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Vollständiger Bericht

Kapitel einzeln

Heidelberger Strassen- und Bergbahn

Klimafreundlich unterwegs
auch in schwierigen Zeiten

Ich bin Bernd Veit von den Heidelberger Bergbahnen. Sobald wir durften, sind wir wieder gefahren – natürlich mit allem nötigen Schutz. Und den Stillstand haben wir genutzt: z. B. für vorgezogene Reparaturen. Damit es schnell wieder losgehen kann.
Läuft!

Heidelberger

Straßen- und Bergbahn

Die Heidelberger Straßen- und Bergbahn (HSB) übernimmt für die Stadt Heidelberg Aufgaben im Management des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Die Gesellschaft ist Investor und Eigentümer der Straßenbahn- Infrastruktur und trägt zur Finanzierung des ÖPNV in Heidelberg bei.

Zudem übernehmen die Stadtwerke Heidelberg die Betriebsführung der Bergbahnen für deren Eigentümer, die Stadtbetriebe Heidelberg: die HSB ist für technische, die Obergesellschaft für kaufmännische Aufgaben zuständig. Insgesamt sind 267 Mitarbeiter bei der HSB angestellt, davon 253 an das regionale Verkehrsunternehmen Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) überlassen. Hinzu kommen 46 Teilzeitkräfte als Wagenbegleiter und Servicekräfte bei den Heidelberger Bergbahnen.

ÖPNV in Heidelberg

In Heidelberg sind Bus und Bahn arbeitsteilig organisiert: Die rnv ist für den Fahrbetrieb zuständig und führt im Auftrag der HSB das Baugeschäft aus. Das Unternehmen wurde zum 1. Oktober 2003 von fünf kommunalen Verkehrsunternehmen in der Region gegründet, eines davon war die HSB. Ihre früheren Beschäftigten überließ die Gesellschaft der rnv. Ende 2020 waren noch 253 (Vorjahr: 268) Mitarbeiter der HSB bei der rnv beschäftigt.

Die HSB ist seit Gründung der rnv für eine Reihe strategischer und koordinierender Aufgaben zuständig, außerdem übernimmt sie einen Großteil der finanziellen Defizite aus dem ÖPNV in Heidelberg. Die Gesellschaft ist als Investor und Eigentümer der Straßenbahn-Infrastruktur auch verantwortlich für die Finanzierung und das Fördermittelmanagement bei Infrastrukturprojekten. Ergänzend wirkt sie für die Stadt im Rahmen einer ÖPNV-Koordinationsstelle bei der Abstimmung zwischen städtischen Ämtern und der rnv mit. Für all diese Aufgaben steht ihr ein kaufmännisches und technisches Projektcontrolling bei den Stadtwerken Heidelberg zur Verfügung.

UNSER UMFELD

Corona-Situation bestimmte das ÖPNV-Jahr

Der ÖPNV stand 2020 ganz im Zeichen der Corona-Situation. Die Nachfrage brach vor allem während der Phasen mit verstärkten Kontaktbeschränkungen im Frühjahr sowie ab Anfang November stark ein. Gleichzeitig wurde erwar tet, dass die Verkehrsunternehmen ihre Fahrtenangebote aufrechterhielten. Im Frühjahr blieb der Einnahme-Rückgang in Heidelberg unter dem Bundesschnitt, da viele Kunden noch Jahreskarten nutzten. Im Jahresverlauf wurden jedoch immer weniger Zeitkarten gekauft. Busse und Bahnen konnten daher nur mit finanzieller Hilfe aus dem Rettungsschirm von Bund und Land sowie aufgrund eines höheren Ausgleichs der Städte weiterlaufen. Die Nachfrage und die Einnahmen werden erst dann wieder steigen, wenn sich die Situation um das Corona-Virus ändert. Da die Fahrpreise für Busse und Bahnen schon unter normalen Bedingungen die Kosten für ihren Betrieb und die Infrastruktur bei weitem nicht decken, wurde der ÖPNV im Geschäftsjahr 2020 besonders bezuschusst.

Klimaschutz spielt weiter prominente Rolle

Obwohl das Thema Klimaschutz in den Medien durch die Corona-Berichterstattung teilweise verdrängt wurde, steht es auf der Agenda von Stadt, rnv und HSB weiterhin an prominenter Stelle. Die Straßenbahn in Heidelberg läuft bereits zu 100 Prozent mit Ökostrom der Stadtwerke Heidelberg. Zudem wird die Energieeffizienz durch Fahrleitungsverstärkung und sparsamere Neufahrzeuge kontinuierlich fortentwickelt, und bei den Bussen wird der Ersatz von Diesel durch Batterieund Wasserstoffantriebe vorangebracht. Die HSB unterstützt diese Planungen, indem sie die Entwicklung von Bundes- und Landesprogrammen zur Förderung des ÖPNV verfolgt und Zuwendungen für eine optimierte Straßenbahn-Infrastruktur akquiriert.

