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Vollständiger Bericht

Kapitel einzeln

Stadtwerke Heidelberg Umwelt

Gute Idee:

Licht ins ­Dunkel ­bringen.

6.500 moderne Straßenleuchten, die nicht nur Strom sparen, sondern auch die Natur schützen

Stadtwerke Heidelberg Umwelt

Den Stadtwerken Heidelberg Umwelt kommt eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Energiekonzeption 2020/ 2030 zu: Die Gesellschaft plant und baut die Kraftwerksanlagen, mit denen der Konzern sein Ziel von 30 bis 40 Prozent Eigenerzeugung vorwiegend auf Basis erneuerbarer Energien und hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung erreichen möchte. Darüber hinaus bietet die Gesellschaft kommunale Services inklusive Straßenbeleuchtung an. Zum Ende des Jahres 2018 waren zwölf Mitarbeiter dort beschäftigt.

Das Energiejahr 2018

Die Rahmenbedingungen für Energieerzeuger waren auch 2018 durch die Bestrebungen der Bundesregierung bestimmt, die Energiewende voranzubringen und gleichzeitig die Kosten für die Endverbraucher zu senken. Eine Vielzahl von Maßnahmen und neuen Regeln soll unter anderem den Ausbau der erneuerbaren Energien steuern, für ein flexibleres Energiesystem sorgen und Anreize für eine höhere Wirtschaftlichkeit geben.

Zu den neuen Maßnahmen gehören die Ausschreibungen für innovative Kraft-Wärme-Kopplungssysteme (iKWK-Systeme). In der KWK-Ausschreibungsverordnung (KWKAusV) vom 29. Juni 2017 wurden sie als neue Förderkategorie festgelegt. Ihr Ziel: Die hocheffiziente KWK als Bindeglied zwischen dem Strom- und Wärmemarkt mit einer verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien in Wärmenetzen kombinieren. Pro Kalenderjahr steht für innovative KWK-Systeme ein Ausschreibungsvolumen von 50 Megawatt bereit.
Im Jahr 2018 gab es zwei Ausschreibungen, an der zweiten haben sich die Stadtwerke Heidelberg Umwelt beteiligt.

Entscheidend für die Planungen von Erzeugungsanlagen war noch eine weitere Entwicklung im Jahr 2018: Für den Bau von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen war bisher im Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz eine KWK-Vergütung pro erzeugter Menge an Strom für Anlagen festgelegt, die bis 2022 in Betrieb gehen. Das hat sich mit dem Inkrafttreten des Energie-Sammelgesetzes, einer Zusammenführung zahlreicher Einzelgesetze im Bereich Energieerzeugung, Anfang 2019 geändert. Nun erhalten auch Anlagen, die bis 2025 in Betrieb gehen, eine KWK-Vergütung: Damit gewinnen die Energieversorger mehr Zeit für ihre Planungen und Vorbereitungen von neuen KWK-Anlagen.

Noch eine Änderung erhöht wieder den Anreiz für den Bau der hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen: War zunächst Anfang 2018 erstmalig die volle EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch von KWK-Anlagen angefallen, wurde diese Regelung Mitte des Jahres wieder rückgängig gemacht. Wie zuvor fällt nun wieder ein Anteil von lediglich 40 Prozent der EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch an. Diese Regelung ist ebenfalls Bestandteil des Energie-Sammelgesetzes und gilt rückwirkend seit Jahresbeginn 2018.

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Im Jahr 2018 wurde mit dem Bau eines Technikgebäudes im Energiepark Pfaffengrund begonnen. Unter anderem wird dort die erste Power-to-Heat-Anlage untergebracht.

Baugrube für das neue Technikgebäude

Energie aus der Region für die Region

Die Stadtwerke Heidelberg Umwelt sind für den Bau der neuen Erzeugungsanlagen im entstehenden Energiepark Pfaffengrund zuständig. In den vergangenen Jahren haben die Stadtwerke Heidelberg rund 30 Millionen Euro in das Holz-Heizkraftwerk sowie in vier Biomethan- und zwei Erdgas-Blockheizkraftwerke investiert. Das Holz-Heizkraftwerk als größte der Erzeugungsanlagen wurde im April und im September 2018 wieder den halbjährlichen Revisionen unterzogen. Zwischen diesen beiden Terminen werden regelmäßig Kontrollmessungen nach TÜV-Vorgaben durchgeführt.

Sicherer Betrieb
Sicherer Betrieb

Sicherer Betrieb

Zwei Revisionen pro Jahr und dazwischen ­laufende TÜV-Überwachung im
Holz-Heizkraftwerk

Insgesamt sind die Stadtwerke Heidelberg mit diesen Anlagen schon nah an ihr Ziel herangekommen, rund 30 Prozent der verteilten Wärme selbst zu erzeugen: Etwa 25 Prozent des Fernwärmebedarfs seiner Kunden produziert der Energieversorger inzwischen selbst, ungefähr 20 Prozent sogar aus erneuerbaren Energien.

