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Vollständiger Bericht

Kapitel einzeln

Stadtwerke Heidelberg Netze

Gut vernetzt
– sicher versorgt

Mein Name ist Michael Ziegler. Auch wenn das öffentliche Leben runtergefahren werden musste: Ich habe dafür gesorgt, dass Ihre Gas-Anlagen sicher an unser Netz angeschlossen sind.
Läuft!

Stadtwerke Heidelberg

Netze

Die Stadtwerke Heidelberg Netze betreiben Versorgungsleitungen und Anlagen für Strom, Erdgas, Fernwärme, Wasser, Telekommunikation und Straßenbeleuchtung. Außerdem sichert die Gesellschaft den diskriminierungsfreien Zugang zu ihren Netzen und übernimmt Dienstleistungen für ihre Kunden sowie Aufgaben im Rahmen der Energiewende. Die Netzgesellschaft beschäftigte Ende 2020 insgesamt 352 Mitarbeiter. Hinzu kommen 90 Mitarbeiter bei den Stadtwerken Heidelberg Technische Dienste, die Dienstleistungen für die anderen Gesellschaften der Stadtwerke Heidelberg übernehmen.

UNSER UMFELD

Energiewende ändert Anforderungen an die Netze

Mit der Energiewende hin zu einer klimaschonenden Energieversorgung ändern sich auch die Anforderungen an die Verteilnetze. Im Strombereich gehören zu den wichtigsten Determinanten, die den Netzausbau bestimmen, der Hochlauf der Elektromobilität, der Ausbau von intelligenten Netzen sowie von Photovoltaik und weiteren Anlagen zur dezentralen Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien. Bei den Gasnetzen sind die Entwicklungen hin zu klimaschonendem Biogas oder Wasserstoff sowie zu immer mehr dezentralen Wärmelösungen bestimmende Faktoren für die Netzanpassungen. Bei der Fernwärme spielt der Ausbau der grünen Energien eine Rolle bei der weiteren Planung. Für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende ist es entscheidend, Verteilnetze kosteneffizient weiterzuentwickeln, sodass sie den künftigen Anforderungen entsprechen und weiterhin eine stabile Energieversorgung sicherstellen. Diese sogenannte Zielnetzplanung ist eine zentrale und kontinuierliche Aufgabe der Stadtwerke Heidelberg Netze.

Anreizregulierung und Marktkommunikation

In den Bereichen Strom und Gas sind die wirtschaftlichen Ergebnisse von Netzbetreibern von der Anreizregulierung geprägt – einem behördlichen System zur Marktgestaltung, das wettbewerbliche Strukturen simulieren soll. Alle fünf Jahre werden dazu die Kosten der Netzbetreiber geprüft. Diese Daten gehen in einen branchenweiten Effizienzvergleich ein. Für jedes Unternehmen ermitteln die zuständigen Behörden auf dieser Basis, wo es steht und wieviel effizienter seine Prozesse werden sollen. Daraus werden Erlösobergrenzen für die kommenden fünf Jahre abgeleitet – die Grundlage für die Netzbetreiber, um die Netznutzungsentgelte zu kalkulieren. Noch während die dritte Regulierungsperiode läuft, wird schon die vierte vorbereitet: Das Basisjahr für die Kostenerhebung war beim Gas das Jahr 2020, beim Strom wird es 2021 sein. Die nächste Regulierungsperiode für Gas umfasst den Zeitraum 2023 bis 2027, für Strom 2024 bis 2028.

die

Anforderungen

an die Netze

steigen

Das Umfeld der Geschäftsfelder Strom und Gas ist zudem vom Zusammenspiel zahlreicher berechtigter Marktpartner bestimmt. Dazu zählen Energielieferanten, Verteilnetz- und Übertragungsnetz- sowie Messstellenbetreiber. In den liberalisierten Energiemärkten ist ein schneller und gut organisier ter Datenaustausch zwischen ihnen eine Voraussetzung für den fristgerechten Lieferantenwechsel. Wichtig ist die Kommunikation zwischen den Marktpartnern auch, um ausgewogene Bilanzen zwischen Energieerzeugung und -verbrauch zu erreichen – eine zentrale Voraussetzung für die Stabilität unserer Netze.

Unter dem Stichwort MaKo 2020 hatte sich im Dezember 2019 die Rolle der Messstellenbetreiber in der Marktkommunikation geändert: Heute sind sie die zentrale Schnittstelle für viele Kommunikationsprozesse. Um diese Rolle erfüllen zu können, ist eine neue Zählergeneration erforderlich. Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende bzw. das in Artikel 1 konkretisierte Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) schreibt bereits seit 2017 die sukzessive Einführung von digitalen Zählern bis 2032 vor. Dabei unterscheidet es zwischen folgenden Varianten:

  • Moderne Messeinrichtungen lösen schon seit 2017 Schritt für Schritt bei allen Verbrauchern mit weniger als 6.000 Kilowattstunden Stromeinsatz die elektromechanischen schwarzen Ferraris-Stromzähler ab. Das betrifft rund 90 Prozent der Energienutzer. Die neuen Modelle zeigen auch unterjährig Verbrauchsdaten an. Die Messdaten bleiben beim Verbraucher und sind durch PINs geschützt.
  • Intelligente Messsysteme sind moderne Messeinrichtungen, an die Kommunikationsmodule, sogenannte Gateways, angeschlossen sind. Die Verbrauchsdaten können damit sicher und verschlüsselt an die berechtigten Marktpar tner übertragen werden. Die Anforderungen an den Datenschutz sind sehr hoch. Intelligente Messsysteme sind für Nutzer mit einem Mindest-Jahresstromverbrauch von 6.000 bis 100.000 Kilowattstunden sowie für Betreiber von dezentralen Erzeugungsanlagen nach dem Erneuerbare- Energien-Gesetz (EEG) und dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) vorgeschrieben. So können die Marktpartner nun Mengendaten für erzeugten und verbrauchten Strom austauschen, um damit Ein- und Verkauf von Energie im Viertelstundentakt aufeinander abzustimmen und die Erzeugungskapazitäten optimal einzusetzen. Die neue Rolle in der Kommunikation, aber auch die hohen Sicherheitsanforderungen beim Einbau und Betrieb der Zähler ändern die Prozesse bei den Messstellenbetreibern grundlegend.

Bevor die intelligenten Messsysteme bundesweit eingebaut werden konnten, musste zunächst sichergestellt sein, dass drei unabhängige Hersteller zertifizierte Gateways am Markt anbieten. Das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesamt für Informationssicherheit (BSI) haben am 24. Februar 2020 die Marktverfügbarkeitserklärung veröffentlicht und damit offiziell bestätigt, dass diese Voraussetzung gegeben war. Von diesem Stichtag an haben die Messstellenbetreiber drei Jahre Zeit, um zehn Prozent der erforderlichen Gateways zu verbauen.

Flächendeckende Einführung digitaler Stromzähler im gesamten Versorgungsgebiet bis 2032

Bis 2032 sollen flächendeckend digitale Stromzähler,  je nach Verbrauchsmenge moderne Messeinrichtungen oder intelligente Messsysteme, im gesamten Versorgungsgebiet eingeführt werden.

Flächendeckende Einführung digitaler Stromzähler im gesamten Versorgungsgebiet bis 2032

Bis 2032 sollen flächendeckend digitale Stromzähler,  je nach Verbrauchsmenge moderne Messeinrichtungen oder intelligente Messsysteme, im gesamten Versorgungsgebiet eingeführt werden.

Entwicklungsplanung vor Ort

Trotz der besonderen Situation durch das Corona-Virus und die teilweise Stilllegung des öffentlichen Lebens gingen die Bautätigkeiten weiter voran. Unter anderem wurden Heidelberg-Bahnstadt und die Konversionsflächen weiter erschlossen. In den Wachstumsbereichen der Stadt, wie dem Heidelberg Innovation Park (hip), dem Mark-Twain-Village oder dem Patrick-Henry-Village, realisiert ein Entwicklungsteam unter Leitung der Stadt Heidelberg anspruchsvolle neue Zukunftstechniken. Ziel ist es, die Vision der Stadt Heidelberg von einem klimaneutralen Wachstum der Wissenschaftsstadt umzusetzen.

Ziel:

klimaneutrales Wachstum

der Stadt Heidelberg

Die Netzgesellschaft nutzt die Chancen dieser Entwicklungen, um ihr Versorgungsgebiet in den Bereichen Fernwärme, Strom und Glasfaser sowie als Betriebsführer für die Stadtbetriebe Heidelberg auch im Bereich Trinkwasser auszubauen. Gleichzeitig führte das hohe Bauvolumen auch 2020 dazu, dass die Kapazitäten für Planung und Bau in der Netzgesellschaft stark beansprucht wurden und die Nachfrage nach Bauleistungen am Markt hoch war. Als Folge blieb das Preisniveau für Tätigkeiten im Tief- und Leitungsbau auch 2020 hoch.

Zu neuen Aufgaben führt außerdem das Bestreben, Heidelberg zur Digitalen Stadt zu entwickeln und die Glasfaser-Infrastruktur auszubauen. Die Stadtwerke Heidelberg übernehmen dabei Service- und Beratungsfunktionen.

Corona-Sondersituation

Die Situation um das Corona-Virus beeinflusste die Arbeit bei der Netzgesellschaft in erheblichem Maß. Durch die Maßnahmen, die zur Bewältigung der Situation ergriffen wurden, sank die Nachfrage nach Energie. Das führ te unter anderem zu einem erhöhten Abstimmungsaufwand unter den Marktpartnern, deren Ziel es ist, Energie-Angebot und Nachfrage auszugleichen. Um eine reibungsfreie Versorgung mit Energie und Wasser sicherzustellen, galt es zudem, Beschäftigte ebenso wie Kunden zu schützen. Dabei war zu berücksichtigen, dass ein Teil der Arbeiten an technische Infrastrukturen gebunden ist, also vor Ort durchgeführt werden musste. Bei anderem Arbeiten waren Änderungen im Kundenkontakt erforderlich – etwa bei der Zählerablesung.

Darüber hinaus belasteten die Maßnahmen, mit denen die Verbreitung des Virus verlangsamt werden sollten, die öffentlichen Haushalte. Die Stilllegung des öffentlichen Lebens wirkte sich zudem auf die wirtschaftliche Gesamtsituation aus. So ist das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 um 4,8 Prozent zurückgegangen. Auch beim Haushalt der Stadt Heidelberg führte die Corona-Situation zu erheblichen Belastungen. Daher wurde ein Nachtragshaushalt für 2020 aufgestellt, und die Stadt plante eine verstärkte Priorisierung ihrer Projekte. Die Folgen des wirtschaftlichen Einbruchs werden sich voraussichtlich erst in den kommenden Jahren deutlicher zeigen.