Unsere Leistungen

Größte HSB-Baumaßnahme in 2020

Nachdem im Jahr 2019 alle baurechtlich umsetzbaren Teilmaßnahmen aus dem Großprojekt Mobilitätsnetz abgeschlossen worden waren, lag die größte Baumaßnahme der HSB im Jahr 2020 in Leimen zwischen den Haltestellen Kurpfalz-Centrum und Friedhof. Im Auftrag der HSB erneuert die rnv auf dieser Strecke die Gleise und baut die Straßenbahnhaltestellen barrierefrei aus. Das Budget dafür beträgt 11,5 Millionen Euro. Die Bauarbeiten gehen zügig voran, Anfang 2021 hatte die Umsetzung die Planung bereits zeitlich überholt. Zudem haben sich die Förderbedingungen verbessert, so dass sich die Zuwendungen gegenüber der Ursprungsplanung verdoppelt haben. Die Baustelle wird voraussichtlich zum Jahreswechsel 2021/2022 fertig gestellt.

Mobilitätsnetz Heidelberg

rund 5 Mio. Euro

günstiger als geplant

Im Jahr 2020 wurde auch die Förderabrechnung des Großprojekts Mobilitätsnetz abgeschlossen. Das Ergebnis war noch besser als prognostiziert: Die Kosten lagen rund sieben Prozent unter Plan – im Vorjahr gingen wir noch von rund sechs Prozent aus. Damit wurden 4,8 Millionen Euro weniger ausgegeben als für die umgesetzten Teilprojekte bewilligt worden waren.

Das Mobilitätsnetz war die bislang größte Investition in der Geschichte der HSB. Offen sind noch einige Teilprojekte, für die es bislang keine baurechtliche Freigabe gibt. Dazu zählt vor allem die Straßenbahnlinie Neuenheimer Feld. Diese Maßnahme würde den Straßenverkehr dort erheblich entlasten und die Anzahl der ÖPNV-Nutzer deutlich erhöhen – beides wichtige klimapolitische Ziele der Stadt Heidelberg. Ebenso betroffen sind die Teilprojekte Altstadt sowie Eppelheim-Schwetzingen. Prinzipiell können diese Maßnahmen aufgrund des bewilligten Förderrahmenantrags im GVFG Bundesprogramm eine Förderung erhalten. Die erreichbare Förderquote ist 2020 sogar von 80 auf 87 Prozent gestiegen. Damit stünden weitere rund 45 Millionen Euro Fördermittel für das Straßenbahnnetz zur Verfügung, wenn für die fehlenden Strecken in absehbarer Zeit noch das Baurecht erteilt würde. Andernfalls besteht das Risiko, mit diesen Teilprojekten nicht mehr weiter im Bundesprogramm verbleiben zu können.

Parallel zu den Ausbauprojekten sorgt eine weitere Maßnahme für eine noch höhere Effizienz und mehr Klimaschutz bei den Straßenbahnen: Im gesamten Streckennetz der HSB werden die Fahrdrahtstärken verstärkt und zusätzliche Speisekabel verlegt. Damit steigt die Leistungsfähigkeit der Fahrleitungen, und der Energieverbrauch sinkt. Ende 2022 wird das Programm voraussichtlich abgeschlossen.

Unsere neuen dynamischen Fahrgast- Informationsanzeiger – kurz: DFI. Natürlich energiesparend mit LCD-Display.

Neue, dynamischen Fahrgast-Informationsanzeiger (DFI). Energiesparend mit LCD-Display.
Neue, dynamischen Fahrgast-Informationsanzeiger (DFI). Energiesparend mit LCD-Display.

Unsere neuen dynamischen Fahrgast- Informationsanzeiger – kurz: DFI. Natürlich energiesparend mit LCD-Display.

Barrierefreie Straßenbahn-Haltestellen

Die Nutzung von Bus und Bahn soll auch für Eltern mit Kinderwagen, Senioren und Fahrgäste mit körperlichen Einschränkungen so einfach wie möglich sein. Deshalb werden alle Straßenbahn-Haltestellen in Heidelberg barrierefrei ausgebaut. Ende 2020 war dieser Anspruch schon bei 75 Prozent der Straßenbahn-Haltestellen im Stadtgebiet erfüllt. Damit ist Heidelberg im Vergleich zu anderen Städten bereits weit vorangeschritten. In 2020 wurde an drei HSB-Haltestellen in Leimen mit dem Ausbau begonnen, in 2021 wird die Endhaltestelle in Eppelheim umgebaut. In den kommenden Jahren stehen außerdem drei Haltstellen in der Berliner Straße, eine an der Freiburger Straße sowie zwei in der Dossenheimer Landstraße zum Ausbau an. Ebenfalls umgebaut werden soll die große Umsteige-Haltestelle in Rohrbach Süd.