02
2018 entstand im Energiepark ­Pfaffengrund ein neuer Carport mit einem Dach aus 450 Solarmodulen. Die Anlage erzeugt heute Strom für 40 Haushalte.

Carport mit einem Dach aus Solarmodulen

Infra­struktur für ein flexibles Energiesystem

Der Ausbau des Energieparks ging 2018 mit dem Baubeginn des Energie- und Zukunftsspeichers in eine nächste Phase. Parallel startete unter der Regie der Stadtwerke Heidelberg Umwelt der Bau eines Technikgebäudes. Unter anderem wird er einen Nachheizkessel für den Energie- und Zukunftsspeicher mit einer Leistung von zehn Megawatt beherbergen. Die Anlage wird die Wärme aus dem Speicher nachheizen, wenn ihre Temperatur unter derjenigen des Fernwärmevorlaufs liegt. Weiterhin wird eine Kältezentrale für die Kälteversorgung der Gastronomie auf dem Wärmespeicher und der weiteren Gebäude im Energiepark dort ihren Platz finden. Zudem wird ein Elektrodenkessel, auch Power-to-Heat-Anlage genannt, mit einer elektrischen Leistung von 0,6 bis zwei Megawatt dort installiert.

Die Flexibilität des Energiesystems in Heidelberg steigt damit weiter, und die Sektoren Wärme und Strom werden noch enger verzahnt: Denn so kann Strom, für den gerade keine Nachfrage besteht, in Wärme umgewandelt werden.

Im Energiepark Pfaffengrund wird zudem ein Arealnetz gebaut, das es ermöglicht, den eigenerzeugten Strom auch selbst zu verbrauchen. Damit entfallen künftig die Netzentgelte und staatliche Abgaben sowie Umlagen auf den erzeugten bzw. verbrauchten Strom. Das Arealnetz wird so die Wirtschaftlichkeit des Energieparks Pfaffengrund weiter verbessern. Neben dem Technikgebäude wird ein Gebäude mit der Schaltanlage für das Arealnetz entstehen.

Noch flexibler und erneuerbarer

Die Energiekonzeption 2020/ 2030 will unter anderem folgende Ziele erreichen: den Anteil der Eigenerzeugung weiter erhöhen, noch mehr Wärme aus erneuerbaren Energien erzeugen und noch flexibler werden. Einige nächste Meilensteine, um diese Ziele zu erreichen, sind bereits konkretisiert: Unter anderem sollen bis 2025 zehn bis zwölf weitere BHKW auf Basis von Erdgas mit einer Leistung von je knapp 1,0 Megawatt entstehen. Zudem sind Power-to-­Heat-Anlagen in einer Größenordnung von 0,6 bis zwei Megawatt geplant.

Nächste Meilensteine
Nächste Meilensteine

Nächste Meilensteine

Zehn bis zwölf BHKW und weitere Power-to-Heat-Anlagen bis 2025

Ein erstes Projekt wird schon konkret: Im Dezember 2018 haben die Stadtwerke Heidelberg Umwelt einen Zuschlag bei der Ausschreibung für innovative Kraft-Wärme-Kopplungssysteme erhalten: Geplant ist ein Projekt im entstehenden Energiepark Pfaffengrund, das den Bau eines Erdgas-Blockheizkraftwerks mit einer Leistung von zwei Megawatt, kombiniert mit einer Wärmepumpe sowie einer ­Power-to-Heat-Anlage, umfasst. Nach dem Bescheid über den Zuschlag konnte die Vorplanung ­beginnen. Die Inbetriebnahme des innovativen KWK-Systems ist für 2021 geplant.

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Die neuen Leuchten für Heidelberg sparen nicht nur Energie, sondern schützen auch den Nachthimmel vor unnötiger Aufhellung.