Viele Arbeiten bei den Stadtwerken Heidelberg sind an technische Infrastrukturen gebunden. Homeoffice kam daher nur für einen Teil der Beschäftigten als Lösung zum Schutz vor Covid-19 in Frage.

Arbeiten an technischen Infrastrukturen
Arbeiten an technischen Infrastrukturen

Viele Arbeiten bei den Stadtwerken Heidelberg sind an technische Infrastrukturen gebunden. Homeoffice kam daher nur für einen Teil der Beschäftigten als Lösung zum Schutz vor Covid-19 in Frage.

UNSERE LEISTUNGEN

Zieldreieck: Effizienz, Qualität und Versorgungssicherheit

Die Netzgesellschaft setzt auf eine hohe Prozesseffizienz und möchte zudem eine überdurchschnittlich gute Versorgungssicherheit sowie anspruchsvolle Qualitätsstandards bei ihren Leistungen sicherstellen.

Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Situation haben die Stadtwerke Heidelberg Netze im Jahr 2020 das anspruchsvolle Effizienzprogramm Fit 2020+ Netze durchgeführt: In einem breiten Beteiligungsprozess mit rund 80 Beschäftigten wurden in sogenannten Werkstätten Effizienzmaßnahmen entwickelt und konkretisiert. Schon im Juni 2020 konnte das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden. 40 Maßnahmen wurden seither ausgearbeitet und werden nun umgesetzt.

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schnell auf Homeoffice

umgestellt und Start

aus der Fläche realisiert

Auch die Ziele Qualität und Versorgungssicherheit hatten im Corona-Jahr 2020 eine besondere Bedeutung: Innerhalb kurzer Zeit hat die Netzgesellschaft ihre Prozesse umgestellt, damit immer genügend Personal zur Verfügung steht, um eine sichere Versorgung zu gewährleisten. Wo immer möglich, wurde sehr zügig auf Homeoffice umgestellt.

Der Start aus der Fläche sorgte zusätzlich für eine Kontaktreduzierung: Insbesondere Monteure und Baustellenbeauftragte nahmen ihre Dienstautos mit nach Hause, um am nächsten Morgen ohne Zwischenstopp im Unternehmen zum Einsatzort zu fahren. Teams, die mit einer technischen Versorgungsinfrastruktur arbeiten und daher nicht ins Homeoffice gehen konnten, wurden aufgeteilt,sodass im Infektionsfall ein anderes Team die Arbeit übernehmen konnte. Zudem wurden ausgewählte Arbeitseinheiten auf die Möglichkeit vorbereitet, am Arbeitsort in Quarantäne zu gehen.

Unabhängig von dieser Sondersituation haben die Stadtwerke Heidelberg Netze Managementsysteme aufgebaut, die zu einer hohen Qualität und Sicherheit ihrer Dienstleistungen beitragen: das Technische Sicherheitsmanagement (TSM) sowie das Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) nach der Norm DIN ISO/IEC 27001. Beide Systeme werden regelmäßig durch unabhängige Dritte geprüft. Im Jahr 2020 fanden verschiedene interne Audits statt, zudem wurden Maßnahmen, wie zum Beispiel Schulungen, weiter umgesetzt.

Um auch im Krisenfall gut gerüstet zu sein, haben Stadt und Stadtwerke Heidelberg im Februar 2020 gemeinsam eine große Krisenstabsübung durchgeführt: Szenario des Übungsfalls war die fiktive Explosion in einer Umspannanlage in der Heidelberger Altstadt mit anschließender Gasentweichung und einem großflächigen Stromausfall. Die aus der Übung gewonnenen Erkenntnisse wurden in das Krisenmanagement-System der Stadtwerke Heidelberg übernommen.

Krisenstabsübung

brachte viele Erkenntnisse

für den Ernstfall

Im Februar 2020 haben die Stadt und die Stadtwerke Heidelberg eine große gemeinsame Krisenstabsübung durchgespielt. Das Szenario: eine fiktive Explosion in einer Umspannanlage mit anschließender Gasentweichung und einem großflächigen Stromausfall.

Große gemeinsame Krisenstabsübung
Große gemeinsame Krisenstabsübung

Im Februar 2020 haben die Stadt und die Stadtwerke Heidelberg eine große gemeinsame Krisenstabsübung durchgespielt. Das Szenario: eine fiktive Explosion in einer Umspannanlage mit anschließender Gasentweichung und einem großflächigen Stromausfall.

Im Bereich Strom war die Versorgungssicherheit durch die Stadtwerke Heidelberg auch im Jahr 2020 wieder überdurchschnittlich hoch: Im Schnitt lag die Versorgungsunterbrechung pro Letztverbraucher bei lediglich 8,65 (Vorjahr: 7,57) Minuten, während der zuletzt erhobene bundesweite Wert 12,20 (Vorjahr: 13,91) betrug. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr liegt im Rahmen der üblichen Schwankungsbreite.

Einbau der neuen Zählergeneration

Im Jahr 2017 startete der Messstellenbetreiber bei den Stadtwerken Heidelberg Netze den rechtlich vorgeschriebenen Einbau der modernen Messeinrichtungen für Haushalte mit weniger als 6.000 Kilowattstunden Stromeinsatz jährlich.

In 2020 ging der Einbau der neuen digitalen Zähler weiter voran: Zum 31. Dezember waren bereits 23.000 Stück verbaut. Das entspricht rund 25 Prozent der erforderlichen Gesamtzahl bis zum Jahr 2032. Damit liegen die Stadtwerke Heidelberg Netze gut im Plan.

