Downloads

Vollständiger Bericht

Kapitel einzeln

Stadtwerke Heidelberg Energie

Gute Idee:

Klimaschutz
kaufen.

Mit Ökostromprodukten einen Klimaschutzfonds unterstützen und spannende Projekte für den Klimaschutz starten

Stadtwerke Heidelberg Energie

Die Stadtwerke Heidelberg Energie sind als Vertriebsgesellschaft zuständig für die Beschaffung von Energie und die Lieferung von Strom, Erdgas und Fernwärme. Zudem haben sie zahlreiche Energiedienstleistungen im Angebot, mit denen Kunden selbst zum Energieerzeuger werden können. Durch ihre Services rund um das Ökostrom-Produkt heidelberg KLIMA ermöglichen sie außerdem den sparsamen Einsatz von Energie. Mit dem Kundenservice und dem ENERGIEladen sind sie erster Ansprechpartner für die Energiekunden. Die Gesellschaft ist außerdem für energiewirtschaftliche Grundsatzfragen zuständig. Ende 2018 beschäftigte sie 69 Personen.

Klimaschutzpolitik

Klimaschutz hat die Politik in 2018 auf allen Ebenen der Politik beschäftigt: Beim Weltklimagipfel im polnischen Kattowitz (COP 24) wurde im Dezember 2018 ein Regelwerk zur Umsetzung des Ziels aus der Pariser Klimakonferenz 2015 beschlossen, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen. Im Juni 2018 verabschiedete die Europäische Union zudem den ersten und im Dezember 2018 den zweiten Teil des Gesetzespakets Saubere Energie für alle Europäer, auch als Winterpaket bezeichnet. Unter anderem wurde ein neues Effizienzziel für 2030 festgelegt: Um 32,5 Prozent soll der Primärenergieverbrauch der EU gegenüber einer definierten Referenzentwicklung reduziert werden. Die Mitgliedsstaaten sind zu einer jährlichen realen Einsparung von 0,8 Prozent verpflichtet. Zudem wurde das Ziel beschlossen, bis 2030 den Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtverbrauch in allen Sektoren auf 32 Prozent zu steigern. Teil zwei des Paketes befasst sich mit dem Strommarkt: Unter anderem wurden Regeln für den Kapazitätsmarkt festgelegt.

Die Bundesregierung hat im Juni 2018 zudem die Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung einberufen; Anfang 2019 hat sie ihren Abschlussbericht mit Vorschlägen für einen sozialverträglichen und energiewirtschaftlich tragfähigen Kohleausstieg vorgelegt. Demnach sollen bis 2022 12,5 Gigawatt und bis 2030 25,6 Gigawatt installierte Kohleleistung mit Hilfe des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) auf Gas umgestellt oder gegen Entschädigung stillgelegt werden. Für die verbleibenden Kohlekraftwerke wurde eine maximale Laufzeit bis 2038 festgelegt. Energiewirtschaftliche Maßnahmen und ein regelmäßiges Monitoring sollen sicherstellen, dass gleichzeitig die Versorgungssicherheit in Deutschland auch in Zukunft gewährleistet werden kann.

Energieverbrauch

Bundesweit lag der Energieverbrauch im Jahr 2018 laut der Arbeitsgemeinschaft für Energiebilanzen so niedrig wie zuletzt Anfang der 1970er Jahre. Neben den gestiegenen Preisen zeichnet sie vor allem die milde Witterung und Verbesserungen bei der Energieeffizienz verantwortlich. Gesunken ist vor allem der Verbrauch an fossilen Energieträgern, während die absolute Verbrauchsmenge an erneuerbaren Energien zugenommen hat.

Energiemarkt und Preisbildung

Beim Strom zeigt der europäische Emissionshandel Erfolg: Das Angebot an grundlastfähigem Strom aus Kohlekraftwerken ist damit zugunsten klimaschonenderer Energien gestiegen. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Brutto-Stromerzeugung hat sich laut der Arbeitsgemeinschaft für Energiebilanzen von 33,3 Prozent in 2017 auf 35,2 in 2018 erhöht. Bezogen auf die Nettostromerzeugung, also ohne den Energieeigenbedarf der Kraftwerke, beträgt ihr Anteil 40,4 Prozent (Fraunhofer ISE). Das Gros davon wurde 2018 durch volatile Energiequellen erzeugt: 20,4 Prozent des Stroms in Windkraftanlagen, 8,4 Prozent aus Photovoltaikanlagen. Einen fast gleich hohen Anteil wie der Strom aus der Sonne hatte in 2018 mit 8,3 Prozent der Strom aus Biomasse. Die Wasserkraft lag bei 3,3 Prozent.