Digitale Anzeigen auch für Bushaltestellen

Die rnv und die HSB als Eigentümerin der ÖPNV-Infrastruktur haben 2020 vor allem an Bus-Haltestellen weitere digitale Anzeigen mit aktuellen Abfahrtszeiten und Störungsinformationen installiert – bei Straßenbahn-Haltestellen sind sie meist schon im Einsatz. Zum Einsatz kommen sogenannte smarte DFI: kabellose Dynamische Fahrgast-Informationsanzeiger mit gut lesbaren und energiesparenden LCD-Displays. Die ersten 61 Smart-DFI in Heidelberg wurden an stark frequentierten Bus- und Umsteige-Haltestellen aufgebaut. Knapp 400.000 Euro investiert die HSB in die Informationsanzeiger. Sie sind Teil des Green City-Masterplans der Städte Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg, der eine nachhaltige Mobilität fördern, die Luftqualität in den Städten verbessern und damit die Lebensqualität der Bewohner und Pendler erhöhen soll. HSB und rnv haben dafür Mittel aus Bundes- und Landesprogrammen akquiriert.

Weitere Investitionen in Betriebshof während Übergangszeit

Die HSB ist Eigentümerin des Betriebshofes in Bergheim, den die rnv als Standort für ihre Heidelberger Fahrzeuge nutzt. Seit vielen Jahren ist das Gelände zu eng für die steigende Anzahl von Bussen und Bahnen. Außerdem entspricht es nicht mehr den aktuellen Anforderungen, denn eine langjährige Debatte um einen geeigneten neuen Standort führte zu einem Sanierungsstau. Im Oktober 2019 beschloss der zu diesem Zeitpunkt neu zusammengesetzte Heidelberger Gemeinderat, dass eine Alternative zum Neubau am Ochsenkopf nicht weiterver folgt werden sollte. Damit stand fest, dass der bisherige Standort weiterhin für den Betriebshof genutzt wird. Sein Ausbau ist ein Projekt der rnv. Die HSB hat in diesem Fall keine Auftraggeber- oder Controlling-Funktion. Die mehrfache Verzögerung des Neubaus führt jedoch dazu, dass die HSB für die Übergangszeit am alten Betriebshof noch erhebliche Investitionen vornimmt. So hat die Gesellschaft schon in Brand- und Arbeitsschutz investiert und erneuert für eine Million Euro die Elektroinstallationen sowie für 3,5 Millionen Euro die Verteilerweichen.

VERKEHRSINFRASTRUKTUR IN HEIDELBERG 2020 2019 2018
Länge der Straßenbahngleise (km) 53,9 53,9 53,9
Linienlänge Bergbahn (km)¹ 1,5 1,5 1,5

1| Stadtbetriebe Heidelberg

Heidelberger Bergbahnen im Corona-Jahr 2020

Die Heidelberger Bergbahnen, die moderne untere sowie die obere mit den Originalwagen aus dem Jahr 1907, gehören zu den beliebtesten Touristenattraktionen in Heidelberg. Für ihren technischen Betrieb ist die HSB im Auftrag der Stadtbetriebe Heidelberg zuständig. Seit dem Jahr 2009 fahren die Bergbahnen mit 100 Prozent Ökostrom. Damit sind sie nicht nur die ältesten Elektromobile Heidelbergs, sondern auch vorbildlich umweltschonend.

Aufgrund der alljährlichen sicherheitstechnischen Prüfung standen die Bergbahnen ab Montag, den 9. März 2020 still. Auf der unteren Strecke fuhr ersatzweise ein Bus. In diese Inspektionszeit fiel der erste Lockdown. Am 17. März wurde daher auch der Busersatzverkehr eingestellt.

Den Corona-bedingten längeren Stillstand nutzte die HSB, um an der Station Königstuhl die Sandstein-Konsolen der Treppen rechts und links des Gleises zu reparieren. Der Reparaturbedarf war bei einer routinemäßigen Prüfung des Bauwerks im Februar 2020 festgestellt worden. Die Arbeiten konnten Ende Mai abgeschlossen werden.

