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Kapitel einzeln

Stadtwerke Heidelberg Netze

Heidelberg ERWÄRMT
SICH FÜR DAS KLIMA

Unser Fernwärmenetz bringt immer »grünere« Energie ins Haus. Damit möglichst viele Menschen sie nutzen können, bauen wir das Netz nicht nur aus, sondern auch um: für clevere Versorgung, noch mehr erneuerbare Energien und neue Partner im Klimaschutz.

Stadtwerke Heidelberg

Netze

Die Stadtwerke Heidelberg Netze betreiben Versorgungsleitungen und Anlagen für Strom, Erdgas, Fernwärme, Wasser, Telekommunikation und Straßenbeleuchtung. Außerdem sichert die Gesellschaft den diskriminierungsfreien Zugang zu ihren Netzen und übernimmt Dienstleistungen für ihre Kunden sowie Aufgaben im Rahmen der Energiewende. Die Netzgesellschaft beschäftigte Ende 2019 insgesamt 349 Mitarbeiter. Hinzu kommen 95 Mitarbeiter bei den Stadtwerken Heidelberg Technische Dienste, die Dienstleistungen für die anderen Gesellschaften der Stadtwerke Heidelberg ausführen.

Im gesamten Versorgungsgebiet sind Mitarbeiter der Netzgesellschaft im Einsatz, um eine sichere Versorgung der Bürger mit Energie und Trinkwasser sicherzustellen.

Im gesamten Versorgungsgebiet sind Mitarbeiter der Netzgesellschaft im Einsatz, um eine sichere Versorgung der Bürger mit Energie und Trinkwasser sicherzustellen.

Rechtliches Umfeld

Die wirtschaftlichen Ergebnisse von Netzbetreibern sind in den Bereichen Strom und Gas von der Anreizregulierung geprägt – einem behördlichen System zur Marktgestaltung, das wettbewerbliche Strukturen simulieren soll. Alle fünf Jahre werden dazu die Kosten der Netzbetreiber geprüft. Diese Daten gehen in einen Effizienzvergleich ein. Für jedes Unternehmen ermitteln die zuständigen Behörden auf dieser Basis, wieviel effizienter es werden soll, und leiten daraus Erlösobergrenzen für die kommenden fünf Jahre ab. Diese sind wiederum die Grundlage für die Netzbetreiber, um die Netznutzungsentgelte zu kalkulieren. Das nächste Basisjahr im Bereich Gas ist 2020, im Bereich Strom 2021. Die Regulierungsperiode dauert beim Gas von 2023 bis 2027, beim Strom von 2024 bis 2028.

Das Geschäftsumfeld in den Bereichen Strom und Gas ist darüber hinaus durch das Zusammenspiel zahlreicher sogenannter berechtigter Marktpartner bestimmt. Dazu zählen Energielieferanten, Verteilnetz- und Übertragungsnetz- sowie Messstellenbetreiber. In den liberalisierten Energiemärkten ist ein schneller und gut organisierter Datenaustausch zwischen ihnen eine Voraussetzung für den fristgerechten Lieferantenwechsel. Dieser Vorgang, auch Marktkommunikation genannt, ist zudem für die Netzstabilität wichtig: Er ist eine entscheidende Basis dafür, dass die Bilanzen zwischen Energieerzeugung und -verbrauch ausgewogen sind.

Diese elektromechanischen Ferraris-Zähler wurden in 2019 gegen neue digitale Zähler ausgetauscht.

Zählertausch 2019
Zählertausch 2019

Diese elektromechanischen Ferraris-Zähler wurden in 2019 gegen neue digitale Zähler ausgetauscht.

Unter dem Stichwort MaKo 2020 wurden im Jahr 2019 neue Regeln und Rollendefinitionen für die Marktkommunikation eingeführt: Die Messstellenbetreiber übernehmen seit dem 1. Dezember 2019 eine zentrale Rolle in der Marktkommunikation. Erforderlich dazu war ein umfassender Umbau der Kommunikationsprozesse und damit der IT-Systeme in den Energieversorgungsunternehmen. Auch die Stadtwerke Heidelberg Netze haben diese Anforderungen im Laufe des Jahres 2019 umgesetzt und parallel dazu ihr Abrechnungssystem umgestellt. Im Vorfeld war die Entscheidung gefallen, eine Kooperation mit den Stadtwerken Flensburg einzugehen und verstärkt auf internen Kompetenzaufbau statt auf externes Know-how zu setzen. Das neue System ging pünktlich zum 1. Dezember 2019 an den Start.

Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende bzw. das in Artikel 1 konkretisierte Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) schreibt zudem die breite Einführung von digitalen Zählern vor. Dabei unterscheidet es zwischen modernen Messeinrichtungen und intelligenten Messsystemen.

  • Moderne Messeinrichtungen lösen seit 2017 bei allen Verbrauchern mit weniger als 6.000 Kilowattstunden Stromeinsatz –­ ca. 90 Prozent der Energienutzer – sukzessive die bisherigen elektromechanischen schwarzen Ferraris-Stromzähler ab. Die neuen Modelle liefern Verbrauchsdaten über den Tagesverlauf und sind durch PINs geschützt. Die Messdaten bleiben damit beim Verbraucher. Die ersten zehn Prozent der einzubauenden neuen Zähler sollten bis September 2019 eingebaut sein. Dieses Ziel hatten die Stadtwerke Heidelberg Netze übertroffen. Ende 2019 waren bereits 15 Prozent der Zähler verbaut. Bis Ende 2032 sind alle alten Ferraris-Zähler auszutauschen.
  • Bei intelligenten Messsystemen sind die modernen Messeinrichtungen an Kommunikationsmodule, sogenannte Gate­ways, angeschlossen. Darüber werden Verbrauchsdaten sicher und verschlüsselt an die berechtigten Marktpartner übertragen. Intelligente Messsysteme sind für Nutzer mit einem Mindest-Jahresstromverbrauch von 6.000 bis 100.000 Kilowattstunden sowie für Betreiber von dezentralen Erzeugungsanlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) vorgeschrieben. So können Stromverbräuche, aber auch die Mengen an produziertem Strom aus den Erzeugungsanlagen im Tagesverlauf unter den berechtigten Marktpartnern ausgetauscht werden. Auf dieser Basis ist es möglich, Ein- und Verkauf von Energie im Viertelstundentakt aufeinander abzustimmen und somit die Erzeugungskapazitäten optimal einzusetzen. Die Anforderungen an den Datenschutz sind dabei sehr hoch.

Vor dem bundesweiten Rollout der intelligenten Messsysteme sollte sichergestellt sein, dass drei unabhängige Hersteller zertifizierte Gateways am Markt anbieten. Das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesamt für Informationssicherheit (BSI) haben am 24. Februar 2020 eine sogenannte Marktverfügbarkeitserklärung veröffentlicht, laut der diese Voraussetzung schließlich gegeben war – allerdings nur für die Verbraucherseite. Von diesem Stichtag an haben die Stadtwerke Heidelberg Netze drei Jahre Zeit, um zehn Prozent der erforderlichen Gateways zu verbauen.

AUSBAU DIGITALER ZÄHLER

für 90 % aller Verbraucher
ohne Übertragung
der Daten an den Versorger
oder an Dritte

Regionales Umfeld

Das wirtschaftliche Umfeld in der Region Heidelberg war auch 2019 von einer hohen Investitionsbereitschaft geprägt. Das wirkt sich positiv auf die Versorgung mit Strom, Gas, Wärme und Wasser aus. Durch das Wachstum der Universität Heidelberg im Neuenheimer Feld, den Ausbau des Straßenbahnnetzes im Projekt Mobilitätsnetz Heidelberg, die weitere Erschließung von Heidelberg-Bahnstadt sowie der Konversionsflächen ist das Bauvolumen in Heidelberg deutlich erhöht. Die Netzgesellschaft nutzt die Chancen dieser Entwicklungen, um ihr Versorgungsgebiet in den Bereichen Fernwärme, Strom und Glasfaser sowie als Betriebsführer für die Stadtbetriebe Heidelberg auch im Bereich Trinkwasser auszubauen. Gleichzeitig werden damit die Planungs- und Baukapazitäten der Netzgesellschaft ebenso wie die Kapazitäten der eingesetzten Baufirmen stark beansprucht. Damit geht ein Preisanstieg für Tätigkeiten im Tief- und Leitungsbau einher.