Der Strom aus erneuerbaren Energien wird, trotz der seit 2017 sinkenden EEG-Umlage, immer noch recht hoch vergütet. Weitere Preiseinflüsse auf dem Beschaffungsmarkt für Strom und Gas sind die zunehmende Nachfrage nach Steinkohle unter anderem aus China, zudem sind die Rohölpreise gestiegen. Auch haben sich die geringeren Kraftwerkseinsätze durch den heißen und trockenen Sommer preis­treibend ausgewirkt.

01
Im Jahr 2018 ist der Anteil erneuerbarer Energien an der Nettostromerzeugung bundesweit auf über 40 Prozent gestiegen.

Erneuerbare Energie

Sowohl beim Strom als auch beim Gas spielten bei der Preisbildung für den Endverbraucher außerdem die Netznutzungsentgelte eine entscheidende Rolle. Beim Strom sind die Netzentgelte, noch vor der EEG-Umlage, inzwischen der wichtigste Preisbestandteil. Unter anderem dienen sie dazu, den Ausbau des Netzes sowie Maßnahmen zur Sicherung der Stromnetz-Stabilität zu finanzieren. Die staatlichen Umlagen und Abgaben stiegen dagegen zu Beginn des Jahres 2019 gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig: Zusammengenommen sind die nicht beeinflussbaren Bestandteile des Endkunden-Strompreises, bestehend aus Umlagen und Abgaben sowie Netznutzungsentgelten, für rund drei Viertel des Preises verantwortlich. Beim Gas lag der Anteil bei rund 50 Prozent.

Wettbewerb

Der Endkundenmarkt für Energieprodukte war darüber hinaus auch in 2018 durch einen starken Wettbewerb geprägt. Bei allen Vorteilen für die Endkunden sind damit jedoch auch Verwerfungen im Markt verbunden. Dazu zählt zum Beispiel unlautere Werbung unter anderem bei Telefon- und Haustürgeschäften. Zudem kam es auch 2018 wieder zu Insolvenzen, beispielsweise bei Energieversorgern wie Enversum, Energieagenten, Eveen, Deutsche Erdgashandel oder kurz vor Weihnachten bei der Bayerische Energieversorgungs­gesellschaft (BEV), die auch zahlreiche Kunden in Heidelberg versorgte. Diese schon länger andauernde Entwicklung auf dem Energiemarkt führte zu einer neuen Initiative: In 2018 wurde das neue Vergleichsportal Simplaro auf den Weg gebracht. Der Anbieter schließt explizit alle Produkte aus, die preislich in der Unterdeckung liegen, und verzichtet zudem auf eine Voreinstellung, die zur Erhöhung der ausgegebenen Preisdifferenzen zwischen den angebotenen Produkten auch Boni während des ersten Jahres in die Bewertung einbezieht. Ziel des Portals ist es, den Kunden eine höchstmögliche Transparenz bei der Preisentwicklung zu geben. Die Stadtwerke Heidelberg sind eines der Pilotunternehmen in dem neuen Portal.

Bei der Energiewende vorne dabei

Die Stadtwerke Heidelberg Energie sind für die energiewirtschaftlichen Grundsatz­planungen im Gesamtkonzern verantwortlich und entwickeln die Energiekonzeption 2020/ 2030 kontinuierlich weiter – den Plan der Stadtwerke Heidelberg, mit dem sie seit 2011 die Energiewende voranbringen. Auch der Bau des Energie- und Zukunftsspeichers liegt in der Regie der Gesellschaft. Zudem übernimmt sie die Gas- und Biomethanbeschaffung für die Energieerzeugungsanlagen der Stadtwerke Heidelberg Umwelt.

