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Vollständiger Bericht

Kapitel einzeln

Heidelberger Strassen- und Bergbahn

Gute Idee:

Auf den Berg zum Tiefenentspannen.

Heidelberger Straßen- und Bergbahn

Die Heidelberger Straßen- und Bergbahn (HSB) unterstützt die Stadt dabei, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ökonomisch und nachfragegerecht zu gestalten. Die Gesellschaft ist Investor und Eigentümer der Straßenbahn-Infrastruktur. Außerdem übernimmt sie die Verluste aus dem operativen Geschäft und trägt damit zur Finanzierung von Bus und Bahn in Heidelberg bei. Das operative Geschäft liegt dagegen bei der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv). Eine weitere Aufgabe der HSB ist die technische Betriebsführung der Heidelberger Bergbahnen im Auftrag der Stadtbetriebe Heidelberg. Insgesamt sind 14 Mitarbeiter bei der Gesellschaft beschäftigt. Von ihnen sind elf für die technische Betriebsführung der Heidelberger Bergbahnen zuständig. Hinzu kommen 43 Teilzeitkräfte als Wagenbegleiter und Servicekräfte. Die kaufmännische Betriebsführung der Bergbahnen übernimmt die Konzerngesellschaft der Stadtwerke Heidelberg.

Unser Umfeld

Der ÖPNV ist in nahezu allen Kommunen mit Verlusten verbunden. Das gilt besonders für Schienenverkehre, die ihre Infrastruktur selbst finanzieren müssen. Die Heidelberger Straßen- und Bergbahn trägt zur Reduzierung der Defizite bei, indem sie sich für attraktive Angebote und damit eine stärkere Auslastung von Bussen und Bahnen einsetzt, Fördermittel akquiriert und für einen wirtschaftlichen Ausbau der Straßenbahn-Infrastruktur sorgt.

Der öffentliche Personennahverkehr spielt eine wichtige Rolle zur Entlastung der Städte vom Autoverkehr und damit für eine Verbesserung der Luft- und Lebensqualität dort. Die Stadt Heidelberg, die rnv und die Heidelberger Straßen- und Bergbahn haben daher im Jahr 2016 das­ ­Projekt Mobilitätsnetz Heidelberg gestartet, um die Attraktivität des ÖPNV in ­Heidelberg weiter zu erhöhen.

Mobilitätsnetz Heidelberg – gut im Plan

Das Projekt bündelt mehrere umfassende Maßnahmen zur Modernisierung und zum Ausbau des Straßenbahnnetzes in Heidelberg und in Richtung Eppelheim sowie Schwetzingen. Ziel des Gesamtprojektes ist es, über 10.000 zusätzliche Fahrgäste pro Tag für die Fahrt mit Bus und Bahn zu gewinnen, davon über 7.000 Umsteiger vom Auto. Insgesamt sollen rund 173 Millionen Euro in das Straßenbahnnetz investiert werden. Der Bund und das Land unterstützen das Gesamtprojekt finanziell mit Fördermitteln. Vier Teilprojekte wurden bereits abgeschlossen, das fünfte, Hauptbahnhof und Kurfürsten-Anlage West, liegt gut im Plan.

Arbeitsteilung für den ÖPNV in Heidelberg

Seit März 2005 erbringt die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) die operativen Leistungen für den ÖPNV in Heidelberg. Die Heidelberger Straßen- und Bergbahn hat der rnv dazu ihre früheren Beschäftigten überlassen, ist aber noch für Personalverwaltungs-Aufgaben zuständig. Die Anzahl der überlassenen Beschäftigten betrug Ende 2018 289 Personen (Vorjahr: 306).

Die HSB übernimmt seither eine Reihe von Strategie-, Koordinations- und Finanzierungsaufgaben für den öffentlichen Personennahverkehr in Heidelberg. Die Gesellschaft ist als Investor und Eigentümer der ­Straßenbahn-Infrastruktur verantwortlich für die Finanzierung und das Fördermittelmanagement bei Infrastrukturprojekten wie dem ­Mobilitätsnetz Heidelberg. Zudem übernimmt sie für die Stadt Dienstleistungen zur Abstimmung zwischen städtischen Stellen und der rnv. Dazu wurde eine ÖPNV-Koordinationsstelle eingerichtet. Für all diese Aufgaben steht ihr ein kaufmännisches und technisches Projektcontrolling im Stadtwerke Heidelberg-Konzern zur Verfügung.

Bahnstadt angebunden, Autobahnbrücke fertig

Seit Anfang 2017 wurde die Trasse im Pfaffengrund und durch den neuen Stadtteil Heidelberg-Bahnstadt aus- bzw. neu gebaut, um die Fahrt der Linie 22 zwischen Bismarckplatz, Bahnstadt und Eppelheim zu ermöglichen. Auch 2018 fanden dazu noch Arbeiten statt. Anfang Dezember 2018 konnte schließlich die Linie 22 mit der neuen Haltestelle Hauptbahnhof Süd in Betrieb genommen werden. Seither ist der neue Passivhaus-Stadtteil in das Straßenbahn-Netz eingebunden.

