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Stadtwerke Heidelberg

Netze

Infrastrukturen schaffen und am Laufen halten ist unser Metier. Mit unserer jahrzehntelangen Erfahrung unterstützen wir nun die Stadt Heidelberg auf ihrem Weg zur Digitalen Stadt. Schnelle Datenübermittlung und sensible Hightech-Prozesse brauchen Glasfaser­kabel, höchsten Datenschutz und beste Versorgungssicherheit. Das sichern wir als ver­antwortlicher Dienstleister gerne zu. Für Heidelberg, für die Menschen, für morgen.

Sebastian Warkentin
Technischer Geschäftsführer der Digital-Agentur Heidelberg und Kooperationspartner der Stadtwerke Heidelberg Netze in Projekten rund um die Digitalisierung.

Die Stadtwerke Heidelberg Netze betreiben Versorgungsleitungen und Anlagen für Strom, Erdgas, Fernwärme, Wasser, Telekommunikation und Straßenbeleuchtung. Außerdem sichert die Gesellschaft den diskriminierungsfreien Zugang zu ihren Netzen und übernimmt Dienstleistungen für die Energiewende und die Kunden. Die Netzgesellschaft hatte Ende 2017 427 Beschäftigte, darunter 86 Mitarbeiter der Stadtwerke Heidelberg Technische Dienste, die Dienstleistungen für die anderen Gesellschaften der Stadtwerke Heidelberg übernehmen.

Unser Umfeld

Das Geschäft in den Bereichen Strom und Gas ist von der Anreizregulierung geprägt: ein behördliches System zur Marktgestaltung, das Effizienzziele vorgibt und damit die Verbrauchspreise senken soll. Eine Regulierungsperiode dauert fünf Jahre. Während dieser Zeit werden die Kosten geprüft, eine Effizienzwert ermittelt und eine Erlös­obergrenze festgelegt. Auf dieser ­Basis ermitteln die Behörden die Netzentgelte. Das System bestimmt damit maßgeblich die wirtschaftlichen Ergebnisse von Netzbetreibern. 2017 endete die dritte Regulierungsperiode Gas mit der Veröffent­lichung der neuen Netzentgelte. Im Bereich Strom läuft die zweite Regulierungsperiode noch bis Ende 2018; 2017 wurde die individuelle Erlösobergrenze festgelegt.

Auch im Jahr 2017 beschäftigten Aufgaben aus der Energiewende die Gesellschaft. Es gibt immer mehr Steuerungsaufgaben in den Versorgungsanlagen und -netzen. Zudem steht die sukzessive Einführung von intelligenten Messsystemen und modernen Messeinrichtungen nach dem Messstellenbetriebsgesetz an. Parallel prüfen die Stadtwerke Heidelberg Netze die technischen und wirtschaftlichen Chancen und Risiken aus der Energie- und Mobilitätswende für die Strom- und Gasnetze.

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld in der Region Heidelberg war 2017 von Investitionsbereitschaft geprägt. Durch das Wachstum der Universität Heidelberg im Neuenheimer Feld, das Investitionsprogramm Mobilitätsnetz Heidelberg zum Ausbau des Straßenbahnnetzes und die weitere Erschließung des Passivhaus-Stadtteils Heidelberg-Bahnstadt sowie der Konversionsflächen ist das Bauvolumen in Heidelberg deutlich gestiegen. Die Gesellschaft nutzt die Chancen dieser Entwicklungen, um ihr Versorgungsgebiet in den Bereichen Strom, Glasfaser und als Betriebsführer der Stadtbetriebe Heidelberg auch im Bereich Wasser auszubauen.

Zu neuen Aufgaben führen außerdem die Ziele der Stadt, Heidelberg zur Digitalen Stadt zu entwickeln. Damit geht der Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur einher. Zudem werden in den Wachstumsbereichen der Stadt anspruchsvolle, neue Zukunftstechniken realisiert. Auf diese Anforderungen hat sich die Netzgesellschaft durch ein neues Personalkonzept und selektiven Personalaufbau eingestellt.