Gut im Plan

beim Ausbau moderner

Messeinrichtungen

Auch der Einbau der intelligenten Messsysteme, die sich aus modernen Messeinrichtungen plus Kommunikationsmodul bzw. Gateway zusammensetzen, wurde 2020 vorbereitet. Voraussetzung für die flächendeckende Einführung bei allen Haushalten mit über 6.000 und bis zu 100.000 Kilowat tstunden Jahresverbrauch war der Umbau der Kommunikationsprozesse zwischen den Marktpartnern gemäß MaKo 2020. Im Verlauf des Jahres hatte sich die Stadtwerke-Kooperation Metering Süd, über die auch die Stadtwerke Heidelberg ihre Gateways beschafften und administrierten, für eine neue Administrations-Software entschieden. Ende 2020 wurde sie bereitgestellt und anschließend in die hauseigenen Systeme eingebunden. Ab dem zweiten Quartal 2021 konnten die ersten Testinstallationen bei ausgewählten Kunden starten. Ende 2021 soll der eigentliche Rollout starten.

Ende 2020 waren schon 23.000 neue digitale Zähler verbaut

Ende 2020 waren schon 23.000 neue digitale Zähler verbaut. Größere Erzeuger und Verbraucher erhalten ab Ende 2021 zusätzlich Kommunikationsmodule, sogenannte Gateways. So entstehen intelligente Messsysteme, mit denen der Verbrauch und die Erzeugung von Energie besser aufeinander abgestimmt werden können – für eine hohe Netzstabilität.

Ende 2020 waren schon 23.000 neue digitale Zähler verbaut

Ende 2020 waren schon 23.000 neue digitale Zähler verbaut. Größere Erzeuger und Verbraucher erhalten ab Ende 2021 zusätzlich Kommunikationsmodule, sogenannte Gateways. So entstehen intelligente Messsysteme, mit denen der Verbrauch und die Erzeugung von Energie besser aufeinander abgestimmt werden können – für eine hohe Netzstabilität.

Für eine hohe Sicherheit der Gasnetze prüfen Teams der Netzgesellschaft regelmäßig die Leitungen auf kleinste Leckagen. Die Gasspürer haben ihre Qualifikation in einer Zusatzausbildung erworben und erneuern sie alle vier Jahre.

Die Gasspürer prüfen regelmäßig die Leitungen der Gasnetze auf Leckagen
Die Gasspürer prüfen regelmäßig die Leitungen der Gasnetze auf Leckagen

Für eine hohe Sicherheit der Gasnetze prüfen Teams der Netzgesellschaft regelmäßig die Leitungen auf kleinste Leckagen. Die Gasspürer haben ihre Qualifikation in einer Zusatzausbildung erworben und erneuern sie alle vier Jahre.

Sicher versorgt mit Strom und Gas

Die Stadtwerke Heidelberg Netze versorgen in ihren Konzessionsgemeinden fast 100.000 Netzkunden mit Strom und rund 38.000 mit Gas. Das Stromnetz erweitert sich durch das Wachstum der Stadt Heidelberg kontinuierlich. Die Länge des Gasnetzes bleibt seit einigen Jahren konstant. Im Jahr 2020 haben die Stadtwerke Heidelberg Netze sich bei einigen Gemeinden erneut um die Konzessionen zur Durchleitung insbesondere von Gas beworben. Mit bestem Erfolg: Der regionale Energieversorger unterzeichnete in 2020 bzw. Anfang 2021 mit den drei Gemeinden Nußloch, Sandhausen und Dossenheim jeweils neue Gas-Konzessionsverträge für die nächsten zwanzig Jahre.

Gas-Konzessionen

in Nußloch, Sandhausen und

Dossenheim für die nächsten

20 Jahre gesichert

Stromnetz 2020 2019 2018
Netz-Trafostationen 370 370 372
Länge des Leitungsnetzes¹ (km) 1.775 1.765 1.755
  davon Kabel (km) 1.634 1.624 1.614
  davon Freileitung (km) 141 142 141
Hausanschlüsse 22.490 22.214 22.148
Eingebaute Zähler 99.776 99.176 98.477

1 | Inklusive Hausanschlüsse

Gasnetz 2020 2019 2018
Netzdruckregeler 66 66 66
Länge des Rohrnetzes¹ (km) 886,6 887,5 886,5
Hausanschlüsse 26.681 25.599 26.521
Eingebaute Zähler 37.972 38.102 38.177

1 | Inklusive Hausanschlüsse

Fernwärme für die Wärmewende

Heidelberg verfügt über ein gut ausgebautes Fernwärmenetz. Diese Infrastruktur ist eine wesentliche Basis für die Wärmewende vor Ort, denn sie leitet die Wärme unabhängig vom Energieträger, aus dem sie erzeugt wird, zum Verbraucher. Die Stadtwerke Heidelberg erhöhen den Anteil der Wärme aus erneuerbaren Energien im Zuge ihrer Energiekonzeption 2020/2030 kontinuierlich. So erreicht immer mehr »grüne«, CO2-freie Wärme die angeschlossenen Haushalte. Rund 47 Prozent der Haushalte in Heidelberg sind mit Fernwärme versorgt. Nicht erschließbar sind Hangbereiche in Heidelberg.