Am 12. Mai nahm die untere, am 27. Mai die obere Bergbahn ihren Betrieb wieder auf – wie in allen öffentlichen Bereichen flankiert von Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus. So wurde die zulässige Anzahl der Fahrgäste pro Fahrt um die Hälfte reduziert. Markierungen auf dem Boden unterstützten dabei, die Mindestabstände an den Stationen einzuhalten. Wo Abstandhalten nicht möglich war, galt eine Maskenpflicht. Die Wagenbegleiter trugen ebenfalls standardmäßig Masken. Zudem wurden mehr Mitarbeiter eingesetzt, um für die Einhaltung der Vorgaben zu sorgen und die Kontaktflächen regelmäßig zu desinfizieren. Ende Juli gab es eine Begehung mit dem Gesundheitsamt an den Bergbahnen: Die Schutzmaßnahmen wurden als umfassend und geeignet bewertet. Von Mitte Mai bis Oktober konnte der Betrieb unter den besonderen Schutzbedingungen daher weiterlaufen. Am 2. November schlossen die Bergbahnen ihre Pforten erneut wegen des zweiten Lockdowns.

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Corona-Sonderbetrieb

vom 12. Mai bis

2. November 2020

Beim ersten Lockdown im Frühling 2020 gab es auf den Kanälen der Stadtwerke Heidelberg in den sozialen Medien Aus- und Einblicke entlang der Bergbahnstrecke.

Aus- und Einblicke entlang der Bergbahnstrecke
Aus- und Einblicke entlang der Bergbahnstrecke

Beim ersten Lockdown im Frühling 2020 gab es auf den Kanälen der Stadtwerke Heidelberg in den sozialen Medien Aus- und Einblicke entlang der Bergbahnstrecke.

Um mit den Freunden der Bergbahnen auch im Corona-Jahr 2020 in Kontakt zu bleiben, wurden im Frühjahr wöchentlich Aus- und Einblicke entlang der Bergbahnstrecke an Schloss, Molkenkur und Königstuhl auf Instagram und Facebook veröffentlicht. Die Frühlingsbilder fanden großen Zuspruch bei Fans und Followern.

Zum Tag des Denkmals am Sonntag, den 13. September 2020, bot die HSB außerdem eine virtuelle Führung mit Informationen zur Geschichte und Technik der Heidelberger Bergbahnen an. Ein Wagenbegleiter nahm die Zuschauer mit auf eine Fahrt vom Kornmarkt in der Heidelberger Altstadt bis zur obersten Bergstation auf dem Königstuhl und berichtete unterwegs aus der 130-jährigen Geschichte der Bergbahnen. Zudem waren Blicke in den Maschinenraum möglich, der für Besucher sonst unzugänglich ist.

#Bergbahneinblickezumdenkmaltag:

Virtuelle Bergbahn-Führung in
unserem Youtube-Kanal

Bergbahn-Sprachwerkstatt

Die Bergbahn hat Gäste aus aller Welt. Um eine gute Kommunikation mit ihnen und damit auch reibungsfreie Abläufe sicherzustellen, hat die HSB eine Online- Sprachwerkstatt in Englisch aufgesetzt. Das Konzept für das E-Learning-Angebot wurde in Zusammenarbeit mit Wagenbegleitern der Bergbahn und einem Studierenden der Pädagogischen Hochschule Heidelberg entwickelt. Die Übungen vermitteln Basis- und Hintergrundwissen rund um die Heidelberger Bergbahnen, Redewendungen für die täglichen Abläufe sowie Antworten auf häufige Fragen der Gäste. Das E-Learning ergänzt die Ausbildung von neuen Wagenbegleitern und hilft auch allen Beschäftigten, die schon länger dabei sind. Eine Erweiterung des Programms auf die Sprachen Französisch und Spanisch ist in Vorbereitung.

Neues Bergbahn-Preissystem berücksichtigt verstärkt soziale Kriterien

Neues Bergbahn-Preissystem berücksichtigt verstärkt soziale Kriterien.

Neues Bergbahn-Preissystem berücksichtigt verstärkt soziale Kriterien

Neues Bergbahn-Preissystem berücksichtigt verstärkt soziale Kriterien.