Im Wärmemarkt erschweren die niedrigen Weltmarktpreise für Gas und Öl die ökologisch nachhaltige Umstellung auf Fernwärme. Bei den Wärmeenergien prägte überdies das Wetter den Jahresverlauf: Die Temperaturen lagen laut Arbeitsgemeinschaft Energiebilanz während der Heizperioden in den ersten und letzten Mona­ten des Jahres 2017 abwechselnd über oder unter den Durchschnittstemperaturen der vergangenen Jahre; ein Trend lässt sich daraus kaum ablesen.

Komplexität steuern für die Energiewende

Mit der Energiewende nimmt die Komplexität des Energiesystems zu: Verbrauch, Bezug, Eigenerzeugung sowie Lastabnahme sind gut miteinander abzustimmen, um die erneuerbaren Energien aus dezentralen Anlagen besser in die Versorgungssysteme zu integrieren. Eine neue Verbundleitstelle soll diese Aufgabe mit modernster Leittechnik leisten und dabei auch für den optimierten Einsatz der neuen und künftigen Erzeugungs- und Speicher-Anlagen sorgen. Im Dezember 2017 ist sie in neue Räume umgezogen. Im ­Laufe des Jahres 2018 soll die Leittechnik in Betrieb gehen.

In 2017 ist die Verbundleitstelle in ihre neuen Räumlichkeiten eingezogen.

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In 2017 ist die Verbundleitstelle in neue Räumlich­keiten gezogen.

Digitalisierung für die Energiewende

Ein weiterer Baustein in der Energiewende sind intelligente Messsysteme, früher als Smart Meter bezeichnet. Sie erfassen den Stromverbrauch im Tagesverlauf. Auf dieser Informationsbasis können Energieerzeuger und -versorger den Ein- und Verkauf von Energie im Viertelstundentakt besser aufeinander abstimmen, so dass die Erzeugungskapazitäten optimal eingesetzt und die Übertragungsnetze entlastet werden können. Den Kunden bieten sie mehr Transparenz beim Stromverbrauch und damit Ansatzpunkte zum Stromsparen.

Mehr Transparenz

Mehr
Transparenz

Breiter Einbau digitaler Zähler für Transparenz beim Stromverbrauch gestartet

Der Staat hat mit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende die breite Einführung von digitalen Zählern vorgesehen. Er unterscheidet dabei zwischen modernen Messeinrichtungen für Verbraucher mit weniger als 6.000 Kilowattstunden Stromeinsatz pro Jahr und intelligenten Messsystemen für Verbraucher mit einem Mindest-Jahresstromverbrauch von 6.000 Kilowattstunden sowie für Betreiber von dezentralen Erzeugungsanlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG).
Der Unterschied: Intelligente Messsysteme sind mit einem Kommunikationsmodul, einem Gateway, verbunden. Darüber werden die Verbrauchsdaten sicher und verschlüsselt an den Energielieferanten übertragen. Die Anforderungen an den Datenschutz sind dabei sehr hoch. Eine Datenübermittlung ist nur für energiewirtschaftlich zwingend notwendige Anwendungsfälle, etwa zum Erhalt der Netzstabilität, vorgesehen.
Die modernen Messeinrichtungen ohne Anschluss an ein Gateway übertragen keine Daten. Diese Variante kommt aufgrund der Verbrauchsgrenze von 6.000 Kilowattstunden in den meisten Haushalten zum Einsatz.

Um Skaleneffekte zu erschließen, haben die Stadtwerke Heidelberg Netze mit Netzbetreibern aus Bayern und Baden-Württemberg das Unternehmen MeteringSüd in Augsburg gegründet. Dort findet die digitale Verwaltung der Gateways statt.