ZUKUNFTS-
TECHNIKEN

für das klimaneutrale
Wachstum der Stadt

In den Wachstumsbereichen der Stadt, etwa auf den ehemaligen Konversionsflächen wie dem Heidelberg Innovation Park (hip) oder dem Patrick-Henry-Village, werden von einem gemeinsamen Entwicklungsteam unter Leitung der Stadt Heidelberg anspruchsvolle neue Zukunftstechniken realisiert. Ziel ist es, die Vision der Stadt Heidelberg von einem klimaneutralen Wachstum der Wissenschaftsstadt umzusetzen. Zu neuen Aufgaben führt außerdem das Bestreben, Heidelberg zur Digitalen Stadt zu entwickeln und die Glasfaser-Infrastruktur auszubauen. Die Stadtwerke Heidelberg übernehmen dabei Service- und Beratungsfunktionen.

Unsere Ziele: Hohe Versorgungsqualität und -sicherheit

Zentrale Ziele der Netzgesellschaft sind eine hohe Prozesseffizienz, ein anspruchsvoller Qualitätsstandard bei ihren Leistungen und eine überdurchschnittlich gute Versorgungssicherheit. Dazu hat die Gesellschaft Managementsysteme aufgebaut, die regelmäßig durch unabhängige Dritte geprüft werden: das Technische Sicherheitsmanagement (TSM) sowie das Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) nach der Norm DIN ISO/IEC 27001. Im Mai 2019 fand ein ISMS-Überwachungsaudit statt.

Strom und Gas

Im Bereich Strom war die Versorgungs­sicherheit durch die Stadtwerke Heidelberg auch im Jahr 2019 wieder überdurchschnittlich hoch: Im Schnitt lag die Versorgungsunterbrechung pro Letztverbraucher bei 7,57 Minuten, während der zuletzt erhobene bundesweite Wert 13,91 betrug. In diesen Wert fließen ungeplante Versorgungsunterbrechungen ein, die mehr als drei Minuten dauern.

Das Stromnetz erweitert sich durch das Wachstum der Stadt Heidelberg kontinuierlich. Durch Neubaugebiete in den Konzessionsgemeinden kann auch die Länge des Gasnetzes leicht gesteigert werden. Die Anzahl der Zähler und der Hausanschlüsse steigt mit einer zeitlichen Verzögerung.

In den Bereichen Strom und Gas ist das regionale Wachstum eng mit den Konzessionen der Gemeinden für die Durchleitung von Energie auf ihrem Gebiet verbunden. In den nächsten Jahren laufen einige Konzessionen der Stadtwerke Heidelberg aus. Deshalb hat sich der Energieversorger im Jahr 2019 bereits intensiv auf die anstehenden Bewerbungen vorbereitet.

STROMNETZ 2019 2018 2017
Netz-Trafostationen 370 372 371
Länge des Leitungsnetzes1 (km) 1.765 1.755 1.765
davon Kabel (km) 1.624 1.614 1.623
davon Freileitung (km) 142 141 142
Hausanschlüsse 22.214 22.148 22.116
Eingebaute Zähler 99.176 98.477 97.957

1 | Inklusive Hausanschlüsse

GASNETZ 2019 2018 2017
Netzdruckregler 66 66 62
Länge des Rohrnetzes1 (km) 888 887 885
Hausanschlüsse 26.599 26.521 26.418
Eingebaute Zähler 38.102 38.177 38.287

1 | Inklusive Hausanschlüsse

Verlegung einer Fernwärme-Hauptversorgungsleitung

Im Juni 2019 haben die Stadtwerke Heidelberg Netze eine ihrer größten Fernwärmemaßnahmen der letzten Jahre gestartet: die Verlegung einer Hauptversorgungsleitung aufgrund der neuen Straßenbahntrasse im Zuge des Mobilitätsnetzes Heidelberg. Parallel wurden Kompensatoren erneuert. Die Arbeiten konnten schon im August 2019 abgeschlossen werden.