Der Energie- und Zukunftsspeicher

02
Ab Herbst 2018 schraubte sich der Energie- und Zukunftsspeicher all­mählich in die Höhe und wurde über das Gelände der Stadtwerke Heidelberg hinaus sichtbar.

Energie- und Zukunftsspeicher ­entsteht

Einer der größeren Bausteine aus der Energiekonzeption 2020/ 2030 ist der Energie- und Zukunftsspeicher – eine Anlage, die wie eine überdimensionale Thermoskanne heißes Fernwärmewasser speichert. Der Speicher ermöglicht den Stadtwerken Heidelberg, ihren Wärmebezug und die Wärmeerzeugung zu optimieren. Denn die erzeugte und bezogene Energie kann damit zeitlich entkoppelt vom Wärmeverbrauch eingesetzt werden. Das ist zum Beispiel bei geringer Wärmeabnahme im Sommer ein Vorteil. Auch der Einsatz der entstehenden und weiterer geplanter Power-to-Heat-Anlagen kann damit wirtschaftlich optimiert werden: Strom, der an sonnigen oder windreichen Tagen günstig erzeugt wird, kann in Wärme umgewandelt und dort gespeichert werden. Zusätzlich wird der Energie- und Zukunftsspeicher künftig im Winter auch zur Abdeckung von Spitzenlast dienen und damit die zum Teil mit Öl betriebenen Heizwerke ersetzen, die diese Aufgabe bisher übernommen haben. Die Anlage ermöglicht es insgesamt, mehr erneuerbare Energien in das Energiesystem zu integrieren und erhöht zudem ­seine Wirtschaftlichkeit. Der Energie- und Zukunftsspeicher ist die zweitgrößte Investition der Stadtwerke Heidelberg in der Energiekonzeption 2020/ 2030.

Das 55 Meter hohe Gebäude wird eine spannende Architektur und eine attraktive, bewegliche Gebäudehülle über dem Speicher erhalten: ein Netz mit Helix und vielen kleinen Plättchen, die vom Wind bewegt werden und die Sonne reflektieren. Neben einer begehbaren Terrasse auf dem Gebäudedach wird es auch eine Gastronomie mit Platz zum Feiern geben. Der Energie- und Bewegungspark, der zusammen mit dem Nachbar adViva dort entsteht, rundet das Angebot an interessierte Besucher ab. Der Energie- und Zukunftsspeicher wurde aufgrund dieses Konzepts als Projekt der Internationalen Bauausstellung (IBA) ausgezeichnet. Die Anlage wird voraussichtlich im März 2021 fertig.

Eckdaten zum Energie- und Zukunftsspeicher

  • Atmosphärischer Zweizonen­speicher
  • Speichertemperatur: 115 Grad Celsius
  • Wärmeleistung: 40 Megawatt
  • Nutzbares Speichervolumen 12.800 Kubikmeter
  • Nutzbare Kapazität: 660 Megawattstunden

Mehr Infos: www.swhd.de/energiespeicher

Immer grünere Fernwärme

Die Stadtwerke Heidelberg arbeiten kontinuierlich daran, das Liefer- und Erzeugungskonzept für ihr Fernwärme-Produkt heidelberg WÄRME zu optimieren und die Fernwärmeerzeugung zu diversifizieren. Gleichzeitig soll die Fernwärme-Infrastruktur genutzt werden, um die Klimaschutzziele der Stadt Heidelberg und der Stadt Eppelheim zu erreichen.

wärme.netz.werk
wärme.netz.werk

wärme.netz.werk

Kooperation für
»Grüne Wärme«

Durch den Bau des Holz-Heizkraftwerks und der Biomethan-Blockheizkraftwerke beträgt der Erneuerbare-Energien-Anteil bereits 20 Prozent. Anfang des Jahres 2019 wurde eine Kooperation zwischen den Stadtwerken Heidelberg Energie und der MVV in Mannheim geschlossen: das wärme.netz.werk, eine gemeinsame Plattform, um noch mehr Anteile an »Grüner Wärme« zu erschließen. Als ein erstes gemeinsames Projekt ist eine Solarthermie-Anlage in Eppelheim geplant.