Seit 2017 ersetzen die Stadtwerke Heidelberg die bisherigen schwarzen Ferraris-Stromzähler sukzessiv durch neue moderne Messeinrichtungen

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Seit 2017 ersetzen die Stadtwerke Heidelberg die bisherigen schwarzen Ferraris-Stromzähler sukzessiv durch neue moderne Messeinrichtungen. Den Kunden bieten sie mehr Transparenz und damit Ansätze zum Stromsparen.

Seit 2017 ersetzen die Stadtwerke Heidelberg Netze die bisherigen Ferraris-­Zähler aller Kunden mit weniger als 6.000 Kilo­wattstunden Jahresstromverbrauch bei Ablauf der Eichfrist sukzessive durch ­moderne Messeinrichtungen. Im dritten Quartal 2017 haben sie außerdem damit begonnen, erste intelligente Messsysteme zu Testzwecken einzubauen. Der ursprünglich für 2018 vorgesehene Start des Umtauschprogramms wurde verschoben, weil auf dem Markt noch keine zertifizierten Zähler angeboten wurden.

Regulierte Bereiche Strom und Gas

In den regulierten Bereichen Strom und Gas wurde das Geschäftsjahr durch die aktuelle Phase in der jeweiligen Regulierungsperiode bestimmt: Beim Strom war 2017 das Jahr der Kostenprüfung, beim Gas wurde die Kostenbasis festgelegt. Die Behörden haben die beantragten Kosten weitgehend anerkannt. Die Anreizregulierung stößt immer höhere Effizienzziele im Unternehmen an. Die Gesellschaft hat ihre Prozesse daher weiter digitalisiert.

Auch 2017 war die Stromversorgung im Netzgebiet der Stadtwerke Heidelberg wieder überdurchschnittlich gut: Die Versorgungsunterbrechung lag bei 5,66 Minuten pro Jahr und Letztverbraucher, während der zuletzt erhobene bundesweite Wert 2016 12,80 Minuten betrug.

STROMNETZ 2017 2016 2015
Netz-Trafostationen 371 365 365
Länge des Leitungsnetzes1 (km) 1.765 1.719 1.705
    davon Kabel (km) 1.623 1.606 1.608
    davon Freileitung (km) 142 113 97
Hausanschlüsse 22.116 22.090 22.616
Eingebaute Zähler 97.957 97.973 97.382
GASNETZ 2017 2016 2015
Netzdruckregler 62 62 61
Länge des Rohrnetzes1 (km) 885,0 886,6 889,6
Hausanschlüsse 26.418 26.318 26.247
Eingebaute Zähler 38.287 38.543 38.679
Die Stromkabel werden regelmäßig per Sensoren auf Schwachstellen untersucht

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Für hohe Versorgungssicherheit beim Strom: Die Stromkabel werden regelmäßig per Sensoren auf Schwachstellen untersucht.

Fernwärme für die Energiewende

Fernwärme ist nicht nur eine komfortable und klimaschonende Energieversorgung für Verbraucher, sondern auch das Rückgrat der Energiewende in Heidelberg: Denn nur, wenn neben dem Strom auch die Wärme aus den Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen zur Verwendung kommt, ist es möglich, die eingesetzte Energie bestmöglich zu nutzen.

Die Stadt und die Stadtwerke Heidelberg haben sich die Ziele gesetzt, die Fernwärme auszubauen und immer mehr erneuerbare Energien zu ihrer Erzeugung zu nutzen. Gemessen an 2009 soll der Anteil der Fernwärme am erschließbaren Wärmemarkt von 42 auf 50 Prozent steigen. Nicht erschließbar sind nur wenige Hangbereiche in Heidelberg.

In 2017 wurde das Konzept zum aktiven Netzvertrieb durch Netzverdichtung und Netzausbau weiter fortgeschrieben. Parallel wurde das Fernwärmenetz in der Bahnstadt sowie auf den Konversionsflächen, in Neuenheim und Rohrbach ausgebaut sowie in verschiedenen Stadtgebieten verdichtet. Seit dem Umsetzungsstart des Fernwärme-Ausbaukonzepts im Jahr 2010 konnte die Zahl der Hausanschlüsse um rund 26 Prozent auf 5.192 gesteigert und die Netzlänge um 20 Prozent auf 224 Kilometer erhöht werden. Der Anteil der Fernwärme am erschließbaren Wärmemarkt ist insgesamt bereits auf 47 Prozent gestiegen und liegt damit schon nah an dem Ziel der Energiekonzeption 2020/ 2030.

