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Vollständiger Bericht

Kapitel einzeln

Heidelberger Strassen- und

Bergbahn

Rauf zum Schloss oder auf den Berg: Über zwei Millionen Menschen nutzen jährlich die Heidelberger Bergbahnen. Eine logistische Herausforderung, die wir gerne und mit Begeisterung meistern. So, wie wir uns insgesamt für einen nachhaltigen öffentlichen Verkehr in Heidelberg einsetzen. Denn das Wohl der Heidelberger und ihrer Gäste liegt uns sehr am Herzen.

Hedi, Inga und Frieda Molsberger
Begeisterte Wanderer und große Fans der Heidelberger Bergbahnen

Die Heidelberger Straßen- und Bergbahn unterstützt die Stadt dabei, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ökonomisch und nachfragegerecht zu optimieren. Die Gesellschaft ist Investor und Eigentümer der Straßenbahn-Infrastruktur. Außerdem übernimmt sie die Verluste aus dem operativen Geschäft der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) und trägt damit zur Finanzierung von Bus und Bahn in Heidelberg bei. Eine weitere Aufgabe ist die technische Betriebsführung der Heidelberger Bergbahnen im Auftrag der Stadtbetriebe Heidelberg. Insgesamt sind 13 Mitarbeiter bei der Gesellschaft beschäftigt.

Davon sind zehn Mitarbeiter für die technische Betriebsführung der Heidelberger Bergbahnen zuständig. Hinzu kommen 46 Teilzeitkräfte als Wagenbegleiter und Servicekräfte. Die kaufmännische Betriebsführung der Bergbahnen übernimmt die Konzerngesellschaft der Stadtwerke Heidelberg.

Unser Umfeld

Der ÖPNV ist in nahezu allen Kommunen mit Verlusten verbunden. Das gilt besonders für Schienenverkehre. Die Heidelberger Straßen- und Bergbahn trägt zur Reduzierung der Defizite bei, indem sie sich für attraktive Angebote und damit eine stärkere Auslastung von Bussen und Bahnen ­einsetzt, Fördermittel akquiriert und für einen wirtschaftlichen Ausbau der Straßenbahn-Infrastruktur sorgt.

Der öffentliche Personennahverkehr spielt eine wichtige Rolle zur Entlastung der ­Städte vom Autoverkehr und damit für eine Verbesserung der Luft- und Lebensqualität dort. In der Tat steht eine bessere Verkehrssituation auf der Wunschliste der Heidelbergerinnen und Heidelberger für ihre Stadt ganz oben – das ist ein Ergebnis der 2017 veröffentlichten Heidel­berg-Studie der Stadtverwaltung. Gleichzeitig zeigten sich die meisten der Befragten mit dem Angebot von Bus und Bahn zufrieden. Dennoch können weitere ­Optimierungspotenziale erschlossen werden. Dazu haben die Stadt, die rnv und die Heidelberger Straßen- und Bergbahn das Straßenbahn-Ausbau­projekt Mobilitätsnetz Heidelberg gestartet.

Mobilitätsnetz Heidelberg – mehr Nutzer von Bus und Bahn gewinnen

Das Mobilitätsnetz Heidelberg soll die Attraktivität des ÖPNV weiter erhöhen. Das Projekt bündelt verschiedene Maßnahmen zum Ausbau des Straßenbahnnetzes in Heidelberg und in Richtung Eppelheim sowie Schwetzingen. Seit 2016 wird das Straßenbahnnetz in der Stadt umfassend modernisiert und ausgebaut. Ziel des Programms ist es, über 10.000 Fahrgäste pro Tag hinzuzugewinnen, davon über 7.000 Umsteiger vom Auto. Insgesamt sollen rund 173 Millionen Euro in das Straßenbahnnetz investiert werden. Der Bund und das Land unterstützen das Gesamtprojekt finanziell.

Mobinetz Heidelberg

Mobinetz
Heidelberg

Größte Einzelinvestition in der
Unternehmensgeschichte der
Heidelberger Straßen- und
Bergbahn

01
Seit Dezember 2017 fährt die Linie 22 durch die Bahnstadt und in den Pfaffengrund.

Strassenbahn durch die Bahnstadt – Umsteigefrei zum Hauptbahnhof

Seit Juli 2016 läuft das zweite und gleichzeitig eines der größten Teilprojekte des Mobilitätsnetzes Heidelberg: der Bau der Straßenbahn durch die Bahnstadt mit Anschluss an den Hauptbahnhof und das übrige Streckennetz. Die Bauzeit beträgt etwa zwei Jahre und dauert voraussichtlich bis Ende 2018. Während dieser Zeit entsteht eine 2,2 Kilometer lange Straßenbahntrasse. Die ersten fünf Bauabschnitte zwischen Czernybrücke Süd über Gadamer Platz bis zum Anschluss an den Pfaffengrund konnten planmäßig am 16. Dezember 2017 in Betrieb genommen werden. Der sechste Bauabschnitt vom Gadamer Platz über die Grüne Meile, den Hauptbahnhof Süd bis zur Montpellierbrücke schließt die bestehende Strecke nach Kirchheim an und war Anfang 2018 noch im Bau. Die bisherige Führung der Gleise über die Eppelheimer Straße wurde aufgegeben, die Stadtteile Kirchheim, Pfaffengrund und die Stadt Eppelheim werden dafür direkt an den Hauptbahnhof angebunden.