Weiter ging es auch mit dem vierten Teilprojekt des Mobilitätsnetz Heidelberg: dem zweigleisigen Ausbau auf der neuen Autobahnbrücke über die Bundesautobahn (BAB) 5, einem Gemeinschaftsprojekt der Städte Heidelberg und Eppelheim, des Landes Baden-Württemberg, der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) und der HSB. Mit dem zweigleisigen Ausbau des Streckenabschnitts sollen Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Bahnen verbessert werden. Ende Juni/ Anfang Juli 2018 wurde die neue Brücke eingehoben, und im Dezember 2018 konnte die Linie 22 in Betrieb gehen.

01
Im Juli 2018 fand der Spatenstich zum Auftakt des Mobinetz-Teilprojektes
Hauptbahnhof und Kurfürsten-Anlage West statt.

Spatenstich zum Auftakt des Mobinetz-Teilprojektes Hauptbahnhof und Kurfürsten-Anlage West

Arbeiten am zentralen Verkehrsknotenpunkt

Im Juli 2018 fand der Spatenstich für das fünfte und gleichzeitig eines der komplexesten Teilprojekte im Mobilitätsnetz Heidelberg statt: die umfassende Modernisierung der Straßenbahn- und Bushaltestelle Hauptbahnhof. In rund eineinhalb Jahren Bauzeit wird dieser zentrale Verkehrsknoten optimiert: Die Haltestelle rückt an den Bahnhofsvorplatz heran und wird auf vier barrierefreie Straßenbahn- und Bussteige ausgebaut. Gleichzeitig werden die Gleise und Fahrstreifen im Kreuzungsbereich Mittermaierstraße und Kurfürsten-Anlage angepasst, die Gleise in der Kurfürsten-Anlage bis zum Römerkreis erneuert und die Haltestelle Stadtwerke barrierefrei ausgebaut. Der Hauptteil der Arbeiten startete Ende Juli 2018 mit Beginn der Sommerferien. Die Gesamtkosten für diese Maßnahme belaufen sich auf knapp 30 Millionen Euro netto. Rund 18 Millionen Euro davon trägt die Heidelberger Straßen und Bergbahn.

80 % Zuschuss
80 % Zuschuss

80 % Zuschuss

Grünes Licht für die ­Förderung aller
Mobinetz-­Teilprojekte

Alle Mobinetz-Fördergelder bewilligt

Für die beiden Teilprojekte, die Straßenbahn durch die Bahnstadt und den Neubau der BAB-Brücke, übernehmen die Heidelberger Straßen- und Bergbahn rund 36 Millionen Euro. Für das Teilprojekt Bahnstadt waren die Zuschüsse von Bund und Land schon länger bewilligt. Im Dezember 2018 gab es dann eine freudige Nachricht: Auch für die beiden Teilprojekte BAB-Brücke und Hauptbahnhof, für die bisher noch keine Förderzusage vom Bund vorlag, gab es grünes Licht für den 80-prozentigen ­Zuschuss nach dem Gemeindeverkehrs­finanzierungsgesetz (GVFG).

Neue Entwicklungen zum HSB-Gelände

Die HSB ist auch Eigentümer des Geländes in Berg­heim, das die rnv als Standort für seinen Betriebshof nutzt. Schon seit vielen Jahren ist das Gelände zu eng für die zunehmende Anzahl von Bussen und Bahnen. Zudem führte die langjährige Debatte um einen neuen geeigneten Standort für den Betriebshof zu einem Sanierungsstau. Im Jahr 2018 konnte jedoch die Sanierung des ehemaligen Verwaltungsgebäudes in der Bergheimer Straße 155 abgeschlossen wurden und das Sozialamt der Stadt Heidelberg dort Einzug halten. Zudem fiel im Dezember 2018 ein Entschluss des Gemeinderates zur Verlagerung des Standorts an den Großen Ochsenkopf. Eine ­Bürgerinitiative setzte sich jedoch erfolgreich dafür ein, dass es einen ­Bürgerentscheid zu der Standortverlagerung geben wird.

Neuer Rekord in Folge für die Bergbahnen

Die Heidelberg Bergbahnen, die moderne untere sowie die obere mit den Originalwagen aus dem Jahr 1907, werden im Auftrag der Stadtbetriebe Heidelberg von der HSB geführt. Die Bahnen mit Stationen am Heidelberger Schloss, an der Molkenkur und am Königstuhl gehören zu den Touristen­attraktionen in Heidelberg. Im Jahr 2018 wurde wieder ein neuer Besucherrekord erreicht: Mit 2,1 (Vorjahr: 2,0) Millionen Fahrgästen stieg die Nutzung der beliebten Bahnen um weitere vier Prozent an. Die Zahl der Nutzer wächst seit Einführung des Schlosstickets, eines kombinierten Eintritts von Bergbahnfahrt und Schlosseintritt für die untere Bergbahnstrecke bis zur Station Molkenkur, kontinuierlich.