Neues Bergbahn-Preissystem ab Januar 2021

Im Dezember 2020 hat die HSB ein neues Preissystem ab 2021 angekündigt. Anlass war der Beschluss des Heidelberger Gemeinderats vom 16. November 2017, den Schlossticket-Preis in zwei Schritten – 2019 und 2021 – zu erhöhen, um eine Bettensteuer in der Touristenstadt Heidelberg zu vermeiden. Erstmals seit 2010 erhöhten sich dabei auch die Bergbahn- Tarife für die reguläre Fahrt mit der oberen Bahn (Königstuhlticket) sowie mit beiden Bahnen (Panoramaticket). Gleichzeitig sanken die Ermäßigten-Preise, und die Ermäßigungsregeln wurden einfacher, familienfreundlicher und noch sozialer gestaltet. So sind die Regeln bei Familienkarten großzügiger: Auch Großeltern können nun mit ihren Enkeln die Karte nutzen. Begleitpersonen von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren mit Behinderung fahren kostenfrei. Für Kindergarten- Gruppen wurde der Ticketpreis pauschal auf einen Euro gesenkt – unabhängig davon, ob es zum Schloss oder zum Königstuhl geht. Zudem wurde die Altersgrenze für Kinder und Jugendliche, die mit dem Heidelberg-Pass für Familien kostenfrei fahren konnten, von 14 auf 17 Jahre angehoben.

Neues Preissystem:

Mitarbeiter-Ideen aufgenommen

In die Entwicklung des Preissystems wurden auch die Mitarbeiter der Bergbahn eingebunden. So fanden wichtige Aspekte aus der Praxis Eingang in das System.

Corona-Sonderbetrieb bei den Heidelberger Bergbahnen – mit Abstand und gegenseitiger Rücksichtnahme.

Corona-Sonderbetrieb bei den Heidelberger Bergbahnen
Corona-Sonderbetrieb bei den Heidelberger Bergbahnen

Corona-Sonderbetrieb bei den Heidelberger Bergbahnen – mit Abstand und gegenseitiger Rücksichtnahme.

ERGEBNISSE

Investitionen und Zuschüsse

Die Investitionen in Sachanlagen betrugen 10,3 (Vorjahr: 18,2) Millionen Euro. Die Mittel flossen vor allem in die Restabrechnung des Mobilitätsnetzes sowie in die weiteren Großprojekte. 1,5 (Vorjahr: 11,9) Millionen Euro davon konnten als Fördermittel gewonnen werden.

Fahrgäste und Umsatzerlöse Bergbahn

Die Anzahl der Fahrgäste lag im Corona-Jahr 2020 bei rund 925.000 und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr halbiert. Gründe waren die beiden Lockdowns sowie der Corona-Sonderbetrieb, als zum Schutz vor Ansteckung deutlich weniger Gäste die Bahn nutzen konnten. Die Umsatzerlöse halbierten sich ebenfalls. Die Einbußen fielen bei den Stadtbetrieben Heidelberg an.

Investitionen (Mio. €)

2020 2019 2018
10,3 18,2 29,3

 

Zuschüsse (Mio. €)

2020 2019 2018
1,5 11,9 14,8

 

Ausblick

Der Ausbau des ÖPNV ist eine wesentliche Stellschraube beim Klimaschutz, auch wenn durch das Corona-Virus die Nachfrage noch eine Zeit lang unter dem Niveau vor seinem Auftreten bleiben wird. Um die Klimaziele der Stadt Heidelberg zu erreichen, stehen in den nächsten Jahren umfassende Investitionen in klimaneutrale Fahrzeugantriebe und den Ausbau des Fahrtenangebots besonders für die entstehenden neuen Stadtteile auf den Konversionsflächen an. Die HSB unterstützt diese Entwicklungen durch ihr Know-how und ihre hohen Qualitätsstandards im Fördermittelmanagement, unter anderem durch zeitnahe Antragsstellung, Abwicklung und Abrechnung von GVFG-Maßnahmen.

Als ÖPNV-Koordinator in Heidelberg ist es das zentrale Anliegen der HSB, eine ökonomisch nachhaltige Finanzierung des ÖPNV zu erreichen. Dazu wird sich die Gesellschaft auch weiter über die Gremien der rnv für zielgruppengerechte Angebote und Services sowie für eine hohe Wirtschaftlichkeit einsetzen.

Ein weiteres Ziel bleibt es, eine hohe Attraktivität der Bergbahn für die Heidelberger und ihre Gäste sicherzustellen. Dazu steht wie bisher ein guter Austausch mit Partnern vom Schloss, bei den Gästeführern und den städtischen Ämtern auf der Agenda. Für das Jahr 2021 ist geplant, das Schlossticket ebenso wie die weiteren Bergbahn-Tickets in Abstimmung mit der Schlossverwaltung über einen Webshop anzubieten. Außerdem stehen weitere Sprachwerkstätten in Spanisch und Französisch auf der Agenda. Die Einbindung der Mitarbeiter in operative betriebliche Optimierungen bleibt ein begleitendes Prinzip.