Immer mehr erneuerbare Energien im Strommix

Nach der offiziellen Stromkennzeichnung über das Jahr 2017, erhoben zum 1. Novem­ber 2018, lag der Ökostrom-Anteil bezogen auf den Strombedarf aller Kunden der Stadtwerke Heidelberg Energie Ende 2017 bei 72,3 (Vorjahr: 77,7) Prozent. Diese Veränderung erklärt sich durch einen deutlichen Absatzanstieg bei den Großkunden, die sich seltener für Ökostrom entscheiden. Das wirkt sich auf den Strommix des Unternehmens aus. Dennoch liegt der Anteil von Ökostrom am unternehmensweiten Mix im Vergleich zum Bundesdurchschnitt hoch: Der bundesweite Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung wurde zu diesem Zeitpunkt mit 36,6 Prozent angegeben.

Die Stromkennzeichnung nach dem Energiewirtschaftsgesetz bildet jedoch nur die Beschaffung ab, denn die Kennzahl hat einen bundesweiten Fokus und soll Doppelbilanzierungen vermeiden. Möchte man dagegen die gesamte Wirkungsreichweite und die Fortschritte eines Unternehmens abbilden, ist auch die Erzeugung zu betrachten. Die Stadtwerke Heidelberg produzieren rund sieben Prozent des Stroms ihrer Kunden aus erneuerbaren Energien selbst. Produziert wird der Strom vorwiegend in Anlagen, die während der letzten fünf Jahre in Betrieb gegangen sind. Dazu zählen mehrere größere PV-Anlagen, das Holz-Heizkraftwerk sowie sechs neue Blockheizkraftwerke (BHKW), davon vier mit Biomethan betrieben. Insgesamt können die Stadtwerke Heidelberg so fast 80 Prozent des Strombedarfs ihrer Kunden mit erneuerbaren Energien decken.

03
heidelberg GREEN-Kunden tragen dazu bei, dass ­Photovoltaik-Anlagen vor Ort gebaut werden.

­Photovoltaik-Anlagen vor Ort

Noch mehr Ökostrom-Kunden

Ihren Strom-Kunden bieten die Stadtwerke Heidelberg Energie zwei Ökostrom-Produkte an: heidelberg KLIMA mit dem ok-Power-Label sowie den Ökostrom-Klassiker heidelberg GREEN mit dem Grüner-Strom-Label. Für ein Maximum an Klimaschutz sind beide Angebote miteinander kombinierbar. Durch die Entscheidung für diese Produkte können die Kunden dazu beitragen, dass der Ökostrom-Anteil im Strommix des ­Unternehmens noch weiter steigt. So haben die Stadtwerke Heidelberg im Jahr 2018 insgesamt 13 neue PV-Anlagen gebaut, bezuschusst aus heidelberg GREEN-Mitteln, die umgerechnet weitere 79 Haushalte mit Strom aus der Sonne versorgen. In den vergangenen Jahren konnte die Anzahl der Ökostrom-Kunden auf 12.500 (Vorjahr: 10.000) gesteigert werden.

12.500 Ökostrom-Kunden
12.500 Ökostrom-Kunden

12.500 Ökostrom-Kunden

2.500 mehr in 2018

Services zum Energiesparen

Die Stadtwerke Heidelberg Energie bieten zudem eine Reihe von Produkten an, mit denen Verbraucher ihren Energiebedarf möglichst energiesparend und klimaschonend decken können. Diese Services basieren auf dem Ökostrom-Produkt heidelberg KLIMA. Ihre Bandbreite reicht vom Heizungspumpentausch über Energiesparberatungen und Effizienzprämien für energiesparende Haushaltsgeräte bis hin zu Angeboten zur Förderung von Elektromobilität.

In den ersten Monaten vom Jahr 2018 ging darüber hinaus das 2017 gestartete Stromsparjahr zu Ende: Im April 2018 wurden die erfolgreichsten Stromsparer gekürt. Die Idee zum Wettbewerb entstand in Kooperation mit dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und floss in den Masterplan 100% Klimaschutz ein – den Klimaschutzplan der Stadt, mit dem Heidelberg bis 2050 nahezu klimaneutral werden soll.