30 Prozent mehr

Fernwärme-

Hausanschlüsse

seit 2010

Im Jahr 2020 hat sich das Fernwärmenetz weiter vergrößert: Unter anderem wurden neue Leitungen in Heidelberg-Bahnstadt und auf den Konversionsflächen verlegt sowie das bestehende Leitungsnetz in verschiedenen Stadtgebieten verdichtet. Seit dem Umsetzungsstart des Fernwärme-Ausbaukonzepts im Jahr 2010 konnte die Zahl der Hausanschlüsse um 30,2 Prozent auf 5.367 gesteigert und die Netzlänge um 21 Prozent auf 225,7 Kilometer erhöht werden.

Die Stadtwerke Heidelberg erhöhen den Anteil der Wärme aus erneuerbaren Energien kontinuierlich. So erreicht immer mehr »grüne«, CO2-freie Wärme über das Fernwärmenetz die angeschlossenen Haushalte.

Wärme aus erneuerbaren Energien
Wärme aus erneuerbaren Energien

Die Stadtwerke Heidelberg erhöhen den Anteil der Wärme aus erneuerbaren Energien kontinuierlich. So erreicht immer mehr »grüne«, CO2-freie Wärme über das Fernwärmenetz die angeschlossenen Haushalte.

Fernwärmenetz 2020 2019 2018
Länge des Rohrnetzes¹ (km) 225,7 223,4 223,2
Anschlusswert bei den Kunden (MW) 565 614 581
Hausanschlüsse 5.367 5.320 5.264
Eingebaute Zähler 4.791 4.826 4.763

1 | Inklusive Hausanschlüsse

Im Jahr 2020 haben die Stadtwerke Heidelberg Netze zudem an einem Konzept für ein Fernwärmesystem gearbeitet, mit dem sich auch Wärme mit geringeren Temperaturen zur Wärmeversorgung nutzen lässt. Nach Abschluss der geförderten Studie Wärmenetze 4.0 wurden deren Ergebnisse in die Planung des Patrick-Henry-Village (PHV), der größte Konversionsfläche Heidelbergs, übernommen. Bevor das wechselwarme Netz jedoch im PHV realisiert wird, soll ein Pilotprojekt am Standort der Stadtwerke Heidelberg den erforderlichen Testrahmen bieten. So ist es möglich, vorab Erfahrungen mit Bau und Betrieb des Netzes sowie mit den zugehörigen Hausinstallationen und Steuerungseinheiten zu sammeln.

Glasfasernetz 2020 2019 2018
Länge des Netzes (km) 205,0 186,4 160,6
Hausanschlüsse 315 254 235

 

Zuwachs des

Glasfaser-Netzes

in 2020:

18,6 Kilometer

Schnelles Internet

Die Stadtwerke Heidelberg Netze sind der Partner der Stadt Heidelberg beim Ausbau des Glasfasernetzes für schnelles Internet. Bei der Erschließung von Neubaugebieten wie Heidelberg-Bahnstadt und den Konversionsflächen werden jetzt schon flächendeckend Glasfasernetze verlegt. Dabei handelt es sich um Dark Fiber: unbeleuchtete Glasfasern, die von privaten Telekommunikationsunternehmen mit aktiven Komponenten beleuchtet werden. Zudem bieten die Stadtwerke Heidelberg Netze Providern, Investoren und Gewerbekunden an, Dark Fiber zu vermieten, Objekte zu erschließen, Redundanz-Konzepte zu entwickeln und die passive Infrastruktur zu betreiben. Auch Privatkunden können einen Glasfaser-Hausanschluss erhalten. Die Länge des Glasfasernetzes stieg gegenüber dem Vorjahr um 18,6 Kilometer.

Darüber hinaus unterstützt die Netzgesellschaft die Stadt Heidelberg aktiv beim geförderten Breitbandausbau: In den sogenannten weißen Flecken ohne schnelles Internet, in denen laut einer Markterhebung auch in den nächsten Jahren keine Aktivitäten von privaten Telekommunikationsunternehmen zu erwar ten sind, organisiert die Stadt den Ausbau. Die Stadtwerke Heidelberg sind Dienstleister der Stadtbetriebe Heidelberg bei der Herstellung und dem späteren Betrieb des passiven Netzes. Die weißen Flecken sollten ursprünglich bis Ende 2020 geschlossen sein. Aufgrund des Lockdowns und längerer Perioden mit viel Regen – für das Einblasen der Glasfaser ist Trockenheit und eine Mindesttemperatur von 5 Grad Celsius erforderlich – werden die Arbeiten voraussichtlich Ende des zweiten Quartals 2021 abgeschlossen.

Smart City-Services für Heidelberg

Die Stadtwerke Heidelberg Netze kooperieren eng mit der Digital-Agentur Heidelberg, einer gemeinsamen Entwicklungsgesellschaft von Stadt und Stadtwerke Heidelberg für digitale Themen.

Zusammen mit der Digital-Agentur errichten die Stadtwerke Heidelberg ein städtisches Internet der Dinge (Internet of Things, IoT): die Anbindung von Gegenständen des Alltags an leistungsfähige Datenverarbeitungssysteme. Zum Einsatz kommen dabei energieeffiziente Funktechnologien. So werden nach und nach die technischen Infrastrukturen der Stadtwerke digital nachgebildet. Dieser digitale Zwilling bzw. digital twin ermöglicht einen wirtschaftlicheren Betrieb bei gleichzeitig höherer Qualität. Dieser technologische Ansatz steht auch weiteren Partnern in Heidelberg zur Verfügung und wird bereits in den Bereichen Abfallwirtschaft, Winterdienst und Umwelt-Monitoring eingesetzt. Der Ausbau des Funknetzes ist im Jahr 2020 weiter gut vorangekommen. Unter anderem sind nun die Beleuchtungsinfrastrukturen als Funkstandorte nutzbar.