Schon 47 % Fernwärme

Schon 47 %
Fernwärme

Unser Ziel von 50 % Anteil am
erschließbaren Wärmemarkt
bald erreicht

FERNWÄRMENETZ 2017 2016 2015
Länge des Rohrnetzes1 (km) 224,1 217,3 214,4
Anschlusswert bei den Kunden (MW) 565 572 579
Hausanschlüsse 5.192 5.149 5.069
Eingebaute Zähler 4.666 4.624 4.554

Ergänzend zu seinem Ausbau ist eine Anpassung des Fernwärmenetzes an die Erfordernisse der Energiewende geplant – hin zu erneuerbaren Energien, geringeren Temperaturen und verstärkter Sektoren­kopplung. So soll in nächster Zeit geprüft werden, ob und wie Stromüberschüsse bei Netzengpässen oder in Niedrigpreisphasen zur günstigen Wärmeerzeugung etwa durch Power-to-Heat Anlagen genutzt werden können. Die Netzgesellschaft plant dazu eine Machbarkeitsstudie im Rahmen des Programms Wärmenetze 4.0 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Um die Effizienz des Fernwärmenetzes zu steigern, hat die Netzgesellschaft im Jahr 2017 eine Thermografie-Befliegung vorbereitet. Im Februar 2018 wurde das Netz schließlich zwei Nächte lang aus einem Flugzeug mit einer Wärmebildkamera fotografiert, um Wärmedämmpotenziale besser erkennen sowie ausschöpfen zu können.

Netz-Check von oben

Netz-Check
von oben

Fernwarmenetz aus Flugzeug
mit Wärmebildkamera
abgelichtet

Beim Stadtwerke Heidelberg Forum im Oktober 2017 konnten die Gäste das Verbinden von Glasfaser-Kabeln selbst ausprobieren

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Beim Stadtwerke Heidelberg Forum im Oktober 2017 konnten die Gäste das Verbinden – in der Fachsprache: das Spleißen – von Glasfaser-Kabeln selbst ausprobieren.

Glasfaser – Breitband für Heidelberg

Die Stadtwerke Heidelberg Netze sind der Partner der Stadt Heidelberg beim Ausbau von Glasfasern für das schnelle Internet. In der Bahnstadt und auf den Konversions­flächen werden im Zuge der Erschließung jetzt schon flächendeckend Glasfaser­netze verlegt. Dabei handelt es sich um Dark Fiber, unbeleuchtete Glasfaserleitungen, bis zum Gebäude (FTTB – Fiber to the building). Die Dark Fiber können von privaten Telekommunikations-Unternehmen mit aktiven Komponenten beleuchtet werden. Unternehmen oder Haushalte mit hohem Bandbreitenbedarf haben die Möglichkeit, die Glasfaserleitungen auch bis in das Gebäude verlegen zu lassen (FTTH – Fiber to the home).

GLASFASERNETZ 2017 2016 2015
Länge des Netzes (km) 147,5 132,9 124,9

Außerdem wurde 2017 ein Förderantrag von der Stadt Heidelberg zum Breitbandausbau bewilligt: Diese Mittel sollen auf den bisherigen »weißen Flecken« mit einer Versorgungsstärke unter 30 Megabit pro Sekunde eingesetzt werden. Geplant ist, diese Gebiete in Heidelberg mit einer Bandbreite von über 50 Megabit pro Sekunde per Glasfaser zu versorgen. Die Stadtwerke Heidelberg Netze begleiten den Ausbau als beratender Partner.