Services für die Energiewende auch beim Verkehr

Die Sektoren Strom, Wärme und Verkehr rücken in der Energiewende enger zusammen: Der Verkehr als einer der größten energieverbrauchenden Bereiche kann über Elektromobilität auch vom Umbau der Energiesysteme profitieren und seinerseits wiederum Speicherfunktionen für Strom aus erneuerbaren Energien übernehmen. Elektromobilität ist außerdem ein wichtiger Lösungsansatz, um die Luftqualität in den Städten zu verbessern. In den vergangenen Jahren hat der Energieversorger verschiedene Services rund um die Elektromobilität entwickelt. So erhalten heidelberg KLIMA-Kunden 100 Euro Zuschuss beim Kauf eines Pedelecs, und das Produkt heidelberg KLIMA emobil bietet eine Ladeinfrastruktur für zuhause. Zudem kooperiert die Gesellschaft mit dem Umweltschutzverein Ökostadt Rhein-Neckar bei einem Verleihangebot für Pedelecs.

Aufgeladen
Aufgeladen

Aufgeladen

Acht neue Ladepunkte
in Heidelberg

Die Stadtwerke Heidelberg Energie engagieren sich seit 2017 mit der Stadt Heidelberg und der Rhein Neckar Verkehr GmbH (rnv) auch für den Ausbau der Ladeinfrastruktur im öffentlichen Bereich: Bis Ende 2020 sollen zusammen mit Partnern 150 Ladepunkte für die Öffentlichkeit in Heidelberg angeboten werden. In 2018 haben sie an weiteren vier Standorten acht Ladepunkte in Heidelberg aufgebaut. Insgesamt betreiben die Stadtwerke Heidelberg somit 19 Ladepunkte an neun Standorten in ­Heidelberg und Neckargemünd. Im Rahmen der Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur und des Projekts Flächendeckendes Sicherheitsladenetz für Elektrofahrzeuge (SAFE) in Baden-Württemberg beteiligt sich die Gesellschaft an dem geförderten Ausbau von Ladeinfrastruktur.

Besonders platzsparend: ­Lade­stationen in Straßenleuchten

04
In Heidelberg entsteht sukzessive eine Lade-­Infrastruktur für Elektrofahrzeuge. Besonders platzsparend sind die ­Lade­stationen in Straßenleuchten untergebracht – wie hier in Heidelberg-Bahnstadt.

Services rund um Energielieferungen

Die Kunden erwarten von den Energieversorgern zunehmend Lösungen für eine nachhaltige klimaschonende Versorgung, und viele von ihnen möchten auch selbst Beiträge zur Energiewende leisten. Die Stadtwerke Heidelberg Energie bieten ihren Kunden passende Services an.

Im Bereich der Photovoltaik zählen dazu das heidelberg ENERGIEDACH und der heidelberg MIETERSTROM. heidelberg ENERGIEDACH umfasst ein Service-Paket für Planung, Bau und auf Wunsch auch Wartung einer Solaranlage auf dem Dach der eigenen Immobilien. Bei heidelberg ENERGIEDACH premium wird zusätzlich ein Batteriespeicher integriert. So kann der Anteil des selbstverbrauchten Stroms erhöht werden – und damit auch die Unabhängigkeit vom Strommarkt. Mit dem Service-Paket heidelberg MIETERSTROM können auch Mieter Strom vom Dach des Hauses beziehen, in dem sie wohnen.

05
Mit heidelberg ENERGIEDACH können Hausbesitzer selber Strom erzeugen. In 2018 entstand das 50ste ENERGIEDACH der Stadtwerke Heidelberg im Gewerbegebiet von Neckargemünd.

2018 entstand das 50ste ENERGIEDACH

Im Geschäftsfeld Wärme-Services bieten die Stadtwerke Heidelberg Energie Lösungen für eine dezentrale Wärmeversorgung an. Zusammen mit Planungsbüros und dem regionalen Handwerk entwirft, baut, finanziert und betreibt die Gesellschaft Wärmeerzeugungsanlagen jeder Größenordnung in der Region. Die heidelberg XL WÄRMESERVICES richten sich an Industrie, Kommunen, Gewerbe und größere Wohnanlagen. Mit heidelberg ERDGAS WÄRMESERVICE errichtet und betreibt die Gesellschaft außerdem Heizzentralen für Wohn- und Gewerbeimmobilien. Ein weiteres Angebot ist der heidelberg ­ENERGIEBLOCK für Ein- oder kleinere Mehrfamilienhäusern. Damit können Eigentümer Strom und Wärme per Mikro-Blockheizkraftwerk höchsteffizient selbst erzeugen. heidelberg WÄRMEPUMPEN SERVICE versorgt Ein- und Zweifamilienhäusern nachhaltig mit Wärme aus der Umgebungsluft.