Verlegung einer Fernwärme-Hauptversorgungsleitung

Im Juni 2019 haben die Stadtwerke Heidelberg Netze eine ihrer größten Fernwärmemaßnahmen der letzten Jahre gestartet: die Verlegung einer Hauptversorgungsleitung aufgrund der neuen Straßenbahntrasse im Zuge des Mobilitätsnetzes Heidelberg. Parallel wurden Kompensatoren erneuert. Die Arbeiten konnten schon im August 2019 abgeschlossen werden.

Fernwärme

Heidelberg verfügt über ein gut ausgebautes Fernwärmenetz. Diese Infrastruktur ist eine wesentliche Basis für die Wärmewende vor Ort, denn sie leitet die Wärme unabhängig vom Energieträger, aus dem sie erzeugt wird, zum Verbraucher. Die Stadtwerke Heidelberg erhöhen den Anteil der Wärme aus erneuerbaren Energien im Zuge ihrer Energiekonzeption 2020/ 2030 kontinuierlich. So erreicht immer mehr »grüne«, CO2-freie Wärme die angeschlossenen Haushalte. Rund 47 Prozent der Haushalte in Heidelberg sind mit Fernwärme versorgt. Nicht erschließbar sind Hangbereiche in Heidelberg.

In 2019 wurde die Netzverdichtung und der Netzausbau weiter fortgeführt. Unter anderem wurde Fernwärme in der Bahnstadt sowie auf den Konversionsflächen ausgebaut, außerdem in verschiedenen Stadtgebieten verdichtet.

Seit dem Umsetzungsstart des Fernwärme-Ausbaukonzepts im Jahr 2010 konnte die Zahl der Hausanschlüsse um rund 29 Prozent auf 5.320 gesteigert und die Netzlänge um 23 Prozent auf 223,4 Kilometer erhöht werden.

Fernwärmenetz 2019 2018 2017
Länge des Rohrnetzes1 (km) 223,4 223,2 224,1
Anschlusswert bei den Kunden (MW) 614 581 565
Hausanschlüsse 5.320 5.264 5.192
Eingebaute Zähler 4.826 4.763 4.666

1 | Inklusive Hausanschlüsse

WÄRMENETZE 4.0

Offen für erneuerbare
Energien und für neue
Partner im Wärmemarkt

Die Energiewende verändert die Anforderungen an unser Fernwärmenetz. Gefragt sind praktikable Konzepte, um CO2-freie Wärme ins Netz einzubinden. Soll beispielsweise industrielle Abwärme oder Wärme aus der Solarthermie aufgenommen werden, braucht es eine niedrigere Systemtemperatur – die gleichzeitig die Effizienz der Solarthermie-Anlagen erhöht. Zudem ist es wünschenswert, Strom­überschüsse bei Netzengpässen oder in Niedrigpreisphasen durch Power-to-Heat-Anlagen in günstige Wärme umzuwandeln. So wird das Energiesystem flexibler. All diese Entwicklungen führen dazu, dass der Betrieb des Fernwärmenetzes komplexer und anspruchsvoller werden wird.

Die Netzgesellschaft hat daher im Programm Wärmenetze 4.0 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie eine geförderte Machbarkeitsstudie zu Niedertemperaturnetzen auf der Konversionsfläche Patrick-Henry-Village durchgeführt und ein innovatives wechselwarmes Wärme- und Kältenetz entwickelt. Die Idee: Im Winter überwiegt die Heizlast, im Sommer die Kühllast. Zu beiden Zeiten können Verbraucher aus dem Kaltleiter auch Kühl- bzw. aus dem Warmleiter auch Heizenergie beziehen. Während der Übergangszeit pendelt das Netz zwischen den beiden Lastfällen: Die verschiedenen Verbräuche gleichen sich teilweise gegenseitig aus. Um diese Technik zu realisieren, ergeben sich für Investoren und Kunden neue Kriterien für die Haustechnik: Statt einer Kompaktstation umfasst sie im wechselwarmen Netz eine Wärmepumpe, eine Kältestation sowie einen Speicher. Das erfordert bei allen Beteiligten eine Anpassung der Abläufe sowie zusätzliches Know-how.

Das Programm Wärmenetze 4.0 wurde Ende 2019 abgeschlossen. Die Ergebnisse fließen nun in die weitere Planung der Wärme- und Kälteversorgung für den neuen Stadtteil Patrick-Henry-Village ein.