Breitbandausbau in Heidelberg

Trotz Corona ging der Breitbandausbau in Heidelberg voran.

Breitbandausbau in Heidelberg

Trotz Corona ging der Breitbandausbau in Heidelberg voran.

Ein Jahr

Betriebsführung

für Trinkwasser

in Dossenheim

Wasserversorgung

Die Netzgesellschaft ist technischer Betriebsführer der Trinkwasserversorgung für die Stadtbetriebe Heidelberg und übernimmt auch für weitere Städte und Gemeinden Aufgaben in der Wasserversorgung. Seit Juli 2020 ist eine neue Aufgabe hinzugekommen: Für ein Jahr unterstützt die Gesellschaft die Gemeinde Dossenheim bei der Betriebsführung der Trinkwasserversorgung.

In Heidelberg sind die Stadtwerke Heidelberg im Auftrag der Stadtbetriebe für die Betriebsführung der kompletten Wasserversorgung zuständig. Die Wasserversorgung in der Stadt am Neckar ist regional geprägt: Mit 55,3 Prozent stammte der Großteil des Trinkwassers in 2020 aus drei lokalen Grundwasserwerken sowie zu 4,2 Prozent aus Buntsandstein-Quellen auf Handschuhsheimer sowie Ziegelhäuser Gemarkung. Die restlichen 40,5 Prozent kamen 2020 vom Zweckverband Wasserversorgung Kurpfalz aus dem Wasserwerk Schwetzinger Hardt in unmittelbarer Nachbarschaft von Heidelberg.

Die Heidelberger schätzen vor allem ihr Trinkwasser aus den heimischen Quellen. Neben Teilbereichen von Ziegelhausen werden auch die Haushalte am Hang von Heidelberg-Handschuhsheim und Heidelberg-Neuenheim bis hin zum Haarlass damit versorgt. In den Vorjahren mussten die Handschuhsheimer und Neuenheimer aufgrund hoher sommerlicher Temperaturen und längerer Trockenperioden immer wieder auf das weiche Wasser verzichten, da die Quellen zu wenig Wasser führten. Im Jahr 2020 wurden sie jedoch nahezu durchgängig aus den Trinkwasserquellen versorgt – bis auf wenige Tage, an denen technische Umstellungen erforderlich waren.

Wassernetz¹ 2020 2019 2018
Hochbehälter 34 34 34
Länge des Rohrnetzes² (km) 662,8 668,4 668,1
Hausanschlüsse 22.542 22.525 22.248
Eingebaute Zähler 21.309 21.272 21.253

1 | Betriebsführung für die Stadtbetriebe Heidelberg
2 | Inklusive Hausanschlüsse

Der Eselsgrundbehälter im Stadtteil Rohrbach ist einer von 34 Hochbehältern in Heidelberg. Gebaut im Jahr 1926 sorgt er seither mit einem Fassungsvermögen von 3.000 Kubikmetern für einen ausreichenden Druck zur Versorgung von Gebäuden in Hanglage.

Der Eselsgrundbehälter im Stadtteil Rohrbach
Der Eselsgrundbehälter im Stadtteil Rohrbach

Der Eselsgrundbehälter im Stadtteil Rohrbach ist einer von 34 Hochbehältern in Heidelberg. Gebaut im Jahr 1926 sorgt er seither mit einem Fassungsvermögen von 3.000 Kubikmetern für einen ausreichenden Druck zur Versorgung von Gebäuden in Hanglage.

Wasserversorgung für Städte und Gemeinden

Stadtbetriebe der Stadt Heidelberg

  • Betriebsführung der Wasserversorgung

Stadt Eppelheim

  • Belieferung der Stadt im Auftrag der Stadtbetriebe Heidelberg und Betriebsführung des Wasserversorgungsnetzes

Stadtwerke Neckargemünd

  • Betriebsführung der Wasserversorgung inklusive Versorgungsnetz und Wassergewinnung

Gemeinde Dossenheim

  • Belieferung der Gemeinde mit Wasser aus dem Wasserwerk Entensee im Auftrag der Stadtbetriebe Heidelberg
  • Unterstützung bei der Betriebsführung der Wasserversorgung

Gemeinde Edingen-Neckarhausen

  • Betriebsüberwachung der Wasserversorgungsanlagen der Neckargruppe

Baumaßnahmen für eine sichere Versorgung

Die Stadtwerke Heidelberg haben auch im Corona-Jahr 2020 Netze und technische Anlagen im gesamten Versorgungsgebiet erneuert sowie in den Neubaugebieten oder den Konversionsflächen ausgebaut. In Heidelberg lagen Schwerpunkte des Ausbaus auf der Erschließung von Heidelberg-Bahnstadt sowie der ehemaligen US-Flächen Hospital, Mark-Twain-Village, Campbell Barracks und Heidelberg Innovation Park (hip). Zudem wurden die Baumaßnahmen für das Mobilitätsnetz Heidelberg, einem der größten Heidelberger Projekte für den Öffentlichen Personennahverkehr der letzten Jahrzehnte, im Frühjahr 2020 abgeschlossen.