Die Bahnstadt-Bahn rollt

Bahnstadt-
Bahn rollt

Bald umsteigefreie Fahrt
zum Hauptbahnhof
möglich

Parallel dazu verlief das dritte Teilprojekt, der Ausbau der Gleise im Pfaffengrund. Zwischen Henkel-Teroson-Straße und Kranichweg wurde dazu ein besonderer Bahnkörper mit grünem Rasengleis und drei barrierefreien Haltestellen für höhere Verkehrssicherheit und bessere Qualität gebaut; rund 1,3 Kilometer Doppelgleis wurden dazu erneuert. Auch dieses Bauprojekt wurde, zusammen mit dem Teilabschnitt Bahnstadt, im Dezember für die Linie 22 in Betrieb genommen.

Seitdem haben die Bewohner, Pendler und Besucher von Heidelbergs jüngstem Stadtteil einen attraktiven Anschluss an das Straßenbahnnetz zwischen Pfaffengrund und der Heidelberger Innenstadt. Ende 2018 soll die Linie 22 auf dem endgültigen Linienweg vom Bismarckplatz über die geplante Haltestelle Hauptbahnhof Süd bis zur Endstelle in Eppelheim verkehren. Die Linie 26 fährt künftig vom Bismarckplatz über die Bergheimer Straße zur Czernybrücke und von dort über Hauptbahnhof Süd nach Kirchheim. Diese Arbeiten liegen alle im Plan.

Die neue Brücke über der Bundesautobahn A5

Im Sommer 2017 startete auch das vierte Teilprojekt, der Neubau der Brücke über die Autobahn A 5 zwischen Heidelberg-Pfaffengrund und Eppelheim. Die neue Autobahnbrücke ist ein Gemeinschaftsprojekt der Städte Heidelberg und Eppelheim, des Landes Baden-Württemberg, der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) und der Heidelberger Straßen- und Bergbahn. Mit dem zweigleisigen Ausbau des Streckenabschnitts sollen Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Bahnen verbessert werden. Am 24. August 2017 fand der feierliche Projektauftakt statt. Der Neubau der Autobahnbrücke wird voraussichtlich bis Ende 2018 dauern.

Der Start des fünften Teilprojekts, der Ausbau der Haltestelle Hauptbahnhof Nord und Kurfürsten-Anlage West, musste um ein Jahr auf Mai 2018 verschoben werden. Voraussichtlich dauert die Maßnahme bis Herbst 2019. Die Verschiebung resultiert aus einer Wiederholung der Ausschreibung für die Bauleistung. Damit konnten die Baukosten deutlich gesenkt werden.

Erste Förderzusage des Bundes

Erste
Förderzusage
des Bundes

für das Mobilitätsnetz
Heidelberg
eingetroffen

Freude im Sommer 2017: Erster Zuwendungsbescheid ist da

Ein Großteil der Baukosten von 173 Millionen Euro soll über Fördermittel aus dem Bundesprogramm des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) finanziert werden. Den Rest der Kosten für die Baumaßnahmen in Heidelberg übernimmt die Heidelberger Straßen- und Bergbahn als Infrastruktureigentümer. Damit ist das Mobilitätsnetz Heidelberg die größte Einzelinvestition in der Unternehmens­geschichte der Gesellschaft.

Im Sommer 2017 traf die erste Förderzusage des Bundes für das Mobilitätsnetz Heidelberg ein: Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat die drei Teilprojekte Kurfürsten-Anlage Ost, Pfaffengrund und Bahnstadt endgültig in das GVFG-Bundesprogramm aufgenommen. Auf dieser Basis erteilte das Land Baden-Württemberg einen Zuwendungsbescheid an die Heidelberger Straßen- und Bergbahn.