Schnelles Internet für Heidelberg

Die Stadtwerke Heidelberg Netze sind der Partner der Stadt Heidelberg beim Ausbau von Glasfasern für das schnelle Internet. Bei der Erschließung von Neubaugebieten wie Heidelberg-Bahnstadt und den Konversionsflächen werden jetzt schon flächendeckend Glasfasernetze verlegt. Dabei handelt es sich um Dark Fiber, unbeleuchtete Glasfasern, die von privaten Telekommunikationsunternehmen mit aktiven Komponenten beleuchtet werden. Zudem bieten die Stadtwerke Heidelberg Netze Providern, Investoren und Gewerbekunden an, Dark Fiber zu vermieten, Objekte zu erschließen, Redundanzkonzepte zu entwickeln und die passive Infrastruktur zu betreiben. Auch Privatkunden können einen Glasfaser-Hausanschluss erhalten. Die Länge des Glasfasernetzes stieg gegenüber dem Vorjahr um 25,8 Kilometer.

Darüber hinaus unterstützt die Netzgesellschaft die Stadt Heidelberg aktiv beim geförderten Breitbandausbau: In den sogenannte weißen Flecken ohne schnelles Internet, in denen laut einer Markterhebung auch in den nächsten Jahren keine Aktivitäten von privaten Telekommunikationsunternehmen zu erwarten waren, organisiert die Stadt den Ausbau. Im September 2019 starteten die Arbeiten in Schlierbach, Anfang 2020 gingen sie in Ziegelhausen weiter. Die Stadtwerke Heidelberg sind Dienstleister der Stadtbetriebe Heidelberg bei der Herstellung und dem späteren Betrieb des passiven Netzes. Die weißen Flecken sollen bis Ende 2020 geschlossen sein.

GLASFASER-
NETZ WÄCHST

Wieder 25 km mehr Netz
für ultraschnelles Internet

Smart-City-Services für Heidelberg

Die Stadtwerke Heidelberg Netze kooperieren darüber hinaus eng mit der Digital-Agentur Heidelberg, einer gemeinsamen Gesellschaft der Stadt und Stadtwerke Heidelberg, im Bereich Internet der Dinge (Internet of Things – IoT). Unter IoT versteht man die Anbindung von Gegenständen des Alltags mit leistungsfähigen Datenverarbeitungssystemen. IoT eröffnet neue Möglichkeiten der Interaktion zwischen der realen Welt und dem Internet. Im städtischen Umfeld wird diese Vernetzung durch den Einsatz von energieeffizienten Funktechnologien wie LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) realisierbar. Die Digital-Agentur arbeitet daran, diese Technik in den Bereichen Abfallwirtschaft, Winterdienst, Parkraummanagement, Zählerfernauslesung und Umweltmonitoring zu konzipieren und aufzubauen.

Glasfasernetz 2019 2018 2017
Länge des Netzes (km) 186,4 160,6 147,5
Hausanschlüsse 254 235 205

 

Heidelberger Trinkwasser

Das Heidelberger Trinkwasser wird direkt auf Heidelberger Gebiet sowie in unmittelbarer Nachbarschaft gewonnen.

Heidelberger Trinkwasser

Das Heidelberger Trinkwasser wird direkt auf Heidelberger Gebiet sowie in unmittelbarer Nachbarschaft gewonnen.

Verantwortung für die Wasserversorgung

Die Netzgesellschaft ist technischer Betriebsführer der Trinkwasserversorgung für die Stadtbetriebe Heidelberg. Die Wasserversorgung in Heidelberg ist regional geprägt: Mit 52,5 Prozent stammte der Großteil des Trinkwassers in 2019 aus drei lokalen Grundwasserwerken sowie 3,4 Prozent aus Buntsandstein-Quellen auf Handschuhsheimer sowie Ziegelhäuser Gemarkung. Die restlichen 44,1 Prozent kamen 2019 vom Zweckverband Wasserversorgung Kurpfalz aus dem Wasserwerk Schwetzinger Hardt in unmittelbarer Nachbarschaft von Heidelberg.