Ein wesentliches Prinzip der Stadtwerke Heidelberg ist es, sich mit ihren Baumaßnahmen möglichst Planungen von Partnern etwa im Bereich des Kanal- oder Gleisbaus anzuschließen, um die Belastungen für die Anwohnenden weitestgehend zu reduzieren. Ein Beispiel unter zahlreichen anderen sind die Arbeiten in der Hauptstraße Ost: Im Sommer 2020 konnten die Stadtwerke Heidelberg im Zuge der Kanalarbeiten des Abwasserzweckverbandes die Erneuerungen an den Gas- und Wasserversorgungsleitungen sowie die Neuverlegung der Fernwärmeleitung und der Leerrohre für Glasfaserleitungen abschließen. Auch bei der Sanierung der Hebelstraßenbrücke waren die Stadtwerke Heidelberg Netze ein Partner unter mehreren, die sich unter der Regie des Tiefbauamts koordinierten: Neben den Gas-, Wasser-, Strom- und Telekommunikationsleitungen kamen hier die Beleuchtungsanlagen als weitere zu erneuernde Infrastruktur hinzu.

Um die Belastungen für die Öffentlichkeit sowie die Kosten zu reduzieren, werden – wo immer möglich – Relining-Verfahren eingesetzt. Diese Verlegetechnik kommt mit einem Minimum an Tiefbauarbeiten aus: Punktaufgrabungen reichen, um die Leitungen in vorhandene Rohre einzuziehen. Dieses Verfahren wird überall dort eingesetzt, wo die Querschnitte der zu erneuernden Rohrleitungen es zulassen: Das betrifft etwa zehn bis 15 Prozent aller Baumaßnahmen in den Sparten Gas und Wasser. In Heidelberg wurde es 2020 unter anderem am Schlossberg oberhalb der Altstadt bei Arbeiten an der Gasleitung angewandt. In den Konzessionsgemeinden kam das Verfahren zum Beispiel in Wiesloch, Schwetzinger Straße, oder bei der Sanierung der Ortsmitte Nußloch zum Einsatz.

Auch in eigenen Anlagen waren die Stadtwerke Heidelberg baulich aktiv: Im Jahr 2020 ging die Sanierung des Umspannwerks Ost am Gaisbergtunnel in der Heidelberger Altstadt voran. Die aufwändigen Arbeiten hatten im Jahr 2015 begonnen und werden voraussichtlich im Sommer 2022 abgeschlossen. Auch der Leitungsbau für den ENERGIEpark Pfaffengrund der Stadtwerke Heidelberg stand auf der Agenda des letzten Geschäftsjahres. Der Fortschritt verlief parallel zu der Entwicklung des Standorts, auf dem neben den energiewirtschaftlichen Anlagen auch weitere neue Gebäude von Partnern sowie für die Stadtwerke Heidelberg selbst entstehen.

Generell hat die Vielzahl der Entwicklungsmaßnahmen in Heidelberg dazu geführt, dass sich das Auftragsvolumen für den Bau bei der Netzgesellschaft in den vergangenen Jahren stark erhöht hat. Damit geht eine Auslastung von Baufirmen in der Region und eine Erhöhung der Marktpreise einher. Die Stadtwerke Heidelberg Netze haben in ihrem Effizienzprogramm Fit 2020+ Netze erfolgreich Maßnahmen entwickelt, um den Einkaufsprozess zu optimieren.

Wo immer möglich und wirtschaftlich vertretbar, stellten die Stadtwerke Heidelberg Netze die PKW-Flotte auf Batteriebetrieb um.

Sukzessive Reduktion der Fahrzeugflotte und Umstellung auf alternative Antriebe
Sukzessive Reduktion der Fahrzeugflotte und Umstellung auf alternative Antriebe

Wo immer möglich und wirtschaftlich vertretbar, stellten die Stadtwerke Heidelberg Netze die PKW-Flotte auf Batteriebetrieb um.

Zukunftskonzept Fuhrpark

Die Stadtwerke Heidelberg Netze sind Dienstleister für das Gesamtunternehmen im Bereich des Fuhrparks. Im Jahr 2020 hat ein renommier tes Umweltinstitut Eckpunkte eines Konzepts für die Umstellung auf alternative Antriebe und Energieträger mit der Netzgesellschaft erarbeitet. Als Ergebnis dieser Zusammenarbeit werden die Stadtwerke Heidelberg insbesondere im Bereich ihrer PKW-Flotte bis 2030 im Rahmen der Ersatzbeschaffung sukzessive und wo immer möglich und wirtschaftlich vertretbar auf Batteriebetrieb umstellen. Im Bereich der Funktions-, Sonder- und Transportfahrzeuge ist das Angebot an Fahrzeugen mit alternativen Antriebstechniken jedoch begrenzt. Bislang sind noch keine ausreichenden Angebote absehbar. Die Stadtwerke Heidelberg Netze werden jedoch die Entwicklungen am Markt beobachten und ver fügbare, wirtschaftlich akzeptable Alternativen einsetzen.

Fahrzeugflotte

um 20 Prozent

reduziert

Parallel wurde die Fahrzeugflotte um rund 20 Prozent reduziert. Ein elektronisches Fahrtenbuch soll eine bessere Auswertung und Optimierung der Fahrzeug-Nutzung ermöglichen. Verbrauchsspitzen werden unter anderem durch Kooperationen mit Carsharing-Partnern abgedeckt. Insgesamt ist vorgesehen, die Treibhausgasemissionen aus der Fahrzeugflotte kontinuierlich zu mindern.