15 km mehr Glasfaser

15 km mehr Glasfaser

In 2017 konnte das
Glas­fasernetz auf 148 km
Länge erweitert werden.

Verantwortung für die Wasserversorgung

Die Netzgesellschaft ist technischer Betriebsführer der Trinkwasserversorgung für die Stadtbetriebe Heidelberg. Die Wasserversorgung in Heidelberg ist regional geprägt: Mit 50 Prozent stammte der Großteil des Trinkwassers in 2017 aus drei lokalen Grundwasserwerken sowie sechs Prozent aus sieben Bunt­sand­stein-Quellen auf Handschuhs­heimer sowie Ziegelhäuser Gemarkung. Die restlichen 44 Prozent kamen 2017 vom Zweckverband Wasserversorgung Kurpfalz aus dem Wasserwerk Schwetzinger Hardt in unmittelbarer Nachbarschaft von Heidelberg. 34 Hochbehälter im Stadt­gebiet sorgen für den erforderlichen Druck, um auch die Hanglagen in Heidelberg mit Wasser zu beliefern.

Wasserbehälter Schneeberg

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Beliebte Quellen: Sechs Prozent des Trinkwassers in Heidelberg stammen aus sieben Buntsandstein-Quellen auf Handschuhsheimer sowie Ziegelhäuser Gemarkung. Das Wasser aus der Schmittschen Quelle sowie der Hirsch- und Spechselsgrundquelle in Handschuhsheim wird nach der Aufbereitung zum Schneeberg-Behälter gepumpt. Von dort versorgt es Hanglagen von Handschuhsheim.

Im Herbst 2016 wurde der Stoff Trifluor­acetat (TFA) im Neckar nachgewiesen. TFA wird von einer Firma flussaufwärts am Neckar eingeleitet. Die Trinkwasserverordnung als umfassendes Regelwerk zur Überwachung des Trinkwassers sieht für den Stoff keinen Grenzwert vor. Das Regierungspräsidium hat jedoch im Herbst 2016 einen vorsorglichen Maßnahmenwert von zehn Millionstel Gramm

pro Liter festgelegt. Ab dieser Konzentration sind die Wasserversorger verpflichtet, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die Stadtwerke Heidelberg haben in Abstimmung mit den Stadtbetrieben Heidelberg den Wasserbezug angepasst, so dass der Maßnahmenwert in allen Stadtteilen ­Heidelbergs eingehalten bzw. zum Teil sogar deutlich unterschritten wird.

Im Herbst 2017 hat das Umweltbundesamt einen neuen Maßnahmenwert von 30 Millionstel Gramm pro Liter veröffentlicht. Die Stadt und die Stadtwerke Heidelberg orientieren sich weiterhin an dem ursprünglich beschlossenen niedrigeren Wert, um neu zu entscheiden, wenn die Ergebnisse einer toxikologischen Studie 2019 vorliegen. Darüber hinaus setzen sie sich zusammen mit ihrem Auftraggeber, den Stadtbetrieben Heidelberg, für einen Einleitungsstopp ein und arbeiten parallel an Lösungskonzepten für den Fall, dass die Einleitung weiterhin stattfindet. Erforderlich wären dann umfangreiche Investitionsmaßnahmen in der Trinkwassererzeugung.

WASSERNETZ1 2017 2016 2015
Hochbehälter 34 34 34
Länge des Rohrnetzes2 (km) 664,5 664,4 664,0
Hausanschlüsse 22.215 22.194 22.111
Eingebaute Zähler 21.220 21.235 21.208

Die Stadtwerke Heidelberg Netze sind über Heidelberg hinaus auch für andere Gemeinden als Betriebsführer in der Wasserversorgung aktiv (s. Kasten).

Wasserrohrnetz: gespült und ­kalibiriert

Um das Wasserrohrnetz zu schützen, führen die Stadtwerke Heidelberg Netze in allen Stadtteilen regelmäßig Rohrnetz-Spülungen durch. So werden die Rohre von gesundheitlich unbedenklichen Kalk-, Eisen- und Mangan-haltigen Ablagerungen befreit. Diese Maßnahme verlängert ihre Lebensdauer.