AUF NUMMER SICHER BEI TFA

Einsatz für hohe
Wasserqualität

Seit 2016 beziehen die Stadtwerke Heidelberg einen höheren Trinkwasser-Anteil vom Zweckverband Wasserversorgung Kurpfalz. Hintergrund ist, dass im Herbst 2016 der Stoff Trifluoracetat (TFA) im Neckar nachgewiesen wurde. Zwar steht der Stoff nicht auf der Liste der zu analysierenden Stoffe im Anhang der umfassenden Trinkwasserverordnung, doch wurde 2016 kurzfristig ein vorsorglicher Maßnahmenwert von zehn Millionstel Gramm pro Liter festgelegt. Die Stadtwerke Heidelberg haben in Abstimmung mit den Stadtbetrieben Heidelberg den Wasserbezug angepasst, so dass dieser Wert in allen Stadtteilen Heidelbergs eingehalten bzw. zum Teil sogar deutlich unterschritten wird.

Zwischenzeitlich wurde ein neuer Maßnahmenwert von 30 Millionstel Gramm pro Liter veröffentlicht. Doch die Stadt und die Stadtwerke Heidelberg orientieren sich weiterhin an dem niedrigeren Wert, um neu zu entscheiden, sobald laufende Studien über den Stoff zum Abschluss gekommen sein werden und das Umweltbundesamt gegebenenfalls einen Leitwert festsetzt. Darüber hinaus haben sich die Partner für einen Einleitungsstopp eingesetzt. Einer Klage der Stadt gegen die einleitende Firma wurde »in einem Grund- und Teilurteil dem Grunde nach stattgegeben«, hieß es in einer Mitteilung des Landgerichts Heilbronn Ende 2019. Das Urteil war zum Redaktionsschluss jedoch noch nicht rechtskräftig. Zwischenzeitlich wurde die Einleitung schon reduziert, und die Belastung des Neckars mit dem Salz ist bereits zurückgegangen.

Die Wasserversorgung aus den heimischen Quellen ist sehr beliebt bei den Heidelbergern. Doch auch 2019 mussten die Haushalte am Hang von Handschuhsheim und Neuenheim bis hin zum Haarlass ab Sommer 2019 auf das weiche Wasser verzichten. Erst am 13. Dezember 2019 konnte die Versorgung zurück auf die Handschuhsheimer Quellen, unterstützt durch die Quellen aus Ziegelhausen, umgestellt werden.

WASSER
AUS DEN
WASSERWERKEN

Sicher versorgt auch
im trockenen Sommer

Wassernetz 1 2019 2018 2017
Hochbehälter 34 34 34
Länge des Rohrnetzes2 (km) 668,4 668,1 664,5
Hausanschlüsse 22.525 22.248 22.215
Eingebaute Zähler 21.272 21.523 21.220

1 | Betriebsführung für die Stadtbetriebe Heidelberg
2 | Inklusive Hausanschlüsse

» BLAUES WASSER «

Trinkwasserwarnung
am 7. Februar 2019

Am 7. Februar 2019 kam es zu einem besonderen Vorfall in der Wasserversorgung von Dossenheim und Heidelberg: Bürger aus Dossenheim hatten gemeldet, ihr Trinkwasser wirke bläulich. Da das Trinkwasser vom Wasserwerk Entensee nach Dossenheim geliefert wird, wurde die Anlage auf behördliche Anordnung vom Netz genommen. Zudem wurde eine Trinkwasserwarnung zunächst für Dossenheim sowie anschließend auch für Heidelberg ausgesprochen. Parallel untersuchte ein renommiertes Fachinstitut das Trinkwasser aus dem Wasserwerk. Am Nachmittag nach einem aufregenden Tag für alle Bürgerinnen und Bürger konnte schließlich Entwarnung gegeben werden: Das Trinkwasser sei einwandfrei und könne ohne Bedenken vollumfänglich genutzt werden. Das Wasserwerk Entensee wurde jedoch sicherheitshalber mehrere Wochen lang stillgelegt und in Abstimmung mit den zuständigen Behörden gründlich untersucht. Als Grund für den leicht bläulich wirkenden Schimmer wurde in weiteren Untersuchungen schließlich der Kalkgehalt im Wasser, der einer natürlichen Schwankungsbreite unterliegt, identifiziert.