Da die Klimatisierung ein immer wichtigerer Faktor für den steigenden Energieverbrauch im Gebäudebereich ist, bieten die Stadtwerke Heidelberg Energie auch einen Service zur Versorgung mit hocheffizient und klimaschonend erzeugter Kälte an. Für den Heidelberg Innovation Park (hip) ist vorgesehen, im Parkhaus neben der künftigen Großsporthalle eine Kältezentrale zu errichten, um einen Großteil der entstehenden Gebäude mit Kälte zu beliefern.

Beiträge zu den Zielen der Energiekonzeption 2020/ 2030

Alle diese Anlagen, die gemeinsam mit den Kunden entstehen, zahlen auf das Ziel der Energiekonzeption 2020/ 2030 ein, die Eigenerzeugung aus dezentralen Anlagen weitestgehend auf Basis von erneuerbaren Energien und von klimaschonendem Gas weiter zu erhöhen. Das Solarportfolio der Stadtwerke Heidelberg wurde um 13 neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von 0,34 Megawatt erweitert.

Dazu zählen sowohl PV-Anlagen auf öffentlichen Dächern, die über Mittel aus dem Produkt heidelberg GREEN bezuschusst wurden, als auch solche, die über die Services heidelberg ENERGIEDACH und heidelberg MIETERSTROM im privaten Bereich errichtet werden konnten. Insgesamt produzieren die 13 neuen Anlagen Strom aus der Sonne für die Versorgung von rund 80 Haushalten. Außerdem kamen im Jahr 2018 acht neue Anlagen im Bereich der Wärmeservices hinzu.

Mehrfach prämiert

Im Jahr 2018 und Anfang 2019 haben die Stadtwerke Heidelberg Energie wieder eine Reihe von Auszeichnungen für ihre Produkte und Services erhalten. Positiv wurden dabei in der Regel die Angebote von Ökostrom und Biogas bewertet, außerdem Services wie die Energiesparberatung oder der Energiespar-Shop sowie die Möglichkeit für die Kunden, zwischen Festpreis-Garantie und flexibler Grundversorgung zu wählen. Die gute Online- und Offline-Erreichbarkeiten sowie die Präsenzen in den sozialen Medien wurde ebenfalls positiv hervorgehoben. In einem weiteren Fall punktete das Unternehmen mit seinem Energiespar-Bonus beim Ökostrom-Tarif heidelberg KLIMA, den ein Kunde erhält, wenn er gegenüber dem Vorjahr erkennbar weniger Strom verbraucht. Ein zusätzliches Plus brachte der Stromsparwettbewerb 2017/ 2018 ein.

Zudem erhielten die Stadtwerke Heidelberg Energie eine Auszeichnung aufgrund der Öko-Label ihrer Strom-Produkte: das ok-Power-Label für den Ökostrom-Tarif
heidelberg KLIMA und das Grüner Strom-Label für die Ökostrom-Zusatzvereinbarung heidelberg GREEN. Beide gelten als die anspruchsvollsten Ökostrom-Label. Denn neben Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien garantieren sie auch, dass der Ausbau von Öko-Energie weiter vorangeht.

Auszeichnungen in 2018

  • Top-Stromversorger in der Region bei Focus Money
  • Gewinner in der Kategorie Strom beim Energiewende Award 2018
  • Eines der innovativsten Unternehmen Deutschlands bei Focus Money
  • Ökologisch vorbildlich bei Focus Money.
Mehrfach prämiert in 2018

Entwicklung der Energiepreise für unsere Kunden

Aufgrund gestiegener Netznutzungsentgelte und höherer Beschaffungspreise (s. S. 24) stiegen zum 1. Januar 2019 der Arbeits- sowie Grundpreis der Grundversorgung heidelberg STROM basis. Bei einem Verbrauch von jährlich 3.500 Kilowattstunden erhöhten sich die Stromkosten um 4,79 Prozent. Anfang des Jahres 2019 senkte der regionale Netzbetreiber seine Netznutzungsentgelte: Diese Preisminderung haben die Stadtwerke Heidelberg Energie ebenfalls umgehend an ihre Kunden weitergegeben. Als Alternative bieten sie ihren Kunden das günstigere Festpreisprodukt heidelberg STROM fix 2020/2 oder das Ökostrom-Produkt heidelberg KLIMA fix 2020/2 an.

