Heidelberg.

Auf Nummer sicher bei TFA
Auf Nummer sicher bei TFA

Auf Nummer sicher bei TFA

für hohe
Wasserqualität

Seit dem Jahr 2016 haben die Stadtwerke Heidelberg den Bezug vom Zweckverband Wasserversorgung Kurpfalz erhöht, um den Anteil zu ersetzen, der zuvor vom Wasserversorgungsverband Neckargruppe aus Edingen geliefert wurde. Denn im Herbst 2016 wurde der Stoff Trifluoracetat (TFA) im Neckar nachgewiesen. Die Trinkwasserverordnung als umfassendes Regelwerk zur Überwachung des Trinkwassers sieht für den Stoff keinen Grenzwert vor. Im Herbst 2016 wurde jedoch ein vorsorglicher Maßnahmenwert von zehn Millionstel Gramm pro Liter festgelegt. Die Stadtwerke Heidelberg haben in Abstimmung mit den Stadtbetrieben Heidelberg den Wasserbezug angepasst, so dass der Maßnahmenwert in allen Stadtteilen Heidelbergs eingehalten bzw. zum Teil sogar deutlich unterschritten wird.

Im Herbst 2017 hat das Umweltbundesamt einen neuen Maßnahmenwert von 30 Millionstel Gramm pro Liter veröffentlicht. Die Stadt und die Stadtwerke Heidelberg orientieren sich jedoch weiterhin an dem ursprünglich beschlossenen niedrigeren Wert, um neu zu entscheiden, wenn die Ergebnisse einer toxikologischen Studie zu TFA vorliegen. Das wird voraussichtlich Ende 2019 der Fall sein. Darüber hinaus setzen sich die Stadt und die Stadtwerke Heidelberg für einen Einleitungsstopp ein und arbeiten parallel an Lösungskonzepten für den Fall, dass die Einleitung weiterhin stattfindet. Erforderlich wären dann umfangreiche Investitionsmaßnahmen in die Trinkwassererzeugung. Zwischenzeitlich wurde die Einleitung in den Neckar schon reduziert und die Belastung des Flusses mit dem Salz ist bereits zurückgegangen.

WASSERNETZ1 2018 2017 2016
Hochbehälter 34 34 34
Länge des Rohrnetzes2 (km) 668,1 664,5 664,4
Hausanschlüsse 22.248 22.215 22.194
Eingebaute Zähler 21.253 21.220 21.235
Führungen zur Wasserversorgung im Mühltal

07
2018 haben die Stadtwerke Heidelberg wieder Führungen zur Wasserversorgung im Mühltal angeboten.

Die Wasserversorgung aus den heimischen Quellen ist sehr beliebt bei den Heidelbergern. Doch in 2018 mussten die Haushalte am Hang von Handschuhsheim und Neuenheim bis hin zum Haarlass viele Monate auf das weiche Wasser verzichten. Zunächst hatte ein Blitz­einschlag Reparaturen an der Aufbereitungsanlage Schmittsche Quelle im Handschuhsheimer Mühltal erfordert, und nach einer kurzen Zwischenversorgung mit weichem Wasser machte sich ab Juli der heiße und trockene Sommer bemerkbar: Die natürliche Quellschüttung reichte für eine Versorgung nicht mehr aus. Seit Ende Juli wurden die Haushalte in dem Gebiet stattdessen mit Trinkwasser aus den Grundwasserwerken versorgt. Eine Umstellung zurück auf weiches Wasser konnte erst im Frühjahr 2019 erfolgen. Zuletzt gab es eine ähnliche Situation in 2015: In dem Jahr konnte jedoch schon Ende November wieder auf weiches Wasser umgestellt werden.

Aktivitäten für die Wasser­versorgung in der Region

Die Stadtwerke Heidelberg Netze sind über Heidelberg hinaus auch für andere Gemeinden als Betriebsführer in der Wasserversorgung aktiv:

Stadt Heidelberg

  • Betriebsführung der Wasser­versor­gung inklusive Betrieb der Wasserwerke und der Quellen

Stadt Eppelheim

  • Belieferung des Wasserwerks

Stadtwerke Neckargemünd

  • Betriebsführung der Wasser­versorgung inklusive Betrieb des Wasserwerks

Gemeinde Dossenheim

  • Belieferung der Gemeinde mit Wasser aus dem Wasserwerk Entensee

Gemeinde Edingen-Neckarhausen

  • Betriebsüberwachung der ­Wasser­anlagen

Absatz und Umsatz

Der noch vor einigen Jahren sinkende Trend bei der Stromnachfrage hat sich seit 2017 umgekehrt: Seither steigt sie wieder, obwohl die Anzahl der Hausanschlüsse nicht gestiegen ist. Der Gas- und Fernwärmeabsatz, maßgeblich durch die Länge und die Temperaturen der kalten Jahreszeit bestimmt, sank dagegen durch die milden Temperaturen gegenüber dem Vorjahr.

NETZABGABE (Mio. kWh) 2018 2017 2016
Strom 863,8 855,9 867,6
Gas 1.676,6 1.747,9 1.744,4
Fernwärme 476,9 517,4 516,4
UMSATZ (Mio. €) 2018 2017 2016
Strom 62,5 60,4 52,3
Gas 21,7 20,2 22,8
Fernwärme 41,2 41,3 40,6
Glasfaser 0,9 0,8 0,7

Investitionen

Die Investitionen im Netzbereich gehen im Wesentlichen auf Erschließungs- und Modernisierungsmaßnahmen der Versorgungsleitungen zurück. Die Sparte mit den höchsten Netzinvestitionen war in 2018 Strom, dicht gefolgt von der Fernwärme. Zu den größeren Maßnahmen gehörten die weitere Erschließung von Heidelberg-Bahnstadt und der Konversionsflächen sowie die Netzerneuerungen und Umverlegungen im Zuge des Mobilitätznetz Heidelberg.

INVESTITIONEN (Mio. €) 2018 2017 2016
Stromnetz 9,8 7,0 7,1
Gasnetz 3,8 3,2 4,6
Fernwärmenetz 8,3 6,7 6,1
Glasfasernetz 0,6 0,4 0,2

08
2018 wurden viele Bauprojekte umgesetzt und parallel die Netze ausgebaut. Auch in den nächsten Jahren rechnen die Stadtwerke Heidelberg mit einem hohen Bauvolumen.

Viele Bauprojekte in 2018