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Für mehr Versorgungssicherheit auch beim Wasser: Durch regelmäßige Spülungen der Wasserrohrnetze in allen Stadtteilen werden die Leitungen geschützt.

Für mehr Versorgungssicherheit auch beim Wasser: Rohrnetzspülungen

Im Jahr 2017 waren die Rohrnetz-Spülungen mit einem Netzkalibrierungsprogramm kombiniert: Dazu wurden unmittelbar nach den Spülungen abschnittsweise Parameter wie Wasserdruck oder Volumen erfasst und ausgewertet. Die Ergebnisse ermöglichen Aussagen über den Zustand des Netzes und zeigen auf, wo Erneuerungsbedarf besteht. Im Frühjahr 2018 wurde das Netzkalibrierungsprogramm abgeschlossen. Die regelmäßigen Netzspülungen werden jedoch fortgesetzt.

Hier haben wir 2017 gebaut

Eppelheim
  • Verlegung einer Gashochdruck- und einer Wasserhauptleitung sowie Kabel-Leerrohren durch einen Düker unter der A5
Heidelberg-Altstadt/ Zentrum
  • Sanierung des Umspannwerks Ost beim Gaisbergtunnel
  • Umlegung von Wasser- und Gasleitungen sowie Kabelquerungen in der Sofienstraße zwischen Friedrich-Ebert-Anlage und Neckarstaden
  • Verstärkung eines Strom-Hausanschlusses in der Sofien­straße durch Sonderleitungen aus einer Transformatoren­station über die Plöck
Heidelberg-Neuenheim und Handschuhsheim
  • Auswechseln der Fernwärmeleitung inklusive Hausanschlüsse und Verlegung von Strom und Beleuchtung in der Quinckestraße
  • Erneuerung der Fernwärmeleitungen inklusive Hausanschlüsse sowie Verlegung von Strom-, Telekommunikations- und ­Beleuchtungsnetzen in der Zeppelinstraße
Heidelberg-Weststadt/ Bahnstadt
  • Verlegung von Fernwärme, Gashochdruck- und Wasserleitungen sowie Kabelquerungen in der Grünen Meile und im Langen Anger
  • Verlegung von Fernwärme, Gashochdruck- und Wasserleitungen sowie Kabelquerungen zwischen Marga-Faulstich-­Straße und Güterbahnbrücke, Eppelheimer Straße/ Henkel-Teroson-Straße
  • Aufbau einer Trafostation zur Versorgung von Baufeldern in der Bahnstadt
  • Um- und Neuverlegung von Gas-, Wasser- sowie Fernwärmeleitungen, Verlegen von Kabelanlagen, Lichtwellen-, Telekommunikations- und Beleuchtungsnetzen im Zuge des Mobilitätsnetzes Heidelberg in der Grünen Meile
  • Erneuerung des Wassernetzes, Neuverlegung der Gashochdruck- und Fernwärmeleitung und der Strom-, Telekommunikations- und Beleuchtungsnetze im Czernyring zwischen Czernybrücke und Montpellierbrücke
  • Umlegen von Fernwärme- und Wasserleitungen sowie Verlegen von Leitungen für Strom, Telekommunikation und Beleuchtung im Zuge des Mobilitätsnetzes Heidelberg in der Eppelheimer Straße
Heidelberg-Wieblingen
  • Erneuerung der Wasserleitung einschließlich Hausanschlüssen sowie Verlegung von Telekommunikationsleitungen in der Elisabethstraße
Heidelberg-Bergheim
  • Verlegen einer Fernwärmeleitung sowie von Strom-, Telekommunikations- und Beleuchtungsnetzen, Umlegung von Gas- und Wasserleitungen im Zuge des Mobilitätsnetzes ­Heidelberg am Hauptbahnhof und in der Kurfürsten-Anlage West
  • Erneuerung von Wasserleitungen inklusive Hausanschlüssen sowie Verlegung von Strom- und Telekommunikationsleitungen in der Alten Eppelheimer Straße zwischen Mittermaier- und Bluntschlistraße
  • Neue Fernwärmeleitung als Vorabmaßnahme für das Mobilitätsnetz Heidelberg, Projekt Hauptbahnhof, in der Lessing­straße
Heidelberg-Südstadt/ Rohrbach/ Kirchheim
  • Verlegung sowie Erneuerung von Fernwärme- und Wasserleitungen sowie von Strom-, Telekommunikations- und Beleuchtungs-Infrastruktur auf der Konversionsfläche Mark-Twain-­Village West, Pearsonstraße/ Zenger Straße
  • Umlegung von Fernwärme- und Wasserleitungen zur Erschließung der Gebäude in der Elsa-Brandströmstraße auf der Konversionsfläche Mark-Twain-Village West
  • Verlegung einer Fernwärmeleitung, Erneuerung von Wasserleitungen einschließlich Hausanschlüssen und Verlegen von Strom-, Telekommunikations- und Beleuchtungsanlagen in der Herrenwiesenstraße
  • Erneuerung von Gas- und Wasserleitungen einschließlich Hausanschlüssen sowie Verlegen von Strom- und Beleuchtungskabeln in der Sankt-Peter-Straße zwischen Karlsruher Straße und Von-der-Tann-Straße
  • Anbindung des BDC OE und Verlegung von Wasser- und Fernwärmeleitungen sowie von Kabel-Leerrohren für Telekommunikation und Strom im künftigen Heidelberg Innovation Park
  • Verlegung von Fernwärme- und Wasserleitungen sowie Strom-, Telekommunikations- und Beleuchtungsanlagen sowie -netzen auf der Konversionsfläche Campbell Barracks
Heidelberg-Ziegelhausen
  • Erneuerung von Wasser- und Gasleitungen einschließlich Hausanschlüssen sowie Verlegung von Strom- und Beleuchtungskabeln, Am Bischofsberg
  • Erneuerung von Wasser- und Gasleitungen einschließlich Hausanschlüssen sowie Verlegung von Strom- und Beleuchtungskabeln, Neuer Weg 2