Wie beim Strom waren auch beim Gas die gestiegenen Netznutzungsentgelte sowie die Beschaffungspreise ausschlaggebend für höhere Preise ab dem ­1. ­Januar 2019: Für einen Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 18.000 Kilowattstunden stiegen die Erdgaskosten um 6,78 Prozent.

Auch die Preise für die Versorgung mit Fernwärme wurden zum 1. Januar 2018 angepasst: Die Entwicklung des Arbeits­preises ist an den Kohlepreis- und den Zentralheizungsindex des Statistischen Bundesamtes gekoppelt. Beide Indizes sind gestiegen und führten zu einer Erhöhung des Arbeitspreises. Auch die Indizes, die den Leistungspreis bestimmen, hatten sich erhöht: Dazu zählen der Lohnkosten- und der Investitionsgüterindex.

Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 18.000 Kilowattstunden und einer Anschlussleistung von 15 Kilowatt ergibt sich eine Preissteigerung von insgesamt 1,61 Prozent. Diese Veränderung blieb allerdings deutlich unter den Preissteigerungen von Energie­trägern wie Öl oder Gas zurück.

Absatz- und Umsatzentwicklung

Strom

In 2018 ist die Absatzmenge beim Strom ohne Stromhandel um rund zehn Prozent weiter gestiegen und lag bei 856,8 (Vorjahr: 779,1) Millionen Kilowattstunden. Die Veränderung ist insbesondere auf Zugewinne im Geschäftskunden-Segment zurückzuführen. Die Umsatzerlöse ­stiegen entsprechend.

STROM-ABSATZ ohne Stromhandel (in Mio. kWh) 2018 2017 2016
Privat- und Geschäftskunden 225,3 216,9 212,2
Großkunden 593,0 525,3 305,3
Nachtstromspeicherheizungen 6,1 6,8 5,6
Verbundene Unternehmen 32,5 30,0 17,1
Summe 856,8 779,1 540,2
UMSATZ ohne Stromhandel (Tsd. €) 1
Strom 140.305 120.853 96.347
Wärme: Erdgas und Fernwärme

In der Sparte Gas ist ein Absatzrückgang um 3,8 Prozent auf 878,0 (Vorjahr: 912,5) Gigawattstunden zu verzeichnen. Damit sanken auch die Umsatzerlöse um 2,6 Prozent (- 1,1 Mio. €). Die Entwicklung ist sowohl durch witterungsbedingte Mengenrückgänge als auch durch Kundenbewegungen begründet.

In der Sparte Fernwärme ist witterungsbedingt ein Absatzrückgang von 7,8 Prozent auf 476,9 (Vorjahr: 517,4) Gigawattstunden zu verzeichnen, während die Umsatzerlöse nur um 0,3 Prozent sanken. Dies ist Preismaßnahmen zuzuschreiben, welche die witterungsbedingten Mengenrückgänge umsatzseitig kompensieren.

GAS-ABSATZ nach Kundengruppen (Mio. kWh) 2018 2017 2016
Privat- und Geschäftskunden 584,6 614,6 654,4
Großkunden 127,2 119,6 111,2
Weiterverteiler 37,9 39,1 44,4
Verbundene Unternehmen 128,3 139,2 129,8
Summe 878,0 912,5 939,8
UMSATZ (Tsd. €)
Gas 42.671 43.816 47.684
FERNWÄRME-ABSATZ nach Kundengruppen (Mio. kWh) 2018 2017 2016
Tarifkunden 306,4 337,4 328,3
Großkunden 143,5 151,0 154,5
Verbundene Unternehmen 27,0 29,0 28,7
Summe 476,9 517,4 511,5
UMSATZ (Tsd. €)
Fernwärme 41.212 41.330 40.594