Neuer Rekord
Neuer Rekord

Neuer Rekord

2,1 Millionen
Bergbahn-Fahrgäste
in 2018

Runder Tisch Bergbahn/ Schloss für Verkehrsentlastung

Um das touristische Angebot rund um die Bergbahnen und das Schloss Heidelberg noch attraktiver zu gestalten, treffen sich Vertreter der Stadt, der Gästeführer, des Heidelberger Schlosses, der Schlossberg­initiative sowie von den Bergbahnen und den Stadtwerken Heidelberg regelmäßig für einen Austausch über Verbesserungsmöglichkeiten. In 2018 standen insbesondere Themen rund um die Fußgänger- und Verkehrsführung auf der Agenda.

Verkehrsinfrastruktur in Heidelberg

Länge der Straßenbahngleise (km)

2018 2017 2016
53,92 50,71 45,8

Linienlänge Bergbahn3 (km)

2018 2017 2016
1,5 1,5 1,5

02
Am 9. ­September 2018, dem Tag des ­offenen ­Denkmals, gab es ­öffentliche Führungen zur Bergbahn-Geschichte und zur Entwicklung der Technik im Laufe der Zeit.

Tag des ­offenen ­Denkmals mit ­öffentlichen Führungen zur Bergbahn-Geschichte und zur Entwicklung der Technik im Laufe der Zeit

Besondere Ereignisse bei der Bergbahn

Anfang März 2018 fand wieder die regelmäßige sicherheitstechnische Inspektion der Bergbahnen statt. Zwei Wochen später konnten die Bahnen wieder wie geplant in Betrieb gehen. Am Tag des offenen Denkmals, den 9. September 2018, bot die HSB Führungen bei der Bergbahn an: Dabei ging es um die Meilensteine in der Bergbahn-Geschichte sowie um die Entwicklung der Technik im Laufe der Jahre – vom Antrieb via Wasserballast bis zur heutigen Standseilbahn.

Statt Bettensteuern: ein Euro mehr fürs Schlossticket

Das Schlossticket wurde im Jahr 2010 eingeführt, um den Tourismusstandort Heidelberg zu stärken und zudem die Nutzung der umweltfreundlichen Bergbahn beim Schlossbesuch zu fördern. Im Vergleich zum vorherigen Preissystem, bei dem die Tickets für Schloss und Bergbahn einzeln angeboten wurden, sank der Gesamtpreis damit deutlich. Im Dezember kündigte die Heidelberger Straßen- und Bergbahn eine Preisanpassung zum 1. Januar 2019 an: Inklusive der Hin- und Rückfahrt zum Schloss und dem Eintritt für Schloss, Fasskeller und Apotheken­museum kostet das Schlossticket statt sieben nun acht Euro für Erwachsene. Hintergrund ist die Vermeidung der sogenannten Bettensteuer in Heidelberg. Am 16. November 2017 hatte der Gemeinderat beschlossen, stattdessen das Schloss­ticket um ein Euro zu verteuern. Der Preis für das ermäßigte Schlossticket blieb mit vier Euro unverändert. Auch die anderen Bergbahn-Tarife änderten sich nicht.

03
Ausflug mit ­Weitblick: Eine Bergbahnfahrt zum Königstuhl mit Pause am Riosk, dem ­regionalen Kiosk, verspricht Erholung pur.

Der Riosk am Königstuhl

Investitionen

Die Investitionen in Sachanlagen betrugen 29,3 (Vorjahr: 32,0) Millionen Euro. Grund für die Entwicklung ist die verstärkte Investition in das Mobilitätsnetz Heidelberg. 14,8 (Vorjahr: 14,3) Millionen Euro davon konnten als Fördermittel gewonnen werden.

Investitionen und Zuschüsse

Investitionen (Mio. €)

2018 2017 2016
29,3 32,0 6,6

Zuschüsse (Mio. €)

2018 2017 2016
14,8 14,3 0,8

Fahrgäste und Umsatzerlöse

Das operative Geschäft der Heidelberger Straßen- und Bergbahn umfasst ausschließlich die Heidelberger Bergbahnen im Auftrag der Stadtbetriebe Heidelberg. Die Anzahl der Fahrgäste ist weiter gestiegen und lag im Jahr 2018 bei 2,11 (Vorjahr: 2,02) Millionen. Die Umsatzerlöse, die daraus generiert werden, fallen bei den Stadtbetrieben Heidelberg an.