Absatz und Umsatz

Der noch vor einigen Jahren sinkende Trend bei der Stromnachfrage hat sich in den letzten Jahren stabilisiert. 2017 lag der Absatz in ähnlicher Höhe wie 2015. Der Gas- und Fernwärmeabsatz, maßgeblich durch die Länge und die Temperaturen der kalten Jahreszeit bestimmt, lag in ähnlicher Höhe wie im Vorjahr.

NETZABGABE (Mio. kWh) 2017 2016 2015
Strom 855,9 867,6 855,5
Gas 1.747,9 1.744,4 1.660,5
Fernwärme 517,4 516,4 488,4
UMSATZ (Mio. €) 2017 2016 2015
Strom 60,4 52,3 48,9
Gas 20,2 22,8 18,7
Fernwärme 41,3 40,6 38,3
Glasfaser 0,9 0,7 0,6

Investitionen

Die Investitionen im Netzbereich gehen im Wesentlichen auf Erschließungs- und Modernisierungsmaßnahmen der Versorgungsleitungen zurück. Die Sparte mit den höchsten Netzinvestitionen war in 2017 Strom, dicht gefolgt von der Fernwärme. Zu den größeren Maßnahmen gehörten die weitere Erschließung von Heidelberg-­Bahn­stadt und der Konversionsflächen sowie die Netzerneuerungen sowie Umverlegungen im Zuge des Mobilitätznetzes Heidelberg.

INVESTITIONEN (Mio. €) 2017 2016 2015
Stromnetz 7,0 7,1 5,8
Gasnetz 3,2 4,6 3,8
Fernwärmenetz 6,7 6,1 4,6
Glasfasernetz 0,1 0,2 0,2