ERGEBNISSE

Investitionen

Die Investitionen im Netzbereich gehen im Wesentlichen auf Erschließungs- und Modernisierungsmaßnahmen bei Versorgungsleitungen zurück. Treiber der Entwicklung waren weiterhin die Erschließung von Heidelberg-Bahnstadt sowie der Konversionsflächen Mark-Twain-Village, Campbell Barracks und Heidelberg Innovation Park.

Absatz und Umsatz

Die Strom-Nachfrage ist mit 822,2 Millionen Kilowattstunden (Vorjahr: 851,5) gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Hier zeigen sich insbesondere die Auswirkungen des ersten Lockdowns in 2020. Der Gas- und Fernwärmeabsatz, maßgeblich durch die Dauer und die Temperaturen der kalten Jahreszeit bestimmt, sank ebenso: bei Gas auf 1.679,1 (Vorjahr: 1.716,7) Millionen Kilowattstunden, bei der Fernwärme auf 474,4 (Vorjahr: 494,5) Millionen Kilowattstunden. Hier spielte vor allem das warme Frühjahr eine Rolle. Die Umsatzerlöse stiegen dagegen. Ein wesentlicher Grund lag in höheren Einnahmen aus Netznutzungsentgelten.

Die Wasserabgabe lag im Jahr 2020 im Mittel der Vorjahre und damit innerhalb der üblichen Schwankungsbreite.

Wärmenetze

weiterentwickeln – für

CO2-freie Wärme

Netzabgabe¹ 2020 2019 2018
Strom (Mio. kWh) 822,2 851,5 863,8
Gas (Mio. kWh) 1.679,1 1.716,7 1.629,8
Fernwärme (Mio. kWh) 474,4 494,5 476,9
Wasser (Mio. m³)² 10,6 10,1 11,0

1 | Inklusive Abgrenzungseffekte gegenüber dem Vorjahr
2 | Betriebsführung für die Stadtbetriebe Heidelberg

Umsatz (Mio. €) 2020 2019 2018
Strom 68,6 67,7 62,5
Gas 24,2 23,5 21,7
Fernwärme 42,8 42,7 41,2
Glasfaser 1,1 1,1 0,9

Investitionen (Mio. €) 2020 2019 2018
Stromnetz 10,1 11,4 9,8
Gasnetz 5,0 6,1 3,8
Fernwärmenetz 5,7 7,5 8,3
Glasfasernetz 2,8 1,9 1,2

Ausblick

In den Sparten Strom und Gas bereiten sich die Stadtwerke Heidelberg Netze auf die vorgelagerte Kostenprüfung der vierten Regulierungsperiode vor. Außerdem stehen wieder Konzessionsbewerbungen an. In der Sparte Fernwärme/ Fernkälte setzt die Netzgesellschaft weiter auf Wachstum durch Netzverdichtung sowie die Erschließung von Neubaugebieten und Konversionsflächen. Ein wichtiges Thema ist zudem die Weiterentwicklung der Wärmenetze, um immer mehr CO2-freie Wärme aus verschiedenen Erzeugungsquellen liefern zu können. Am Beispiel der Konversionsfläche Patrick-Henry-Village soll ein erstes Modell der Wärmenetze 4.0 – eine Kombination aus einem Niedrigtemperaturnetz mit rund 85 Grad Vorlauftemperatur und einem zukunftsweisenden wechselwarmen Netz – konzipiert und realisiert werden. Gemeinsam mit der Stadt Heidelberg und der GGH ist die Erschließung des Patrick-Henry-Village in Vorbereitung. Die drei Partner werden dazu eine gemeinsame Entwicklungsgesellschaft unter Führung der Stadt Heidelberg gründen. Diese Gesellschaft wird gemeinsamer Eigentümer der Energietechnik, der sogenannten Übergabestationen+, in den Gebäuden des entstehenden neuen Stadtteils sein.

Mittelfristig sehen die Stadtwerke Heidelberg Netze auch in der Glasfaser-Infrastruktur als der technischen Basis für eine erfolgreiche Digitalisierung ein wichtiges neues Geschäftsfeld. Die Gesellschaft wird das Netz weiter ausbauen, betreiben und als Dark Fiber vermarkten. Neubaugebiete und Konversionsflächen wird sie flächendeckend mit Glasfaser-Hausanschlüssen (Fiber to the Building, FttB) erschließen. Im Bestandsnetz bauen die Stadtwerke Heidelberg Netze immer dann aus, wenn die angefragten Leistungen wirtschaftlich vertretbar sind. Die Netzgesellschaft strebt an, sich zum Kompetenzzentrum für Breitbandversorgung zu entwickeln und prüft in Kooperation mit der Digital-Agentur Heidelberg weitere Geschäftsmodelle im Bereich der Digitalisierung.

Um die Vielzahl ihrer Aufgaben effizient und kundenorientiert erledigen zu können, entwickeln die Stadtwerke Heidelberg Netze ihre Organisation kontinuierlich weiter. Im Jahr 2021 werden daher Prozessoptimierungen aus dem unternehmensweiten Effizienzprogramm Fit 2020+ weiter umgesetzt.

Eine wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg der Gesellschaft ist es, mittel- und langfristig Knowhow zu sichern. Deshalb werden die Stadtwerke Heidelberg Netze weiter investieren, um hochqualifizierte und motivierte Fach- und Führungskräfte zu halten, zu entwickeln und bei Bedarf zu gewinnen.