Aktivitäten für die Wasserversorgung in der Region

Die Stadtwerke Heidelberg Netze übernehmen für Heidelberg sowie für andere Gemeinden Aufgaben in der Wasserversorgung:

Stadtbetriebe der Stadt Heidelberg

  • Betriebsführung der Wasser­ver­sor­gung

Stadt Eppelheim

  • Belieferung der Stadt im Auftrag der Stadtbetriebe Heidelberg

Stadtwerke Neckargemünd

  • Betriebsführung der Wasserversorgung inklusive Versorgungsnetz und Wassergewinnung

Gemeinde Dossenheim

  • Belieferung der Gemeinde mit Wasser aus dem Wasserwerk Entensee im Auftrag der Stadt­betriebe Heidelberg

Gemeinde Edingen-Neckarhausen

  • Betriebsüberwachung der Wasserversorgungsanlagen der Neckargruppe

Bautätigkeiten

Um weiterhin eine hohe Versorgungsqualität und -sicherheit zu gewährleisten, wurden auch im Jahr 2019 Netze und technische Anlagen über das gesamte Versorgungsgebiet erneuert oder ausgebaut. In Heidelberg lagen Schwerpunkte auf dem weiteren Ausbau der Bahnstadt sowie der Erschließung der Konversionsflächen Mark Twain Village, Campbell Barracks und Heidelberg Innovation Park (hip). Außerdem wurden umfangreiche Baumaßnahmen im Zusammenhang mit dem Mobilitätsnetz Heidelberg umgesetzt, einem Projekt zum Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs. Eine der größten Baumaßnahmen in 2019 war die Verlegung der Fernwärmeleitungen sowie der Austausch der Kompensatoren in der Eppelheimer Straße aufgrund der neuen Straßenführung und der Umnutzung der bisherigen Trasse. Prinzip der Stadtwerke Heidelberg ist es, sich soweit wie möglich an bauliche Maßnahmen von Partnern etwa im Bereich des Kanal- oder Gleisbaus anzuschließen, um die Belastungen für Bürgerinnen und Bürger so gering wie möglich zu halten. Ein Beispiel dafür sind die Arbeiten in der Hauptstraße Ost oder die Auswechslung der Gas- und Wasserversorgungsleitungen sowie der Strom-, Telekommunikations- und Beleuchtungsanlagen im Zuge der Sanierung der Hebelstraßenbrücke in Heidelberg Süd durch das Tiefbauamt der Stadt Heidelberg. Weitere Anlässe für Bautätigkeiten sind Anschlüsse von Objekten. So startete in 2019 der Bau eines Stromanschlusses für den Recyclinghof Handschuhsheim. In 2019 ging außerdem die Sanierung des Umspannwerks Ost am Gaisbergtunnel in der Heidelberger Altstadt voran. Auch der Leitungsbau für den ENERGIEpark Pfaffengrund der Stadtwerke Heidelberg stand auf der Agenda des Jahres 2019.

Generell hat sich im Bereich Bau das Auftragsvolumen in den vergangenen Jahren durch die Vielzahl der Entwicklungsmaßnahmen in Heidelberg bei der Netzgesellschaft deutlich erhöht. Damit geht eine Auslastung von Baufirmen in der Region und eine Erhöhung der Marktpreise einher. Die Stadtwerke Heidelberg arbeiten daran, durch optimierte Einkaufsprozesse Lösungen zu entwickeln.

Nachhaltig unterwegs: Zukunftskonzept Fuhrpark

Die Stadtwerke Heidelberg Netze sind Dienstleister für das Gesamtunternehmen im Bereich des Fuhrparks. In 2019 hat die Gesellschaft mit Unterstützung eines renommierten Umweltinstituts die Erarbeitung eines Konzepts für eine Umstellung auf alternative Antriebe und Energieträger begonnen. Unter anderem stehen dabei folgende Parameter zur Diskussion: mehr Pooling, mehr Carsharing, mehr Elektromobilität oder andere alternative Antriebskonzepte. Das genaue Untersuchungsdesign war zum Redaktionsschluss noch in Klärung.