Beliebter denn je – neues Rekordjahr für die Bergbahnen

Die Heidelberg Bergbahnen, die moderne untere sowie die obere mit den Originalwagen aus dem Jahr 1907, werden im Auftrag der Stadtbetriebe Heidelberg von der Heidelberger Straßen- und Bergbahn geführt. Die Bahnen mit Stationen am Heidelberger Schloss, an der Molkenkur und am Königstuhl gehören zu den Touristenattraktionen in Heidelberg. Im Jahr 2017 wurde ein neuer Besucherrekord erreicht: Über 2,0 (Vorjahr: 1,9) Millionen Fahrgäste nutzten die Bahnen. Die Zahl der Nutzer steigt damit seit Einführung des Schlosstickets kontinuierlich.

Rekordverdächtig

Rekord-
verdächtig

Erstmals über 2 Millionen
Bergbahn-Nutzer

Noch besser werden: Der Runde Tisch brachte auch 2017 neue Ideen

Um das touristische Angebot rund um die Bergbahnen und das Schloss Heidelberg noch attraktiver zu gestalten, treffen sich Vertreter der Stadt, der Gästeführer, des Heidelberger Schlosses, der Schlossberginitiative sowie von den Bergbahnen und den Stadtwerken Heidelberg mehrmals im Jahr für einen Austausch über Verbesserungsmöglichkeiten. In 2017 wurden unter anderem Maßnahmen rund um die Fußgänger- und Verkehrsführung sowie Hinweistafeln für die Bergbahn entwickelt.

Bergbahn-Ticket bald online

Bergbahn-
Ticket bald
online

per Webshop jederzeit
schnell zu erwerben

Bergbahn wird immer digitaler

Auch bei der traditionsreichen Bergbahn mit ihren Originalwagen aus dem Jahr 1907 in der oberen Sektion erhält die Digitalisierung Einzug: Aktuell ist ein ­Ticket-Webshop in Vorbereitung, der es ermöglichen soll, künftig Tickets über das Internet zu kaufen und am Kassenauto­maten auszudrucken. Darüber hinaus sollen auch die Bergbahnstationen in das freie WLAN-Netz heidelberg4you der Stadt Heidelberg einbezogen werden.

Verkehrsinfrastruktur in Heidelberg

Länge der Straßenbahngleise (km)

2017 2016 2015
50,71 45,8 45,8

Linienlänge Bergbahn2 (km)

2017 2016 2015
1,5 1,5 1,5

Besondere Ereignisse

Im März 2017 wurde wieder die regelmäßige kleine Inspektion der Bergbahnen durchgeführt. Im Anschluss stand die untere Bahn noch fünf Tage still, weil die St.-Thomas-Brücke, die über die Gleise führt, saniert wurde.

Kurz vor der Inspektion fand im März noch ein ganz besonderes Ereignis statt: Acht Läufer der TSG 78 Heidelberg wollten herausfinden, ob sie schneller vom Kornmarkt bis zum Königstuhl kommen als die Bahnen und traten zu einem Wettlauf vom Kornmarkt über das Schloss und die Himmelsleiter bis zum Königstuhl an.

Läufer vs. Bergbahn

Läufer
vs. Bergbahn

Im Wettlauf vom Kornmarkt
zum Königstuhl:
Läufer (16:24 min) gegen
Bergbahn (17:30 min)

Tatsächlich waren fünf der acht Sportler vor der Bahn auf dem Berg. Der schnellste von ihnen legte die 1,6 Kilometer lange Strecke über 1.600 Treppenstufen und 450 Höhenmeter in 16:24 Minuten zurück – 1:06 Minuten vor den Waggons.

Im Sommer 2017 öffnete am Fuße der unteren Bergbahn eine neue Gastronomie: der Schlossberg-Keller. Die Räumlichkeiten, in denen sich zuvor die Griechische Taverne befand, gehören der Heidelberger Straßen- und Bergbahn.

INVESTITIONEN

Die Investitionen in Sachanlagen betrugen 32,0 (Vorjahr: 6,6) Millionen Euro. Grund für die Entwicklung ist die verstärkte Investition in das Mobilitätsnetz Heidelberg. 14,3 (Vorjahr: 0,8) Millionen Euro davon konnten als Fördermittel gewonnen werden. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr spiegelt die Förderzusage des Bundes von Sommer 2017 wider.

Investitionen und Zuschüsse

Investitionen (Mio. €)

2017 2016 2015
32,0 6,6 12,9

Zuschüsse (Mio. €)

2017 2016 2015
14,3 0,8 1,0

FAHRGÄSTE UND UMSATZERLÖSE

Das operative Geschäft der Heidelberger Straßen- und Bergbahn umfasst ausschließlich die Heidelberger Bergbahnen im Auftrag der Stadtbetriebe Heidelberg. Die Anzahl der Fahrgäste ist weiter gestiegen und lag im Jahr 2017 bei 2,02 (Vorjahr: 1,90) Millionen. Die Umsatzerlöse, die daraus generiert werden, fallen bei den Stadtbetrieben Heidelberg an.