Die neue Straßenbeleuchtung

Energiesparend und naturschützend: die neue Strassenbeleuchtung

Die Stadtwerke Heidelberg Umwelt übernehmen außerdem kommunale Services für die Stadt Heidelberg. So sind sie Eigentümer der Straßenbeleuchtung in Heidelberg und damit zuständig für rund 14.000 Beleuchtungspunkte und 25.000 Leuchtmittel im Stadtgebiet. Mit dem Betrieb der Anlagen sind die Stadtwerke Heidelberg Netze beauftragt. Die Energie für die Lichtlieferung bezieht die Gesellschaft von den Stadtwerken Heidelberg Energie.
Im Jahr 2018 wurde das Modernisierungsprogramm für die Straßenbeleuchtung fortgesetzt. Insgesamt 6.500 Leuchten sollen bis Ende 2020 sukzessive auf LED-Technik umgestellt werden. Eine neue Leuchte spart gegenüber den älteren Modellen 60 Prozent Energie ein. Der Energieverbrauch durch die gesamte Straßenbeleuchtung in Heidelberg wird damit um 2,2 Gigawattstunden pro Jahr bzw. ein Drittel gesenkt. Das entspricht dem Stromverbrauch von über 900 Haushalten. Das Programm ist damit eine Maßnahme im Masterplan 100% Klimaschutz, mit dem die Stadt Heidelberg bis 2050 nahezu klimaneutral werden möchte. Die Stadtwerke Heidelberg Umwelt investieren etwa drei Millionen Euro in die neue Beleuchtung.

Um stadtplanerische, beleuchtungstechnische und auch betriebstechnische Aspekte zu berücksichtigen, wurden die Leuchtenmodelle im Team mit Vertretern des Stadtplanungsamtes und verschiedenen Fach­experten ausgewählt. In den Wohngebieten und Anliegerstraßen setzen die Stadtwerke Heidelberg auf warmweißes Licht mit geringem Blauanteil bzw. von maximal 3.000 Kelvin. Zudem wird der Lichtkegel konsequent auf den Bereich der Straße und Gehwege gerichtet – dort, wo es hell sein soll. Die neuen Modelle reduzieren durch das gerichtete Licht, die niedrige Beleuchtungsklasse und einen geringen Blauanteil die Aufhellung des Nachthimmels und schützen so die Umwelt.

Bis Ende des Jahres 2018 hatten die Stadtwerke Heidelberg über 2.000 Leuchten in Wohngebieten ausgewechselt – über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Die Voraussetzungen, die Umrüstung innerhalb des geplanten Zeitraums abzuschließen, sind damit gut.

Kampagne: Licht ins Dunkel – die Nacht neu entdecken

Begleitend zu dem Modernisierungsprogramm haben die Stadtwerke Heidelberg zusammen mit den Umweltschutzverbänden BUND Heidelberg und Ökostadt Rhein-Neckar die Kampagne Licht ins Dunkel – die Nacht neu entdecken gestartet. Ziele der Kampagne sind, das Bewusstsein für eine nachhaltige Beleuchtung zu fördern und einen sinnvollen Umgang mit Licht anzuregen. 18 Monate lang bieten die drei Partner Veranstaltungen rund um das Thema umwelt- und klimaschonende Beleuchtung an. Seit Oktober 2018 finden monatlich ein bis zwei Events statt.

Licht ins Dunkel
Licht ins Dunkel

Licht ins Dunkel

18 Monate lang Veranstaltungen für eine hohe Akzeptanz der neuen energiesparenden Beleuchtung

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Viel Interesse bei der Vorstellung des mehrfach prämierten Beleuchtungskonzepts in Heidelberg-Bahnstadt: Führung im Zuge der Kampagne Licht ins Dunkel – die Nacht neu entdecken.

Führung im Zuge der Kampagne Licht ins Dunkel – die Nacht neu entdecken

Leistungen für die Stadt Heidelberg im Bereich Haustechnik und Energiecontrolling

Die Stadtwerke Heidelberg Umwelt sind in etwa 200 Gebäuden der Stadt Heidelberg für Betrieb, Erneuerung und Erweiterung von Heizungs-, Sanitär- und Lüftungsanlagen zuständig. In rund 100 städtischen Liegenschaften werden die Energie- und Wasserverbräuche über eine Software täglich ausgelesen, um Schwachstellen im Verbrauch aufzudecken. Monatliche Energieberichte geben einen Überblick über das Verbrauchsverhalten und lassen auch Vergleiche zu anderen Zeiträumen zu.

Investitionen

Die Investitionen der Gesellschaft lagen im Jahr 2018 bei 4,1 (Vorjahr: 2,8) Millionen Euro. Diese Mittel flossen insbesondere in die Modernisierung der Straßenbeleuchtung sowie den Bau des Technikgebäudes im Energiepark Pfaffengrund.

Umsatzentwicklung und Ertragslage

Die Stadtwerke Heidelberg Umwelt beendeten das Geschäftsjahr 2018 mit einem Umsatz von 35,0 (Vorjahr: 34,4) Millionen Euro. Der größte Teil der Umsatzerlöse wird durch Dienstleistungen an den bestehenden Anlagen der Gesellschaft bei Kunden gewonnen, ein weiterer maßgeblicher Anteil des Umsatzes stammt aus der Stromerzeugung.