Absatz und Umsatz

Im Bereich Strom ist die Nachfrage gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken – trotz gestiegener Hausanschlüsse. Der Gas- und Fernwärmeabsatz, maßgeblich durch die Länge und die Temperaturen der kalten Jahreszeit bestimmt, stieg dagegen durch die im Vergleich zum milden Vorjahr etwas kühleren Temperaturen. Entsprechend höher lag der Umsatz im Wärmebereich. Die Wasserabgabe war im Jahr 2019 wieder rückläufig gegenüber dem Jahr 2018 mit der langen sommerlichen Hitzeperiode.

Netzabgabe 2019 2018 2017
Strom (Mio. kWh) 851,5 863,3 855,9
Gas (Mio. kWh) 1.716,7 1.629,9 1.747,9
Fernwärme (Mio. kWh) 494,5 476,9 517,4
Wasser (Mio. m3)1 10,1 11,0 10,1

Umsatz (Mio. €) 2019 2018 2017
Strom 67,7 62,5 60,4
Gas 23,5 21,7 20,2
Fernwärme 42,7 41,2 41,3
Wasser 1,1 0,9 0,8

1 | Betriebsführung für die Stadtbetriebe Heidelberg

Investitionen

Die Investitionen im Netzbereich gehen im Wesentlichen auf Erschließungs- und Modernisierungsmaßnahmen der Versorgungsleitungen zurück. Treiber der Entwicklung waren weiterhin die Erschließung der Bahnstadt sowie der Konversionsflächen Mark Twain Village, Campbell Barracks und Heidelberg Innovation Park, zudem die Netzerneuerungen und Umverlegungen durch die Umsetzung des Mobilitätsnetzes Heidelberg.

Investitionen (Mio. €) 2019 2018 2017
Stromnetz 11,4 9,8 7,0
Gasnetz 6,1 3,8 3,2
Fernwärmenetz 7,5 8,3 6,7
Glasfasernetz 1,9 1,2 0,9

 

Ausblick

In den Sparten Strom und Gas bereiten sich die Stadtwerke Heidelberg Netze auf die vorgelagerte Kostenprüfung der vierten Regulierungsperiode – Gas ab 2023, Strom ab 2024 – vor. In der Sparte Wärme setzt die Netzgesellschaft weiter auf Wachstum durch Netzverdichtung und die Erschließung der Konversionsflächen. Das Angebot an Fernwärme wird zunehmend durch Fernkälte ergänzt, die in Anlagen der Stadtwerke Heidelberg Umwelt erzeugt wird. Ein wichtiges Thema ist zudem die Weiterentwicklung der Wärmenetze, um immer mehr CO2-freie Wärme aus verschiedenen Erzeugungsquellen aufnehmen zu können. Am Beispiel der Konversionsfläche Patrick-Henry-Village soll ein erstes Modell des zukunftsweisenden wechselwarmen Netzes konzipiert und realisiert werden.

In der Sparte Wasser steht in den nächsten Jahren an, Erzeugungsanlagen und Wasserbehälter zu erneuern. Außerdem sind Konzepte zum Umgang mit künftig möglicherweise auftretenden unerwünschten Substanzen im Neckar in Vorbereitung.

Mittelfristig sehen die Stadtwerke Heidelberg Netze auch in der Glasfaser-Infrastruktur, der technischen Basis für eine erfolgreiche Digitalisierung, ein wichtiges neues Geschäftsfeld. Die Netzgesellschaft strebt an, sich zum Kompetenzzentrum für Breitbandversorgung zu entwickeln und prüft in Kooperation mit der Digital-Agentur Heidelberg weitere Geschäftsmodelle im Bereich der Digitalisierung.

Um die Vielzahl ihrer Aufgaben effizient und kundenorientiert bearbeiten zu können, entwickeln die Stadtwerke Heidelberg Netze ihre Organisation kontinuierlich weiter. Dazu zählt auch der Umstieg auf ein neues Abrechnungsprogramm, das in 2019 eingeführt wurde. Im Rahmen des unternehmensweiten Effizienzprogramms Fit 2020+ haben sie sich zudem für ein Projekt zur Prozessoptimierung entschieden, das auf einer breiten Partizipation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beruht. In diesem Zuge werden gemeinsam weitere Optimierungspotenziale identifiziert und bearbeitet.